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Telemedizin-Netz würde 700 Millionen Euro kosten

Jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen erwartet

Rund 700 Millionen Euro würde es in den nächsten fünf Jahren kosten, in Deutschland eine flächendeckende Infrastruktur für die Telemedizin aufzubauen. Diese Zahl nannte Dr. Claus-Werner Brill von der Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbände bei einem Symposium des Instituts für Telematik in Trier. An der Veranstaltung nahmen 60 Experten aus dem In- und Ausland teil.

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Wenn dank einer einheitlichen und universellen Telematik-Plattform medizinische Bilder, Befunde und Berichte häufiger elektronisch übers Internet ausgetauscht würden, sorge das allein schon für jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen Euro, sagte Dr. Brill. Jeweils mehr als 130 Millionen Euro im Jahr seien zusätzlich dadurch einzusparen, dass durch eine solche Telematik-Plattform die Dokumentation vereinfacht und Missbrauch mit der Befreiung von der Zuzahlung bei Medikamenten verhindert werde. Derzeit sei es relativ einfach, das Rezept auf Papier zu fälschen und so die fällige Zuzahlung zu umgehen, hieß es auf dem Symposium des Instituts für Telematik.

Wie Symposiumsleiter Prof. Christoph Meinel, der Direktor des Instituts, betonte, werden die Möglichkeiten der Telemedizin in Deutschland bisher nur in Ansätzen ausgeschöpft - meist in vereinzelten, über die gesamte Bundesrepublik verstreuten Pilotprojekten.

Dringend erforderlich für den Durchbruch der Telemedizin seien ein koordiniertes, schrittweises Vorgehen in der Gesundheitspolitik, ein Ende des babylonischen Gewirrs von Hard- und Softwarestandards und vertrauenswürdige, sichere Informationsverarbeitung. Letzteres sei entscheidend für die Akzeptanz der technischen Möglichkeiten. Es erfordere sicher mehrere Milliarden Euro, um die Telemedizin flächendeckend in ganz Europa einzuführen und auszubauen. Der Nutzen liege in einem riesigen Einsparpotenzial bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung in der medizinischen Versorgung.

Eine vom Institut für Telematik soeben abgeschlossene Telemedizin-Studie im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz hat nach Prof. Meinels Angaben gezeigt, dass der lebensrettende Einsatz telemedizinischer Technik in den Krankenhäusern noch zu wünschen übrig lasse. Nur ein Drittel der Kliniken nutze zum Beispiel die Möglichkeiten der schnellen Übermittlung medizinischer Bilder. Meistens würden Röntgen-, Tomographie- oder Ultraschallaufnahmen noch "mit der Schnecken-Post oder per Kurier" zwischen den Spezialisten hin- und hergeschickt. Und dies, obwohl nicht wenige Krankenhäuser schon technisch für die Internet-Übertragung gerüstet sind. Oft seien aber die Mitarbeiter dafür zu wenig geschult oder nicht ausreichend qualifiziert. Prof. Meinel: "Es ist aber vor allem bei den Röntgen-Ärzten der starke Wille zu erkennen, durch Teleradiologie kostentreibende und gesundheitsschädliche Mehrfachuntersuchungen zu reduzieren und die bildnutzenden Abteilungen in den Kliniken zu vernetzen". Wichtige Voraussetzung sei eine stärkere Standardisierung der eingesetzten Programme und Systeme. "Es darf einfach nicht passieren, dass ein Krankenhaus eine empfangene Bilddatei einer anderen Klinik, die mit einem anderen System arbeitet, nicht öffnen kann", kritisierte Meinel. Andererseits sei bei der Telemedizin auch auf den Datenschutz zu achten. Es sei sicherzustellen, dass nur befugtes medizinisches Personal die Dateien mit Patienten-Informationen öffnen könne. Dafür seien zum Beispiel intelligente Chipkarten, so genannte Smartcards, das beste Mittel.

Telemedizin-Netz würde 700 Millionen Euro kosten 

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