Deutsche nutzen verstärkt E-Government-Angebote
Nach den Ergebnissen der internationalen Vergleichsstudie "Government-Online 2002", die die Marktforschungsgrupppe Taylor Nelson Sofres durchgeführt hat, nutzten länderübergreifend durchschnittlich 30 Prozent der Bürger die elektronische Verwaltung via Internet.
Informationsbeschaffung steht bei den Bundesbürgern bei der Nutzung von Online-Bürgerdiensten via Internet an erster Stelle. 18 Prozent – ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr – nutzten diese Dienstleistung von Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen sowie von Verwaltungen der Bundesländer oder des Bundes. Weitere sieben Prozent nutzten das digitale behördliche Angebot für den Download von Formularen, ein Anstieg um vier Prozent gegenüber 2001. Zurückhaltender sind die Deutschen beim persönlichen Datenaustausch mit den virtuellen Behörden. Dieser wird von nur vier Prozent genutzt, ein Plus um 1 Prozent gegenüber 2001.
Mit 25 Prozent sind die Nutzer elektronischer Verwaltungen nach wie vor überwiegend männlich (24 Prozent in 2001) und zwischen 25 und 34 Jahren alt, gut gebildet und verfügen über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen. Der Anteil der weiblichen E-Government-Nutzer hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt und liegt in 2002 bei 21 Prozent, gegenüber zehn Prozent im vergangenen Jahr.
Transaktionen zwischen Bürger und Behörde wie das Online-Zahlungsverfahren, wo persönliche Angaben wie Kreditkarten- oder Kontonummer erforderlich sind, werden lediglich von vier Prozent genutzt. Sicherheitsbedenken geben hier noch immer den Ausschlag: 82 Prozent der Deutschen halten diese Nutzung elektronischer Behördendienste für unsicher, verglichen mit durchschnittlich 63 Prozent weltweit.
"Die Bundesbürger wollen das E-Government. Das zeigt die gestiegene Nutzung auch in Deutschland. Eine dienstleistungsorientierte Verwaltung muss ihre Veränderungsprozesse folglich daran ausrichten und das Internet als Plattform für elektronische Behördengänge weiter ausbauen. Das Misstrauen in die Sicherheit zeigt, dass Sicherheitsstandards in der Netzkommunikation mit dem virtuellen Bürger erheblich verbessert werden müssen", kommentierte Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer von TNS EMNID, die Zukunft für das E-Government in Deutschland.
Die Nutzung behördlicher Online-Angebote und Dienstleistungen ist nach wie vor in den skandinavischen Ländern am höchsten. Die Schweden nutzen zu 57 Prozent behördliche Online-Angebote, bei den Norwegern sind es 56 Prozent und in Dänemark 53 Prozent, gleich auf mit dem Stadtstaat Singapur. Überdurchschnittlichen Zuspruch haben die Online-Verwaltungen der Färöer Inseln mit 52 Prozent und in Finnland mit 49 Prozent.
In Deutschland führte die Meinungsforschung von TNS EMNID die repräsentative Studie "Government-Online 2002" telefonisch bei 1.011 Personen über 14 Jahren durch. Insgesamt wurden von den Sozial- und Meinungsforschern der internationalen Marktforschungsgruppe Taylor Nelson Sofres 28.952 telefonische und/oder Face-to-Face-Interviews in 31 Ländern im Zeitraum von Juli bis September 2002 durchgeführt.
Der vollständige Report "Government-Online 2002" sowie der Länderreport für Deutschland soll unter www.emnid.tnsofres.com zum Download zur Verfügung stehen.