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Transmeta hofft auf Europa und den Embedded-Markt

Ultra Personal Computers (UPC) und Tablet-PCs als Chance für 2003. Nachdem der Mobilprozessor-Hersteller Transmeta weiterhin schwächelt, will das Unternehmen sich stärker um Europa und den Embedded- und Unterhaltungs-Markt bemühen, erfuhr Golem.de im Gespräch mit Transmeta. Darüber hinaus sehe Transmeta große Chancen in den Tablet-PCs und den Ultra Personal Computers (UPC) wie etwa OQO oder IBMs Meta-Pad, die jedoch erst mit dem TM5800 und nicht mit dem für das dritte Quartal 2003 geplanten Banias-Konkurrenten TM8000 erscheinen werden.
/ Christian Klaß
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Bisher sind kleine, leichte und vor allem ausdauernde Notebooks mit Transmeta-Prozessoren eher in Japan und den USA gefragt, in Europa setzt sich der Gedanke erst langsam durch, dass kleine, lange laufende Geräte ihre Vorzüge haben. Wenig Erfolg wird Transmeta jedoch weiterhin in den Bereichen haben, in denen die Anwender nur auf günstige, mehr oder weniger lärmende Notebook-Systeme mit schnellen Desktop-Prozessoren anstatt auf Akkulaufzeiten Wert legen.

Ein Problem von Transmeta ist, dass aus Europa nur verhältnismäßig wenige Notebook-Designs kommen, weshalb man versucht, die weltweit agierenden asiatischen oder amerikanischen Markenhersteller dazu zu bewegen, ihre bestehenden Sub-Notebook-Designs schneller bzw. überhaupt auch in Europa zu verkaufen. Als Beispiele hierfür können Sony und Fujitsu gelten, die in Japan und den USA deutlich mehr Transmeta-basierte Geräte als in Europa anbieten. Im Notebook-Bereich hofft Transmeta in Bezug auf die USA und Europa insbesondere auf die Tablet-PCs des wichtigen Herstellers Hewlett-Packard.

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Gleichzeitig will man europäische Value Added Reseller dazu bewegen, sich mehr für asiatische Designs bzw. für Referenz-Designs zu interessieren. Mit Gericom ist dies bereits gelungen: Der österreichische Hersteller verkauft bereits seit September sein Gericom A2 mit 12-Zoll-TFT-LCD und Transmetas 800-MHz-Crusoe-TM5800-Prozessor für rund 1.100,- Euro, hat allerdings bisher nicht die Werbetrommel dafür gerührt. Und das, obwohl es sich um ein Notebook handelt, das laut Gericom bis zu fünf Stunden durchhalten soll, während es die üblichen, bei Lebensmittel-Discountern verkauften Geräte, nur in Ausnahmefällen über zwei Stunden schaffen.

Beim Embedded- und Unterhaltungselektronik-Markt hofft Transmeta besonders auf Europa, denn viele europäische Unternehmen sind gerade in diesen Bereichen aktiv. Geliebäugelt wird dabei etwa mit Herstellern von Industrielösungen, Netzwerkhardware, Set-Top-Boxen, Digitalvideorekordern, Smartphones und PDAs. Dank der x86-Kompatibilität sieht der Prozessorhersteller sich im Vorteil gegenüber Intels XScale- oder andere ARM-Plattformen, die meist einen deutlich höheren Software-Entwicklungsaufwand hätten. Zumindest ein großer Embedded-Hersteller soll sich aus diesem Grund schon gegen XScale und für den Crusoe TM5800 entschieden haben.

Spezielle Prozessor-Designs für den Embedded-Sektor will Transmeta erst einmal nicht anbieten. Gegenüber Golem.de erklärte der Hersteller jedoch, dass man sich dies für die Zukunft bei größeren Projekten vorstellen könnte. Um Embedded-Hersteller für Transmeta-Technik zu gewinnen und ihren Produkten eine schnelle Marktreife zu ermöglichen, bietet Transmeta bisher drei Referenz-Designs für unterschiedliche Bereiche.

Bei den Ultra Personal Computers (UPC) werden sich laut Transmeta ab Mitte 2003 etwa sechs bis zehn Hersteller aus den USA und Japan mit Geräten auf den Markt trauen – angepeilt soll ein Preis von rund 1.000,- US-Dollar sein. Im Gegensatz zu den Sub-Notebooks handelt es sich hier um noch kleinere stiftgesteuerte Module ähnlich eines PDAs, die Prozessor, Chipsatz, Mini-Festplatte sowie Display beherbergen, Windows XP nutzen und per Dockingstation als normale Rechner oder per Einschub in ein Notebook-Gehäuse mit Zusatz-Akkus zum lange durchhaltenden Notebook gewandelt werden können. Großer Vorteil sei es hier, dass man sowohl für den eigenen PC-Arbeitsplatz als auch für das Notebook nur eine Software-Lizenz benötigt. Hier hilft Microsofts restriktive Lizenzpolitik unfreiwillig, einem modularen PC-Konzept weitere Vorteile zu verschaffen.

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Allerdings gesteht Transmeta ein, dass diese Technik auf Grund der zwar stromsparenden und kompakten, aber ohne Leistungsrekorde entworfenen UPC-Designs nur für diejenigen geeignet ist, die Office-Anwendungen nutzen, Videos anschauen oder Musik hören. Wer mehr Leistung etwa für Spiele will, muss entweder auf herkömmliche Notebook- bzw. PC-Designs zurückgreifen oder hoffen, dass der Hersteller den UPC-Modulen ermöglicht, auch mittels SplitBridge-Technik etwa auf leistungsstärkere Grafikchips zuzugreifen. Gerade bei Letzterem bieten Transmetas Chipsätze bisher nur einfache 2D/3D-Beschleunigung.

Damit Intel und AMD sich mit ihren Mobilprozessoren bei der Rechenleistung nicht noch weiter von Transmeta entfernen, soll ab dem dritten Quartal 2003 der Crusoe TM8000 mit komplett neu entwickeltem 256-Bit-VLIW-Kern sowie überarbeiteter Code-Morphing-Technik folgen. Im Vergleich mit dem ebenfalls von TSMC in 0.13 Mikron gefertigten aktuellen TM5800 (128-Bit-VLIW-Architektur) soll der TM8000 nicht nur höhere Taktraten ermöglichen, sondern pro Takt auch doppelt so viele Befehle ausführen und dennoch besonders stromsparend arbeiten. Taktraten verriet Transmeta dafür aber noch nicht. Der Vorgänger TM5800 soll noch in diesem Jahr die 1-GHz-Hürde nehmen.

Transmeta sieht im neuen TM8000 einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für Intels ab Frühjahr 2003 marktreifen Notebook-Prozessor Banias. Allerdings kommt Transmetas Neuling nach dem derzeitigen Zeitplan erst ein halbes Jahr nach dem Intel-Konkurrenten auf den Markt. Die späte Verfügbarkeit kann Transmeta aber auch helfen, etwa wenn Intel seine Werbekampagnen ab nächstem Jahr von "mehr MHz" auf "mehr mobile Nutzungszeit" konzentriert und damit das allgemeine Interesse stärker auf stromsparende, kompakte Notebooks lenkt.


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