Institut für Telematik bewirbt sich um .eu-Verwaltung

Verein will mit der EU-Kommission Richtlinien für .eu-Domain entwickeln

Das Fraunhofer Institut für Telematik e.V. bewirbt sich am heutigen 25. Oktober 2002 und letzten Bewerbungstermin - also auf den letzten Drücker - in Brüssel bei der EU-Kommission um die Verwaltung der neuen Internet-Adressengruppe ".eu". Diese Top Level Domain soll Europas Unternehmen und Institutionen vom kommenden Jahr an die Möglichkeit geben, sich im Internet als europäische Akteure darzustellen.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Institut für Telematik e.V. in Trier ist ein gemeinnütziges Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Konzentration auf das Internet. Laut Institutsdirektor Professor Christoph Meinel hat sein Institut deshalb "eine gute Außenseiter-Chance", da es unabhängig und gemeinnützig sei und für enge direkte Kontakte mit wichtigen Verfahrensbeteiligten eine geographisch günstige Lage im Vierländereck von Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich habe. Auch die hochqualifizierte Mitarbeiterschaft und das Betreiben eines eigenen Trust Centers, das so etwas wie die Funktion eines "elektronischen Notars" ausübe, habe das Trierer Institut zur Bewerbung veranlasst.

Weitere deutsche Kandidaten für die Bewerbung um die .eu-Registrierungsstelle scheint es nicht zu geben. Laut dem Institut für Telematik sucht die EU-Kommission eine nichtkommerzielle Stelle, mit der gemeinsam vernünftige allgemeine Grundregeln für die Registrierung festlegt werden können. Verhindert werden solle beispielsweise eine "spekulative und missbräuchliche Eintragung" von .eu-Domainnamen - auch als Domaingrabbing bezeichnet. Ferner gehe es auch um Verfahren der außergerichtlichen Streitschlichtung und Vorschriften für den Widerruf von Domain-Registrierungen. Schließlich müsse auch eng mit der Internet Cooperation for Assigned Names and Numbers (ICANN), der staatenübergreifenden weltweiten Internet-Verwaltung in den USA, zusammengearbeitet werden.

"Das Institut für Telematik ist sich selbstverständlich auch der gegebenenfalls einzugehenden Risiken bewusst", betonte der Informatik-Wissenschaftler. So will die Kommission mit dem Betreiber der Top Level Domain ".eu" einen auf zunächst fünf Jahre befristeten Vertrag abschließen, der unter anderem auch die finanziellen Verpflichtungen regele und der EU-Kommission deutlichen gestaltenden Einfluss sichere. Der eingereichte Business-Plan sei noch "eine Rechnung mit mehreren Unbekannten", sagte Prof. Meinel. Genaueres würden erst die Verhandlungen ergeben.

Mit der eigenen europäischen Top Level Domain ".eu", die ausschließlich Bürgern und Unternehmen aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union vorbehalten bleiben soll, hoffe man den US-amerikanischen Wettbewerbsvorteil im Internet auszugleichen. International gebe es zum Beispiel ein Übergewicht der berühmten "DotCOM"-Domains, mit denen meist US-Firmen und -Organisationen im World Wide Web präsent sind. EU-Unternehmen und -Institutionen hingegen können bisher noch nicht unter einer in allen Mitgliedsländern einheitlichen europäischen Top Level Domain auftreten.

Das als eingetragener Verein verfasste gemeinnützige und außeruniversitäre Institut für Telematik e.V. existiert seit vier Jahren, beschäftigt 50 Personen und arbeitet an anwenderfreundlichen, praxistauglichen Hightech-Lösungen in den Bereichen Sicherheit, Bankverkehr, Regierung, Wissensmanagement, Gesundheit und Lehre. Es ist u.a. Mitglied der Initiative D21, des Vereins TeleTrust und Träger des Erfinderpreises Rheinland-Pfalz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ungewöhnlicher Kundenservice
Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug

Normalerweise muss man sich in einem Garantiefall nicht dabei filmen, wie man das defekte Produkt zerstört. Ich schon - nur so bekam ich einen Ersatz für meinen Kopfhörer.
Ein Erfahrungsbericht von Tobias Költzsch

Ungewöhnlicher Kundenservice: Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug
Artikel
  1. Deutschland auf Platz 3: Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff
    Deutschland auf Platz 3
    Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff

    Allein in Deutschland gibt es mehr als eine Million über das Internet erreichbare SSH-Server, die nicht gegen Terrapin gepatcht sind.

  2. Festnetz- und Mobilfunk: Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien
    Festnetz- und Mobilfunk
    Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien

    Von 16.500 Arbeitsplätzen beim Telefónica-Mutterkonzern soll rund ein Fünftel verschwinden. Der Stellenabbau betrifft vor allem Ältere.

  3. Streamer: Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit
    Streamer
    Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit

    Schwarze Balken über der scheinbar nackten Brust? Nicht erlaubt! Selbst wenn Unterwäsche hervorblitzt, verbietet Twitch solche Darstellungen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P3 Plus 4 TB + Acronis 194,83€ • MediaMarkt & Saturn: Gutscheinheft mit Rabattaktionen und 3 Games für 49€ • Alternate: Thermaltake-Produkte im Angebot • HP Victus 15.6" 144Hz (i5-13420H, 16 GB, RTX 3050) 777€ • MindStar: Corsair Vengeance RGB 64 GB DDR5-6000 199€ [Werbung]
    •  /