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Spieletest: Unreal Tournament 2003 - Prächtiges Geballer

Wenig Neuerungen, dafür aber grafisch prachtvoll. Seit Anfang Oktober steht Unreal Tournament 2003 nun in den Läden und beschert Publisher Infogrames volle Kassen – alleine am ersten Wochenende wurden in Deutschland 50.000 Exemplare abgesetzt. Nachdem – leider mit einiger Verspätung – unser Testmuster eingegangen ist, konnten wir einen kritischen Blick auf den Titel werfen und mussten feststellen, dass in der einen oder anderen Hinsicht sicherlich mehr möglich gewesen wäre.
/ Thorsten Wiesner
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Dabei gibt alleine die Optik noch keinen Grund zur Klage, Unreal Tournament 2003 ist zweifellos der derzeit schönste erhältliche Shooter. Egal ob die schmucken Innenareale mit ihren detaillierten Texturen oder aber die stimmungsvollen Outdoor-Level wie etwa das Wald-Szenario – alles sieht bunt, detailliert und einfach gut aus. Das trifft auch auf die über 50 Kämpfer zu, die um Längen besser modelliert sind als ihre Vorgänger im ersten Unreal Tournament.

Nicht ganz so überwältigend ist dafür das Gameplay – hier wurde eher dezent nachgebessert als komplett neu geschaffen. Das beginnt schon bei den Waffen, die größtenteils aus dem Vorgänger bekannt sind, nur einige wenige neue Modelle wurden hinzugefügt. Dafür sind die einzelnen Kampfgeräte nun etwas besser ausbalanciert, jeder Spieler kann sich also ganz nach Gusto aus Flak Cannon, Assault Rifle, Shock Rifle, Link Gun und Ionen Kanone seinen "Liebling" aussuchen.

Auch die Spielmodi sind größtenteils die alten geblieben, man beharkt sich also im Kampf jeder gegen jeden ("Deathmatch"), zieht mit seinem eigenen Team gegen andere Mannschaften ins Feld ("Team Deathmatch") oder versucht, den anderen ihre Flagge zu klauen ("Capture The Flag"). Neu hinzugekommen ist dafür der Modus "Double Domination": Will man gewinnen, muss man zwei Kontrollpunkte in einem Level erobern und für zehn Sekunden am Stück besetzt halten. Beim ebenfalls neuen Bombing Run schließlich gilt es, einen Ball ins gegnerische Tor zu hieven.

Im Mehrspielermodus macht das alles zweifellos großen Spaß, die Solo-Kampagne wurde dafür ein wenig vernachlässigt: Zunächst trainiert man in mehreren einfachen Levels und versucht, so viele Gegner wie möglich zu besiegen. Hat man die nötige Zahl an Siegen erzielt, geht es weiter in den nächsten Level, bis man dann schließlich aus einer Gruppe von Bots sein erstes eigenes Team zusammenstellen darf, mit dem dann weiter gegen andere Teams gekämpft wird. Das Ziel dabei ist dann natürlich das große Finale, das man jedoch schneller erreicht als einem lieb ist.

Jeder Bot verfügt über vier verschiedene Charakterwerte, die sich spielerisch auch wirklich bemerkbar machen – Kämpfer mit hohem Teamverständnis richten ihr Verhalten deutlich stärker an der Gruppe aus, wer hingegen über einen sehr hohen Aggressivitätswert verfügt, greift auch schon mal recht unbedacht an. Die einzelnen Typen sind dabei recht phantasievoll gestaltet, unter anderem trifft man auf ägyptische Recken.

Noch ein Wort zu den Hardware-Anforderungen: Die eingangs gepriesene optische Pracht hat natürlich ihren Preis, ohne sehr schnellen Prozessor und eine bessere Geforce3-Karte hat man an den prächtigen zischenden Raketen, den gewaltigen Explosionen und den detaillierten Arealen kaum Freude. Regelt man Licht- und Schatteneffekte und den Detailgrad herunter, kann man allerdings auch noch mit etwas betagteren Rechnern antreten, optisch begeisternd ist das dann allerdings nicht mehr.

Fazit:
Sicherlich, Unreal Tournament 2003 ist der derzeit schönste erhältliche Shooter, wer vor allem Wert auf den Mehrspieler-Modus legt, kann derzeit keine bessere Wahl treffen. Trotzdem ist es schade, dass so wenig spielerische Neuerungen eingeführt wurden – insbesondere der Solo-Modus leidet ein wenig unter den fehlenden Ideen, aber auch Multiplayer hätten sich sicherlich über ein paar neue Waffen mehr oder weitere Spiel-Modi gefreut. Auf Grund mangelnder Konkurrenz gilt aber dennoch: Wer unkomplizierten Shooter-Spaß sucht, wird derzeit nirgends besser bedient als bei Unreal Tournament 2003.


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