Die deutsche Spam-Connection - nazigesteuert?
Die direkten Urheber von Spam sind oft nur sehr schwer zu ermitteln, denn Absenderangaben bei E-Mail lassen sich sehr einfach fälschen. Dass so viele Spammer ihre Identität verschleiern, hat einen handfesten Grund: Spam ist unerwünschten Werbefaxen gleichgestellt und praktisch verboten. Vielfach müssen die Absender auch befürchten, wegen Betrugs belangt zu werden, weil sie mit falschen Angaben Einwahlprogramme für teure 0190-Nummern verbreiten.
Ein wichtiger Anlaufpunkt für deutsche Spam-Versender ist nach c't-Informationen eine Website namens "Bulkmailerclub", zu der man nur gegen Zahlung eines monatlichen Mitgliedsbeitrags in Höhe von 299,- Euro Zutritt erhält. Für dieses Geld bekommen die Spammer unter anderem Informationen, Software und vor allem Millionen E-Mail-Adressen.
Außerdem erhalten die Mitglieder viele Ratschläge im "Bulkmailerclub": Zur Bundestagswahl ermahnte der dortige Foren-Administrator sie dazu, ihre Stimme "national" abzugeben. Immer wieder empfahl er so genannte "Partnerprogramme" eines bestimmten Unternehmens, hinter dem nach c't-Informationen ein rechtskräftig verurteilter Neonazi aus Bayern steckt. Von dort führte eine Spur zu dem US-Amerikaner Gary Lauck, einem international bekannten Rechtsradikalen. In den meisten Fällen ging es um den Vertrieb von Pornografie mit Hilfe von 0190-Einwahlprogrammen. "Es scheint so, als fließe ein erheblicher Teil des dadurch erzielten Profits in die Kassen brauner Seilschaften" , meinte c't-Redakteur Holger Bleich.