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Spieletest: Hitman 2 - Rückkehr des Profi-Killers

Spiel für PC, Xbox und PlayStation 2 erhältlich. Das Spiel Hitman sorgte für eine Reihe kontroverser Diskussionen – auf der einen Seite stand das fesselnde Gameplay und die ausgezeichnete technische Umsetzung, auf der anderen die fragwürdige Thematik des Profi-Killer-Daseins. Das Spiel wurde nichtsdestotrotz zum Erfolg, den Eidos mit dem jüngst erschienenen Nachfolger nun wiederholen möchte.
/ Thorsten Wiesner
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Um dem Ganzen einen moralisch weniger bedenklichen Hintergrund zu geben, dachte man sich eine neue Hintergrundgeschichte aus: Klon 47 wollte eigentlich in einem Kloster lebend Abstand von seinem früheren Tun nehmen. Als ein guter Freund von ihm gekidnappt wird, bleibt ihm aber nichts anderes übrig, als seine alte Tätigkeit wieder aufzunehmen und erneut sein Werk als Auftragskiller zu verrichten. Allerdings geht es nun ausnahmslos gegen "böse" Jungs – vor jeder Mission wird einem erklärt, warum der- oder diejenige den Tod auch wirklich verdient hat.

Am aggressiven und gleichzeitig ungemein spannenden Spielprinzip ändert dies natürlich nichts, weiterhin ist das Ziel fast jeder Mission, einen Auserwählten per Pistole, Maschinengewehr, Golfschläger oder mit der berühmt-berüchtigten Klaviersaite ins Jenseits zu jagen. Der Weg dorthin ist allerdings zumeist alles andere als einfach – zuerst wollen nämlich Wachen überlistet, Bodyguards abgelenkt oder andere Hindernisse überwunden werden.

Im Vergleich zum ersten Teil ist Schleichen und Warten hier noch deutlich wichtiger – planloses Geballer führt recht schnell zum Scheitern der Mission. Stattdessen muss man Schatten beachten, sich von der Geräuschkulisse leiten lassen oder aber auch die eine oder andere Person überfallen, um sich ihrer Kleidung zu ermächtigen und sich somit unbehelligt fortbewegen zu können.

Wie schon der erste Teil ist Hitman 2 alles andere als einfach, zwar führen immer mehrere Wege zum Ziel – dem Spieler sind jeweils relativ viele Möglichkeiten offen – wirklich einfach ist aber keine der Varianten. Immerhin wurde die Speicher-Option verbessert, man darf nun – zwar begrenzt, aber immerhin – auch innerhalb der Missionen speichern.

Technisch brilliert Hitman 2 wiederum, die Grafiken sind wunderschön, die Soundkulisse atmosphärisch und teils sogar recht beklemmend und beängstigend. Das gilt für die sehr gute PC-Version ebenso wie für die Umsetzungen für PS2 und Xbox. Auch spielerisch sind die Konsolen-Varianten fast der PC-Version gleichwertig, das Game-Pad wurde hier jeweils sehr schlüssig belegt. Insgesamt sieht die Xbox dabei etwas besser aus als das PS2-Pendant.

Festzuhalten bleibt natürlich einmal mehr der recht hohe Gewalt-Grad – Hitman 2 ist für Kinder und Jugendliche gleichermaßen ungeeignet, sowohl hinsichtlich der Thematik als auch auf Grund der teils drastischen Darstellungen.

Fazit:
Wäre die fragwürdige Thematik nicht, man müsste Hitman 2 uneingeschränkt lieben: Eine wunderbare Präsentation, abwechslungsreiche und fordernde Missionen, große Handlungsfreiheit bei der Ausführung der Aufträge – die Entwickler haben einmal mehr fast alles richtig gemacht. Nichtsdestotrotz bleibt auf Grund des moralisch fragwürdigen Spielzieles, in jeder Mission mindestens eine Person kalkuliert und geschickt umzubringen, ein etwas fader Beigeschmack.


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