Test: Strato LivePages - Content Management ab 2,99 Euro
Angesichts des Funktionsumfangs richtet sich LivePages vor allem an Privatpersonen und kleinere Unternehmen, die bisher aus Kostengründen auf eine individuell erstellte Homepage verzichten mussten.
Man benötigt für das System einen Webbrowser mit aktiviertem Java und Javascript, da Teile des CMS beispielsweise Textboxen und Bildpositionen mit Java-Applets anzeigen – natürlich nur im Editiermodus.
Zunächst wählt man ein Layout: Vorsortiert sind diverse Branchen, Unterbranchen und Themenbereiche bereits in einem Menü zu finden, das zudem kleine Voransichten des Designs anzeigt. Daraufhin wird die Navigation und Seitenstruktur entworfen – auch hier werden Vorschläge angeboten, die man beliebig erweitern und reduzieren kann. Neben den Hauptmenüpunkten lassen sich bis zu zweifach verschachtelte Unterstrukturen anlegen. Die beschrifteten Menüs werden als Buttons dargestellt, ihre Texte sind bearbeitbar.
Überall im System werden Änderungen dadurch gespeichert, dass man den Bearbeitungsfokus verlässt, nur im Falle des Strukturaufbaus weicht das Programm leider davon ab: Hier muss man explizit die Eingabetaste und einen "Speichern"-Knopf drücken, sonst ist jedliche Änderung verloren.
Nach dem Speichern kommt man in den Editiermodus der einzelnen Seiten. Bei allen Änderungen sollte man keine Reaktionsgeschwindigkeit wie von einer Windows-Anwendung erwarten, sondern dem Ganzen etwas Zeit zum Arbeiten geben. Dies liegt allerdings nicht an der Strato-Anwendung, sondern an der schwachen Abarbeitungsgeschwindigkeit der Java-Programme allgemein.
Entsprechend der vom Anwender ausgewählten Branche werden passende Gestaltungsmuster, Gliederungsvorschläge und sogar ganze Textbausteine angeboten. Selbstverständlich lassen sich die Texte ganz nach Belieben umgestalten und eigene Texte und Bilder verwenden. Man sollte natürlich die Mustertexte, obwohl von durchaus passabler Qualität, nicht nur mit dem eigenen Firmennamen und Ähnlichem ausschmücken. Wer jedoch überhaupt keine Vorstellung hat, was er auf seine Seiten schreiben könnte, dem bieten die Textvorlagen eine wertvolle Hilfe als Basis für eigene Kreationen. Längere Texte können über die Zwischenablage über eine spezielle Funktion importiert werden, allerdings gehen dabei die Formatierungen verloren und müssen erst nachträglich wieder eingefügt werden.
Falls man beim Aufbau der Struktur die Vorschläge übernommen hat, was den Seitenaufbau angeht, werden die Layouts der einzelnen Seiten, das heißt vornehmlich die Position von Textblöcken und Bilderplatzhaltern, vorgegeben. Im Editiermodus kann der Seitenaufbau verändert werden, in dem eines von 30 Icons, das jeweils eine andere Text/Bildaufteilung symbolisiert, ausgewählt wird.
Bilder werden zunächst als Platzhalter angezeigt. Klickt man auf eben dies und wählt man die Funktion "Bild" im Menü, kommt das erwähnte Bildarchiv ins Spiel. Hier wurde schon eine Vorselektierung passend zur gewählten Branche getroffen, die wieder in Ober- und Unterkategorien ausgegliefert ist. Das Archiv besteht fast ausnahmslos aus Typicals, das heißt Bildern, die situativ einsetzbar sind und keinen konkreten Bezug zu Orten oder bekannten Personen herstellen.
Eigene Bilder kann man in ein gesondertes Bildarchiv aufnehmen, das man per Uploadfunktion mit GIFs und JPEGs füttert. Zu Bildern kann eine Bildüberschrift/-unterschrift sowie ein ALT-Text optional eingegeben werden. Auch die Ausrichtung der Bilder sowie die Bildgröße ist anpassbar und muss nicht übernommen werden. Natürlich kann man auch Links innerhalb und außerhalb des Systems setzen.
Die Auswahl der zu bearbeitenden Seiten erfolgt über das Navigationsmenü oder über ein Dropdown, das die Hauptgliederungspunkte anzeigt. Texte lassen sich in ihren Boxen bearbeiten und typografisch verändern. Auch Listen, Aufzählungen und die Orientierung lassen sich einstellen, sogar absatzweise. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Tabellen einzubauen und wahlweise deren Hintergründe partiell oder ganz einzufärben und mit Daten auszufüllen.
Die fertige Homepage, von der man sich jederzeit in einer Voransicht ein Bild machen kann, wird von Strato gehostet. Der Anwender hat die Wahl zwischen drei verschiedenen Varianten: EasyPages, PowerPages und PremiumPages. Die LivePages-Pakete beinhalten bis zu drei Domains, Speicherplatz für mehr als 100 Seiten, 170 E-Mail-Adressen und 400.000 Seitenabrufe im Monat. LivePages unlimited richtet sich an Nutzer, die bereits ein Webhosting-Paket mit eigener Domain besitzen.
Interessenten können LivePages kostenlos und unverbindlich nach Voranmeldung mit einer funktionsfähigen E-Mailadresse testen, an die dann die Zugangsdaten geschickt werden. Während des Tests können alle Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten von LivePages ausprobiert werden. Publizieren kann der Kunde seine neue Homepage dann sofort, wenn er das LivePages-Paket bestellt hat. Für 2,99 Euro (EasyPages) erhält man Speicher für nur drei Seiten und ca. 30.000 Seitenabrufe, eine .de-Domain und 20 E-Mail-Postfächer. Für 6,99 Euro gibt es innerhalb des Angebotes PowerPages drei de.-Domains, 100 E-Mail-Postfächer sowie Speicher für zwölf Seiten und 200.000 Seitenabrufe monatlich.
Fazit:
Während professionelle statische Internetauftritte kaum weniger als 1.500 Euro kosten, bekommt der Kunde bei Livepages ein durchaus sinnvolles Angebot, das für viele Unternehmen völlig ausreichen dürfte. Zwar gibt es innerhalb von LivePages zurzeit noch keine E-Commerce-Anwendung, doch kann man sich dadurch behelfen, dass man diese getrennt davon betreibt und per Link verbindet. Dabei ist allerdings das Layout verloren, das die Seitenstruktur und Navigation ausmacht.
Alle diejenigen, denen HTML zu kompliziert, die eigenen Grafiktalente nicht ausreichend und ein Webdesigner zu teuer erscheint und vor dem Preis und der Komplexität herkömmlicher CMS graut, sollten sich Livepages auf jeden Fall einmal ansehen.
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