Microsoft und Musikindustrie wollen mehr Urheberrechtsschutz
Als Ausgleich für die berechtigten Ansprüche der Urheber und Leistungsschutzinhaber im Musibereich wurden bereits 1965 pauschale Gerätevergütungen eingeführt. Für die Softwareindustrie spielen solche Geräteabgaben aber keine Rolle. "Die Verluste lassen sich durch Geräteabgaben gar nicht kompensieren", so Rudi Gallist, Vorsitzender des VSI (Verband der Softwareindustrie Deutschlands).
Microsoft fordert für digitale Kopien die Abschaffung von Pauschalabgaben und die Einführung individueller Abrechnungssysteme, da sie in jedem Fall gerechter seien als pauschalierte Abgaben. Zum anderen würden Geräteabgaben auf PCs oder PC-Komponenten kontraproduktiv im Kampf um den Schutz der Copyrights der Softwarehersteller sein, da sie den Kunden suggerieren, auch das Kopieren von Software sei durch die Pauschalabgabe abgegolten.
Vereint argumentieren Musik- und Softwareunternehmen auch gegen den häufig erhobenen Vorwurf, ihre Produkte seien schlichtweg zu teuer, und schon aus diesem Grunde würden massenhaft illegal Kopien von Musik und Computerprogrammen erstellt. Der größte Teil der Kosten entstünde durch den Staat, den Händler, den Rechteinhaber, den Talentsucher, die Studioproduktion und das Marketing, also durch Dienstleistungen und nicht durch den Materialwert des Datenträgers.
Der Preis für Musik-CDs sei heute inflationsbereinigt nicht höher als der von Schallplatten vor 25 Jahren, so die Musikindustrie. Die Softwareindustrie, die ihre Produkte in den vergangenen Jahren durch Mengeneffekte und erhebliche Rationalisierungen im Vertrieb stark verbilligen konnte, verweist darauf, dass die Piraterierate in Niedrigpreismärkten ähnlich ausgeprägt ist wie im Hochpreissegment sei. Auch Versuche, besonders preiswerte Produktlinien für private Anwender aufzulegen, hatten niemals den gewünschten Effekt, die Raubkopierate bei professionellen Produkten zu senken. Künftig sei der Spielraum für Preissenkungen im Softwaremarkt ohnehin weitgehend ausgeschöpft. Die Lizenzeinnahmen müssten die erheblichen Kosten für die Softwareentwicklung einspielen. Bei Microsoft Windows beläuft sich dieser Posten jährlich auf rund 15.000 Mannjahre, dazu kommt noch die Grundlagenforschung, argumentierte Microsoft.
In einem Punkt sind sich Musik- und Softwareindustrie einig: Die Maßnahmen gegen das unerlaubte Kopieren von Musik und Software müssen künftig noch weiter verstärkt werden. So sollen digitale Schutz-, Kontroll- und Verwertungsmöglichkeiten berücksichtigt sowie individuelle Abrechnungsmodelle (DRM-Systeme) eingeführt und standardisiert werden. Zudem solle das Urheberrecht angepasst und erweitert werden.
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10% weniger umsatz als letztes jahr... kein wunder, bei dem scheiß, den die verkaufen...