Biomoleküle helfen im Kampf gegen Produktpiraten

Markenschutz mit DNS

Markenpiraterie verursacht nach Schätzungen weltweit einen Schaden von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr - besonders oft trifft es Software, Prozessoren oder Zigaretten und Luxuswaren. Aber auch Medikamente und Ersatzteile von Flugzeugen und Fahrzeugen können betroffen sein. Nun haben die November AG und Siemens ein biologisches Codierungsverfahren entwickelt, das die eindeutige Identifikation echter Produkte fälschungssicher erlauben soll.

Artikel veröffentlicht am ,

Vom 22. bis 25. September diskutieren Experten in Genf auf dem ersten weltweiten Forum zur Markenpiraterie bei Pharmaka über Gegenmaßnahmen. Einen Schutz vor Fälschungen soll ein biologisches Codierverfahren der November AG bieten. Das Erlanger Biotech-Unternehmen stellt Sicherheitsetiketten mit künstlichen DNS-Molekülen her. Siemens hat dazu ein Lesegerät entwickelt, mit dem die Etiketten schnell und vor Ort auf Echtheit überprüft werden können, wie die neueste Ausgabe des Forschungsmagazins "Pictures of the Future" berichtet.

Das System Brandprotection wird jetzt vom Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb in einem Feldversuch getestet. Das Unternehmen will so die Vertriebskette seiner Medikamente kontrollieren. Zusätzlich zu der biologischen Codierung sollen die Etiketten dazu einen maschinenlesbaren Barcode tragen.

Zum Test auf Echtheit benötigt man einen Stift mit einer Detektionsflüssigkeit und das Lesegerät. Die Technik beruht auf der Eigenschaft des Biomoleküls DNS als Informationsträger. DNS besteht aus vier Bausteinen, die wie Perlen auf einer Schnur angeordnet sind. Zwei genau zueinander passende Einzelstränge bilden jeweils einen Doppelstrang. Die Etiketten enthalten einzelsträngige DNS aus 20 bis 30 Bausteinen. Die Zahl der Kombinationen entspricht vier hoch der Anzahl der Bausteine - bei 20 sind es mehr als eine Billion Möglichkeiten.

Wenn der codierende Einzelstrang mit dem einzig passenden Strang aus dem Stift zusammenkommt, bildet sich ein Doppelstrang, der zusätzlich mit einem fluoreszierenden Farbstoff verbunden ist. Das Lesegerät erfasst die Fluoreszenz und bestätigt mit einem Signal die Echtheit des Etiketts. Das System kann nicht überlistet werden: Die DNS-Stränge sind zu kurz und ihre Konzentration zu gering, um ihre Abfolge mit allen verfügbaren Verfahren analysieren zu können.

Außerdem befinden sich zur Verschleierung in der Detektionsflüssigkeit und dem Etikett eine Vielzahl weiterer Stränge, die ein Fälscher nicht von dem Markierungsstrang unterscheiden kann. Mit einem Etikett, das bereits den Fluoreszenzfarbstoff enthält, kann das Auslesegerät auch nicht überlistet werden, da der Ausleseprozess zweistufig gestaltet ist und bei den zwei Messvorgängen eine Änderung des detektierten Signals erfolgen muss. Jeder Kunde hat zudem die Möglichkeit, seinen speziellen DNS-Code zu bekommen.

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Krille 18. Feb 2003

Präzise auf den punkt gebracht ... Und welcher Produktpirat wird so blöd sein, und sein...

volker 24. Sep 2002

naja das mit der künstlichen DNA (ich sag a, nicht s) ist kein Kopierschutz. Es ist ein...

cloner 24. Sep 2002

gibt's das auch für menschen ? z.b. ein scan beim betreten der u-bahn ....

Herb 24. Sep 2002

Soviel zum Thema "Es gibt keine sicheren Kopierschutz-Systeme"... Mein Informatiklehrer...



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