Kopierschutz knacken als Sport
Sie wollen keine Publicity und keinen Beifall von "außen", sagten die Insider der c't-Redaktion. Sie sind sich der Strafbarkeit ihres "Sports" voll bewusst und schützen sich durch strikte Geheimhaltung vor der Entdeckung. Nach ihrer Darstellung gehen sie nur deshalb an die Öffentlichkeit, um mit falschen Vorstellungen aufzuräumen. Ihre Botschaft richtet sich vor allem an "Frischlinge", die die Szene als Gratis-Softwaremarkt missverstehen.
Von Tauschbörsen und "Warez"-Webseiten distanzieren sich die Insider, obwohl sie zugeben müssen, dass ihre Gruppen unfreiwillig die Quelle für den Nachschub an Raubkopien bilden. "Vermutlich denken einige Gruppenmitglieder, sie seien Robin Hood und müssten die Releases im ganzen Internet verbreiten" , so einer der Informanten. Das sei jedoch ein Verstoß gegen den ungeschriebenen Kodex der verdeckten Szene. Die Gruppen wollten weder die Industrie schädigen noch vielen Leuten kostenloses Spielen ermöglichen.
Der sportliche Ehrgeiz der Cracker stellt Spiele-Herausgeber und Ermittler vor große Probleme. Da prinzipiell jeder Kopierschutz geknackt werden kann, muss sich die Spiele-Branche etwas einfallen lassen, um ihre Kunden zu binden. Während einige Hersteller mit originellen Beigaben auf Altbewährtes setzen, versuchen andere, mit exklusiven Anmeldecodes für Online-Matches die Kunden zum Kauf von Originaltiteln zu animieren. "Vielleicht wird das Cracken eines Tages seinen Reiz verlieren, wenn die eigentlichen Spielprogramme kostenlos verfügbar sind und stattdessen ihre Nutzung etwas kostet, wie es etwa auf Online-Plattformen jetzt schon praktiziert wird" , mutmaßte c't-Redakteur David Adamczewski.
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