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Spieletest: DTM Race Driver - Storybetontes Rennspiel

Titel für PlayStation 2 erhältlich. Rennspiele mit Hintergrundgeschichte sind eine Ausnahmeerscheinung, zumeist beschränken sich die Entwickler auf das Geschehen auf der Strecke und vernachlässigen das Drumherum. Codemasters geht mit DTM Race Driver deutlich andere Wege, hat dabei aber mehr zu bieten als nur eine unterhaltsame Geschichte.
/ Thorsten Wiesner
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Gleich in der Intro-Sequenz kann man mit ansehen, wie der berühmte Rennfahrer McKane von seinem ärgsten Konkurrenten nach dem siegreichen Überqueren der Ziellinie gerammt wird, sich in seinem Auto überschlägt und dieses daraufhin explodiert. Jahre später begibt sich sein Sohn nun ebenfalls auf die Rennbahn – und der Spieler versucht fortan in dessen Rolle, in die Fußstapfen des ruhmreichen Vaters zu treten.

Fortan kämpft man sich durch unterschiedliche Ligen nach oben, wobei Erfolge auch immer mit einer Fortführung der Geschichte verbunden sind – wer Kitsch mag, wird sich zweifellos an den Geschehnissen rund um den Rennzirkus, in denen es vor allem um Liebe und Intrige geht, erfreuen. Wer mehr am eigentlichen Rennspiel interessiert ist, kommt aber ebenfalls auf seine Kosten – Codemasters hat bei den vorhandenen Strecken und Ligen nicht gekleckert, sondern wahrlich geklotzt.

So kann man in insgesamt 13 verschiedenen Meisterschaften antreten, neben der namensgebenden DTM etwa auch in der britischen Tourenwagenmeisterschaft oder auch bei den V8 Supercars in Australien. Strecken gibt es insgesamt 38, die man mit 42 unterschiedlichen Rennboliden befahren kann, darunter natürlich bekannte Modelle von Autoschmieden wie Mercedes, Audi, Alfa Romeo oder auch Dodge.

Das Spiel wählt einen guten Kompromiss aus Simulation und Arcade – einerseits kann man vor dem Rennen eine Reihe von Einstellungen an seinem Wagen vornehmen, auf der anderen Seite dauert es nicht lange, bis man den Wagen erfolgreich auf der Strecke hält. Die Intelligenz der Computer-Gegner hat es wahrlich in sich, muss manchmal aber auch bezweifelt werden – wenn man etwa seine Ideallinie hält, plötzlich jedoch völlig unerwartet ein Konkurrent mit Höchstgeschwindigkeit in unser Heck fährt, verwirrt das schon. Insgesamt ist das Fahrverhalten des Computers sehr aggressiv – oft kann man etwa beoabachten, wie die von der KI gesteuerten Wagen ohne Einwirkung des Spielers Unfälle verursachen oder sich gegenseitig von der Piste drängen.

Optisch beeindrucken vor allem die Wagen ungemein, das komplexe Schadensmodell sorgt außerdem für viele Aha-Effekte: Wenn etwa plötzlich die eigene Tür oder der Spoiler abfällt, sieht das schon recht gut aus. Dabei haben die Schäden natürlich auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten, denn hat man erst mal das Getriebe ruiniert, lässt sich der Wagen nur noch sehr behäbig über die Piste steuern. Ein Boxenstopp ist da die einzige Möglichkeit, den Wagen wieder konkurrenzfähig zu machen.

Bei der Darstellung der Strecken hingegen ging man nicht ganz so sorgfältig vor, oft springen Berge oder andere Hintergrundobjekte plötzlich aus dem Nichts hervor und trüben damit ein wenig die ansonsten ansprechende Präsentation.

Fazit:
Wenn die Hintergrundgeschichte auch ein wenig Tiefgang vermissen lässt, ist es Codemasters sicherlich hoch anzurechen, dass man so für eine Belebung des Spieles sorgen will. Unbedingt nötig wäre das allerdings gar nicht gewesen – die vielfältigen Herausforderungen, das einfache Handling und die schicken Fahrzeuge machen den Titel auch so schon zu einem der besten Rennspiele auf der PS2, auf die Umsetzungen für die Xbox und den PC darf man also gespannt sein.


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