Zahlte Telekom überhöhten Preis für Voicestream?

Schwere Anschuldigungen gegen den Vorstand

Das Management der Deutschen Telekom kommt im Zusammenhang mit der umstrittenen Übernahme der US-Mobilfunkfirma Voicestream erneut unter Druck. In einer Strafanzeige gegen das Telekom-Management hat der Mannheimer Wirtschaftsanwalt Wolfgang Philipp weitere, bisher unbekannte Vorwürfe erhoben, berichtet der Spiegel.

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Nach Philipps Ausführungen, die inzwischen auch vom Bundesrechnungshof in Berlin geprüft werden, soll die Telekom einen drastisch überhöhten Preis für Voicestream bezahlt haben. Philipp beruft sich auf ein Gutachten, das die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO für das Amtsgericht Bonn erstellte. Darin testieren die Prüfer am 31. Mai 2001, dass der von der Telekom zu diesem Zeitpunkt noch zu übernehmende 89,5-Prozent-Anteil an Voicestream einen Mindestwert von 8,8 Milliarden Euro hat, so der Spiegel.

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Nach Philipps Berechnungen ergibt sich dadurch ein Gesamtwert des Unternehmens von rund 9,2 Milliarden Euro. Die Telekom hat nach eigenen Angaben jedoch 39,4 Milliarden Euro für Voicestream bezahlt. Selbst der von BDO testierte Mindestwert ist nach Berechnungen des Juristen und früheren Chef-Syndikus der Rütgers-Werke maßlos überzogen, schreibt der Spiegel. Denn laut BDO-Gutachten hatte die Telekom einige Monate vor der Übernahme neu geschaffene Vorzugsaktien von Voicestream gegen eine Einlage von rund 5,6 Milliarden Euro bezogen.

Damit, so Philipp, habe die Telekom überhaupt erst den Wert des Unternehmens geschaffen, das sie später zu einem horrenden Preis kaufte. Wie der Wirtschaftsanwalt in seiner Analyse ausführt, sei auch das Eigenkapital der Telekom durch die Konsolidierung der US-Mobilfunkfirma um mindestens 20 Milliarden Euro aufgebläht. Eine Abwertung, heißt es in der Analyse, sei dringend geboten. Die Telekom hält die Argumentation für falsch, so der Spiegel weiter. Der Erwerb von Vorzugsaktien und der spätere Kauf von Voicestream seien zwei voneinander unabhängige Geschäfte gewesen. Auch der Vorwurf eines zu hohen Eigenkapitals gehe ins Leere. Alles sei streng nach den Vorschriften bilanziert worden.

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