Polizeigewerkschaft besorgt über neuen Digitalfunk TETRA

Meldungen aus England sorgen für Verunsicherung bei der Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat Bedenken gegen die geplante flächendeckende Einführung des TETRA-Digitalfunks für die Polizei geäußert. Vor der Einführung müsste eine eingehende Prüfung möglicher gesundheitsgefährdender Einflüsse dieser Technik auf die Nutzer vorgenommen werden: Anzeichen auf Gesundheitsrisiken hätten sich beim Einsatz in Großbritannien gezeigt.

Artikel veröffentlicht am ,

Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender dazu: "Nach den der GdP von ihrer englischen Partnerorganisation 'Police Federation of England and Wales' zur Verfügung gestellten Informationen wird zunehmend wahrscheinlicher, dass das in England bereits eingeführte - auf dem TETRA-System (TErrestrial Trunked RAdio) basierende - digitale Bündelfunk-System gesundheitliche Risiken beinhaltet. Unserer Sorge um die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, die bereits in einem Pilotprojekt in Aachen mit einem solchen System arbeiten, muss Rechnung getragen werden." Eine sofortige Prüfung möglicher Gesundheitsrisiken sei unerlässlich, so Freiberg. Der Dienstherr müsse seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Beamten umgehend nachkommen.

Ausgelöst wurde die Sorge durch Berichte und Leserbriefe im monatlichen Magazin "Police" der britischen Polizeigewerkschaft "Police Federation of England and Wales". Dort tauchten Ende 2001 kritische Berichte über Funkstrahlung durch die TETRA-Funkgeräte auf, gefolgt von Meldungen von Polizeibeamten in Lancashire und North Yorkshire, die mit den neuen Funkgeräten arbeiten und über Gesundheitsschäden wie etwa Hautausschlag, Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen klagen. TETRA soll - im Gegensatz zum technisch komplett unterschiedlichen Konkurrenten Tetrapol - mit pulsierender Strahlung und mit höherer Sendeleistung als herkömmliche Mobiltelefone arbeiten, und sich ferner in einem ähnlichen Frequenzbereich wie die menschlichen Hirnwellen bewegen.

John R. Harrison, der medizinische Polizei-Berater von Sussex, Leiter der DERA Radiological Protection Services (DRPS) und zudem Medical Director des National Radiological Protection Board (NRPB), zeigte sich in einem Leserbrief an das Police-Magazin an den geschilderten gesundheitlichen Problemen sehr interessiert, warnte jedoch vor übertriebener Aufregung. Die von der nationalen Strahlenschutzorganisation NRPB (National Radiological Protection Board) durchgeführten Studien hätten ergeben, dass die Bestrahlung mit der niedrigstufigen nichtionisierenden Airwave/TETRA-Strahlung bei normaler Nutzung unter den Vorgaben der NPRB liegen würde. Sollte TETRA unsicher sein, würden er und die NRPB nicht zögern, dies auch öffentlich kundzutun.

In Deutschland liefen (Berlin-Brandenburg) oder laufen (Aachen) bereits erste TETRA-Versuche. Noch in diesem Jahr soll der bundesweite Einsatz für Deutschland beschlossen werden, damit dieses bereits vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 bereitsteht. Der besorgte GdP-Bundesvorsitzende Freiberg dazu: "Wir halten die schnellstmögliche Einführung eines digitalen Sprech- und Datenfunksystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für dringend notwendig. Doch die Gesundheit der Polizeibeamten geht dem vor."

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Frank 07. Jul 2004

Hallo, welcher Personenschützer kann mir Erfahrungsberichte zum Thema Digitalfunk...

Quark 22. Aug 2002

Das ist Quatsch! Mindestens das Motorla-TETRA-Netz (DIMETRA IP) ist technisch moderner...

Horst 14. Aug 2002

Offensichtlich gibt es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien zur...

Horst 06. Aug 2002

Ich bin schockiert über derartige Forumsbeiträge, schüren sie doch das Gewaltpotential...



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