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Europäische Kommission startet Umfrage zum "Cybersquatting"

TLD .eu soll von Domainstreitigkeiten freigehalten werden

Die Generaldirektion "Binnenmarkt" der Europäischen Kommission hat kürzlich eine Online-Konsultation gestartet, um die Meinung jener zu erfahren, die bei der Nutzung des Internets auf Schwierigkeiten bei der Domainregistrierung gestoßen sind. Konkret geht es dabei zum einen um Fälle, in denen Domainnamen in gutem Glauben registriert und deren Inhaber daraufhin Drohbriefe erhalten haben, in denen sie der Internetpiraterie ("Cybersquatting") beschuldigt wurden. Zum anderen gehe es um Fälle, in denen Domainnamen auf den eigenen Namen oder die eigene Firma registriert werden sollten, die jeweilige Domain bereits besetzt, aber nicht genutzt wurde und nur gegen Zahlung eines "erpresserisch hohen Geldbetrags" übergeben wurde.

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Die Ergebnisse der Umfrage sollen der Kommission bei den Überlegungen über die ordnungspolitische Regelung für die Europäische Top Level Domain (TLD) ".eu" dienen. Ziel der Befragung ist es, die Kommission bei der Ausarbeitung von Regeln zu unterstützen, die eine spekulative und missbräuchliche Eintragung von Domainnamen unter der künftigen TLD ".eu" verhindern sollen. Diese werden derzeit von der Generaldirektion der Kommission für die Informationsgesellschaft im Einklang mit der ".eu"-Verordnung entwickelt, die im April 2002 vom Europäischen Parlament und dem Rat erlassen wurde.

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Frits Bolkestein, der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar, sagte dazu: "Unser Bestreben ist es, zu verhindern, dass die TLD '.eu' künftig durch 'Internetpiraten' missbraucht wird, ohne dabei diejenigen zu behindern, die das Internet auf legitime Weise nutzen. Diese Konsultation wird uns dabei helfen."

Kommissar Erkki Liikanen, zuständig für Unternehmen und Informationsgesellschaft betonte, dass die künftige TLD ".eu" ein gutes Instrument dafür sein werde, Europa eine stärkere Präsenz im Internet zu geben: "Wir müssen unbedingt dafür sorgen, dass dies möglichst vielen Europäern und in Europa niedergelassenen Unternehmen und Einrichtungen zugute kommt. Unseren Bemühungen, '.eu' zu einem Motor für die Ankurbelung der Internet-Nutzung und des elektronischen Geschäftsverkehrs in Europa zu machen, würde durch einen Missbrauch dieser TLD geschadet."

Laut der Kommission gibt es viele Fälle, in denen verschiedene Parteien den gleichen Domainnamen verwenden wollen, um sich selbst oder ihrem Unternehmen durch das Internet zu größerer Bekanntheit zu verhelfen. In manchen Fällen allerdings lassen Einzelpersonen ohne Bezug zu einem Namen und ohne legitimes Interesse, so genannte "Cybersquatters", Namen für sich registrieren, einzig mit dem Hintergedanken, durch den überteuerten Verkauf an Privatpersonen, Unternehmen oder Einrichtungen, die einen Bezug zu dem betreffenden Namen aufweisen, Gewinn zu machen. Solche Interessenkonflikte haben in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen geführt, und zwar sowohl bei der ersten Einrichtung einer Domäne als auch bei ihrer anschließenden Nutzung.

Die EU-Cybersquatting-Umfrage richtet sich an Regierungen, öffentliche Behörden, Unternehmen jeder Größe und Privatpersonen. "Jeder Beitrag ist willkommen", heißt es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission. Um ein breites Meinungsspektrum zu erhalten und es für jeden möglichst einfach zu machen, sich zu äußern, hat die Kommission den Fragebogen unter europa.eu.int/yourvoice auf ihre Website gestellt. Die Online-Fragebögen können bis zum 31. Oktober 2002 ausgefüllt werden.

Weitere Informationen über die künftige Top-Level-Domain .eu finden sich auf der Website der Kommission.

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Ekkehard Jänicke 02. Aug 2002

Der Autor und die Golem-Redaktion sollten doch wissen, dass eine Domäne etwas anderes als...


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