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Spieletest: Gran Turismo Concept 2002 Tokyo-Geneva

Mit neuen Autos aufwartende neue Version des Rennspiel-Klassikers. Für viele stellt Gran Turismo 3 für die PlayStation 2 sicherlich auch ein Jahr nach Erscheinen des Titels das Nonplusultra in Sachen Rennspiel dar. Der vierte Teil der Serie wird noch einige Zeit auf sich warten lassen, zur Überbrückung bringt Sony nun zunächst Gran Turismo Concept 2002 Tokyo-Geneva – eine in einigen Punkten erweitere, insgesamt aber eher abgespeckte Version von Gran Turismo 3 für die PS2.
/ Thorsten Wiesner
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Das kleine Wörtchen "Concept" im Namen verrät bereits, was die eigentliche Stärke dieses Spieles ist, denn unter den über 100 integrierten Autos befinden sich unzählige faszinierende Designstudien, die in dieser Form nicht auf den Straßen zu bewundern sind. Dabei handelt es sich sowohl um japanische Konzept-Autos als auch um solche, die auf dem Automobil-Salon in Genf gezeigt wurden.

Davon abgesehen überrascht Gran Turismo Concept 2002 Tokyo-Geneva aber eher durch das Weglassen zahlreicher Features im Vergleich zu GT3. Vor allem die Tatsache, dass der eigentliche Karrieremodus nicht mehr vorhanden ist, dürfte die Langzeitmotivation doch deutlich drücken. Dafür ist das Spiel insgesamt aber ein ganzes Stück leichter geworden, was auch daran liegt, dass nun zu Beginn nicht mehr die Fahrschule absolviert, sondern eine Streckenlizenz erworben werden muss. Eben diese erhält man durch das Unterbieten vorgegebener Rundenzeiten, wobei man je nach Bronze-, Silber- oder Gold-Lizenz dann auch einen oder mehrere neue Wagen freischaltet.

Das Freischalten neuer Autos ist dann auch die Hauptaufgabe des Spielers, denn sobald die Lizenzen erworben sind, kann man sich im Einzelrennen an den gerade mal fünf verschiedenen Strecken versuchen. Abgesehen davon, dass sich die Streckenvielfalt somit in engen Grenzen hält, fällt auch noch störend auf, dass Rennspielkenner hier ein Déjà-vu nach dem anderen erleben werden – der Großteil der gebotenen Rennbahnen ist schon aus GT 3 bekannt.

Auch grafisch hat sich im Vergleich zu GT 3 praktisch nichts geändert, was allerdings auch nicht wirklich ein Problem ist – GT 3 gehört schließlich immer noch zu den bestaussehenden Rennspielen überhaupt. An der Soundkulisse wurde ebenfalls kaum etwas geändert, wobei eine Verbesserung der nicht immer ganz überzeugenden Renngeräusche sicherlich nicht geschadet hätte.

Wahre Autofreaks werden eine weitere Reduktion im Gameplay nur ungern hinnehmen: Auch der umfangreiche Tuning-Teil von GT3 wurde mehr oder weniger komplett eingespart, teures Zubehör für die eigenen Karossen kann hier also praktisch nicht erworben werden. Einsteiger werden sich hierüber wahrscheinlich freuen, denn die oftmals vielfältigen Einstellungsvariationen überforderten Anfänger wohl doch in ihrer Komplexität.

Fazit:
Gran Turismo Concept 2002 Tokyo-Geneva ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit: Auf der einen Seite stehen die immer noch fantastische Grafik, die wunderschönen neuen Konzept-Autos sowie die sehr eingängige Steuerung, die auch noch bei praktisch jedem Modell unterschiedlich anspricht. Auf der anderen Seite sind nur magere fünf Strecken vorhanden, und die Einsparung des Karrieremodus sowie das Fehlen der aus GT3 bekannten vielfältigen Tuning-Optionen sorgen auch nicht gerade für eine anhaltende Motivation. Absoluten Fans der Serie kann der Kauf also empfohlen werden, wer die Serie noch nicht kennt, sollte aber lieber direkt zum mittlerweile auch preisgünstig erhältlichen GT3 greifen.


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