Gutachten: Verdacht auf fehlerhafte Telekomrechnungen
Der Experte der Firma Tekit Consult wurde von der Einkaufsgemeinschaft Communitel beauftragt, die dem Ex-Monopolisten Falschabrechnungen im großen Stil vorwirft. Die Telekom weise in ihren Rechnungen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" einen Aufschlag von "deutlich über 20 Prozent" zu ihren Gunsten aus, heißt es in der Expertise, aus der der Spiegel zitiert. Das von Communitel vorgelegte Datenmaterial erscheine repräsentativ, deshalb dürften die Merkwürdigkeiten auch bei weiteren Telekom-Kunden vorkommen. Auffallend sei vor allem "die Häufigkeit technisch unmöglicher Abrechnungsgründe" , etwa zeitgleich anfallende, identische Gespräche über einen dazu gar nicht fähigen Analoganschluss. Sie seien mit "technischen Systemfehlern" allein nicht zu begründen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" , glaubt der Gutachter, entstehen die Fehler "bereits bei der Datenerfassung in den Verbindungsrechnern" .
Noch ist unklar, inwieweit die Telekom zu Schadensersatz verpflichtet ist, wenn sich der Verdacht erhärtet, dass die Rechnungen zahlreicher Kunden über Jahre hinweg falsch waren, so der Spiegel. Bundeskanzleramt und Finanzministerium als Vertreter des größten Anteilseigners Bund würden das Problem kennen, haben bis jetzt aber nicht reagiert, so das Magazin.
Die Telekom dementierte gegenüber dem Spiegel, dass es Probleme bei ihren Abrechnungen gibt. Communitel droht deshalb dem neuen Vizechef Gerd Tenzer, der früher für die Netztechnik zuständig war, mit einer Strafanzeige.