Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Gainward verklagt Actebis

Fällige Rechnungen wurden nicht bezahlt. Die deutsche Niederlassung des asiatischen Grafikkartenherstellers Gainward hat gegen den Distributor Actebis auf Grund nicht beglichener Rechnungen Klage beim Landgericht Arnsberg eingereicht. Wie Gainward mitteilte, handelt es sich um eine Summe von 25.000 Euro für gelieferte Grafikkarten.
/ Christian Klaß
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Laut Gainward schloss man mit Actebis am 15. August 2001 einen Distributionsvertrag. Im April 2002 soll Actebis Gainward mit einem weder kommunizierten noch nachvollziehbaren Zahlungs- und Bestellboykott überrascht haben. Gainward bemängelt, dass neue Produkte nicht gelistet wurden und selbst Kundenbestellungen (so genannte Back Orders) seien bei Gainward nicht mehr nachbestellt worden. Interessierte Händler hätten so "bis zum Sankt Nimmerleinstag" auf ihre Gainward-Produkte warten müssen und sich deshalb über alternative Bezugsquellen versorgen müssen.

Dadurch seien Restbestände im Wert von ca. 85.000 US-Dollar bei Actebis liegen geblieben. Dem Ansinnen des Großhändlers, die über 60 Tage gelagerte Ware zum ursprünglichen Kaufpreis zurückzugeben, wollte Gainward nicht entsprechen; der Fehler sei von Actebis mutwillig herbeigeführt worden. Stattdessen bot man Actebis ein Aktionspaket an, um - so Gainward in einer Pressemitteilung - "den Vertrieb bei Actebis wieder flott zu bekommen" .

Stattdessen habe Actebis zunächst durch seine Rechtsabteilung mitteilen lassen, dass man beabsichtige, die Warenbestände mit Verlust zu verkaufen und das Defizit gegen Forderungen aufzurechnen. Geschäftsführer Urban habe später schriftlich mitgeteilt: "Da Sie auch hauptsächlich mit vielen kleinen Distributoren zusammenarbeiten, haben wir auch keine Chance, Ihre Produkte exklusiv und profitabel zu vermarkten" , zitiert Gainward.

Da Vorschläge zu einer Einigung seitens Actebis nicht aufgegriffen wurden, habe sich Gainward nun entschieden, gegen den Großhändler zu klagen. Gainward hält sich weitere Schadensersatzforderungen wegen Nichterfüllung des noch bis zum 15. August 2003 laufenden Vertrags vor, betont aber, dass man weiterhin an einer konstruktiveren Lösung interessiert sei.

Frau Stephanie Babiel von der Actebis-Rechtsabteilung erklärte, dass ihr die Gainward-Klageschrift noch nicht vorliegen würde. Auf die Frage nach einer Stellungnahme in Bezug auf die von Gainward auch an Actebis versandte Pressemitteilung dementierte sie die Schilderung von Gainward zwar nicht, erklärte aber, dass man über die Klage überrascht sei, da man sich bereits mit Herrn Wolfram Tismer von Gainward geeinigt und die Zahlung der noch ausstehenden Rechnungen angewiesen habe.

Auf Nachfrage zeigte sich Herr Tismer, Germany Managing Director bei Gainward, seinerseits überrascht von dieser Information und erklärte, dass man die Klage sofort zurückziehen werde, sofern das Geld eintreffe. Er zeigte sich enttäuscht, dass Actebis erst auf Druck reagiere; das Gebaren des Distributors bezeichnete er gegenüber Golem.de als äußerst unüblich.


Relevante Themen