Interview: Amazon als Buch und Bühnenstück
Mike Daisey, seine One-Mann-Show und eine Hassliebe auf Jeff Bezos
Kein anderes E-Commerce-Unternehmen wird im Netz so geliebt und verehrt wie Amazon.com - mindestens weltgrößter Buchhändler. Das empfand Mike Daisey, Mitarbeiter erst im Kundendienst und dann in der Geschäftsentwicklung in der Zentrale in Seattle, ganz genauso. Doch aus der Liebe wurde irgendwann Enttäuschung, und da Daisey eigentlich Schauspieler und Bühnenautor ist, machte er aus dem Drama eine unterhaltsame Ein-Mann-Show. "21 Dog Years" - "21 Hundejahre" für Daiseys Zeit bei Amazon - läuft derzeit erfolgreich am Off-Broadway in New York. Inzwischen hat Daisey sogar ein Buch bei einem großen US-Verlag aus der Show gemacht und wird zu "David Lettermann" eingeladen. Golem.de unterhielt sich mit dem Mann, der von Jeff Bezos wie von einer Ex-Freundin spricht - und von Amazon so gar nichts mehr wissen will.

21 Dog Years
Golem.de: Herr Daisey, wie genau kam es dazu, dass Sie ausgerechnet ein Stück über Amazon.com geschrieben haben, aus dem dann schließlich ein Buch wurde?
- Interview: Amazon als Buch und Bühnenstück
- Interview: Amazon als Buch und Bühnenstück
- Interview: Amazon als Buch und Bühnenstück
Mike Daisey: "21 Dog Years" ist die dritte Show über mein Leben, bei der ich die Geschichte auf der Bühne ohne ein Skript aufführe. Das Ding hat vor allem deshalb so viel Interesse geweckt, weil ich humorvoll meine Arbeitserfahrungen [bei Amazon, Anm. d. Red.] auseinandernehme. Für die ganze Aufmerksamkeit bin ich sehr dankbar. Aber insgesamt ist es nur ein Teil meiner Geschichte, die ich schon eine ganze Zeit lang zu erzählen versuche.
Golem.de: Sind die Dot-Com-Zeiten denn schon so weit weg, dass man über sie bereits Opern bräuchte?
Daisey: Das Stück stellt die Memoiren meines Ausfluges in der Arbeitswelt dar, den Humor und die komischen Dinge, die mir auf dieser Reise begegnet sind. Das ist weniger eine Oper über die Dot-Com-Zeit, das würde ja dann eher einem traurigen Nachhängen gleichkommen. Sentimentalitäten sind einfach ein schlechter Ersatz für eine gute Geschichtsschreibung.
Golem.de: Ist Amazon interessant genug, um darüber ein Stück zu schreiben?
Daisey: Die Firma selbst nicht - aber die Erfahrung, wenn Leute [dort] arbeiten, immer.
Golem.de: Wie erfolgreich ist Ihr Stück? Leben Sie nicht auch davon, dass die Leute ihre Dot-Com-Vergangenheit idealisieren?
Daisey: Nein. Mein Job ist es, Geschichten zu erzählen, nicht die Brotkrumen einzusammeln, die die Leute hinterlassen. Das habe ich eher getan, als ich noch bei Amazon war. Wenn die Leute die Dot-Com-Welt idealisieren, sollten sie mein Stück übrigens nicht sehen. Die werden dann keinesfalls mit mir übereinstimmen.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Interview: Amazon als Buch und Bühnenstück |






Konstruktive Kritik? Welche Kritik soll das hier bitte sein? Ich sage nicht, dass golem...
Wenn du sagst das es auch ein Notiz getan hätte, darfst du nicht vergessen, dass ein...
Du fandest das Interview interessant? Ich fand es langweilig und nichtssagend, da muss...
Kennst du den Unterschied zwischen konstruktiver Kritik und drei Kubikmetern heisser...