Spieletest: V-Rally 3 - Rennspielveteran noch schöner
Neuer Titel der Reihe erscheint auf PS2 und Game Boy Advance. Neben der Colin-Mc-Rae-Serie ist es vor allem der V-Rally-Reihe gelungen, zahlreiche Rennspielfreunde zu begeistern. Seit kurzem ist nun der dritte Teil für die PlayStation 2 erhältlich und zeigt sich vor allem grafisch wieder von der besten Seite.
Dabei sehen nicht nur die Fahrzeuge an sich fantastisch aus, auch bei der Modellierung der Strecken und der Umgebung gab man sich offensichtlich größte Mühe. Die afrikanischen Wüstenstrecken erstrahlen ebenso schön wie verschneite und vereiste schwedische Straßen. Beim Design der Fahrzeuge fällt zudem das sehr realistische Schadensmodell auf, egal ob kleine Dellen im Blech oder geplatzte Reifen, selten wirkte der Zustand des Vehikels so wirklichkeitsgetreu wie hier.
Schöne Effekte wie aufgewirbelten Sand und Kiesel sowie Blendeffekte von Sonnenstrahlen gibt es ebenfalls, das Auto verändert zudem durch eine immer stärker werdende Schmutzschicht im Rennverlauf immer weiter sein Aussehen. Apropos Auto: Auch wenn Infogrames nicht über die offizielle Rally-Lizenz verfügt, darf man hier mit den bekannten Rennboliden von Peugeot, Ford oder Subaru über die Pisten hetzen.
Bei den Spielmodi an sich hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel getan. Neben dem üblichen Zeitfahren, dem schnellen Rennen und dem Multiplayer-Spiel ist es vor allem der V-Rally-Modus, der für lang anhaltende Motivation sorgt. In diesem beginnt man zunächst als vertragloser Amateur, muss potenzielle Arbeitgeber dann durch erfolgreiche Testfahrten vom eigenen Können überzeugen und im Spielverlauf dann durch Geschick und Können das eigene Ansehen sowie das eigene Gehalt Schritt für Schritt aufbessern.
Beim Fahrverhalten ist V-Rally 3 etwas simulationsbetonter als die Vorgänger, was auch für einen deutlich höheren Schwierigkeitsgrad sorgt – die Wagen lassen sich nicht mehr ganz so problemlos mit kaum reduzierter Geschwindigkeit durch die Kurven bringen und brechen weitaus schneller aus. Im Vergleich zu ColinMcRae bleibt V-Rally aber die Arcade-Simulation; echte Simulations-Puristen werden hier immer noch einiges in puncto Fahrgefühl auszusetzen haben. Einsteiger finden so aber einen weitaus schnelleren Zugang.
Neben der Version für die PS2 ist V-Rally 3 ab sofort auch für den Game Boy Advance erhältlich und setzt auch auf Nintendos Handheld-Konsole grafische Maßstäbe: Bisher sah kein Rennspiel auf dem Game Boy Advance so gut aus. Auch in puncto Handling und Fahrgefühl gehört der Titel zu den sicherlich besten Handheld-Spielen. Einzig beim Streckenumfang hätte es ein bisschen mehr sein dürfen, so hat man doch relativ bald alles gesehen.
Fazit: V-Rally 3 setzt grafisch auf der PS2 einmal mehr Maßstäbe und hat den strategischen Vorteil, einige Wochen vor dem bereits sehnlichst erwarteten Colin McRae 3 zu erscheinen. Ob man auf letztgenannten Titel wartet oder lieber hier zugreift, sollte vor allem von den eigenen Präferenzen abhängen: Wer Simulationsfreak ist, wartet, wer Arcade-Racing in fantastischer Optik mag, greift hier zu.