Spieletest: Grand Prix 4 - Gewohnt grandiose Raserei
Vierter Teil der legendären Formel-1-Simulation seit kurzem erhältlich. Seit Jahren versuchen zahlreiche Spieleentwickler mit ihren Formel-1-Spielen am Thron von Altmeister Geoff Crammond zu rütteln. Bisher ist es aber praktisch niemandem gelungen, die Grand-Prix-Reihe ernsthaft zu bedrängen. Auch mit Grand Prix 4 wird sich das wohl kaum ändern.
Dabei halten sich die Veränderungen - wie eigentlich immer - wieder in Grenzen. Weiterhin darf man zwischen einem Training, einem einzelnen Rennen und einer ganzen Meisterschaftssaison wählen. Neu hinzugekommen ist die so genannte "schnelle Runde", in der man sein Fahrverhalten auf einzelnen Strecken optimieren und so eigene Rundenrekorde brechen kann.
Da Grand Prix 4 kein Rennspiel für zwischendurch ist, sondern schon gehobene Simulationsansprüche stellt, werden Fahranfänger zunächst gerne auf die mal wieder zahlreich vorhandenen Fahrhilfen zurückgreifen. Vom Anzeigen der Ideallinie bis zum automatischen Bremsen und zur Unzerstörbarkeit des eigenen Autos lässt sich jede Funktion einzeln per Tastendruck ein- und ausschalten. Für die sehr gut reagierende Steuerung empfiehlt sich zum wirklichen Auskosten des tollen Fahrgefühles natürlich ein Lenkrad; aber auch Tastatur-Piloten dürften am realistischen Fahrverhalten Gefallen finden.
Grand-Prix-Fans sind es gewohnt, auf die Original-Daten der Formel-1-Saison zurückgreifen zu können, sich dabei allerdings mit einer schon überholten Saison begnügen zu müssen. Auch bei Grand Prix 4 ist das leider nicht anders, diesmal stimmen Namen und Rennställe mit den Original-Informationen der Saison 2001 überein.
Trotz des herausragenden Fahrgefühles, das einen jede Unebenheit in der Strecke spüren lässt, sind Unterschiede zwischen den einzelnen Rennställen leider wieder nicht auszumachen. Zwar wurden die verschiedenen Designs der Rennwagen detailverliebt und originalgetreu abgebildet, auf der Strecke selber macht es aber kaum einen Unterschied, für welchen Rennstall man sich entschieden hat. Dafür ist das Setup einmal mehr ein Paradies für jeden akribischen Spieler - egal ob Reifendruck oder Bodenabstand, es gibt praktisch kein Element, das sich nicht verstellen ließe.
Auch die Intelligenz der Computergegner ist einmal mehr sehr gut, wenn auch vielleicht manchmal ein wenig zu bieder - aggressives Verhalten ist eher selten, striktes Abfahren der Ideallinie eher die Regel.
Optisch macht sich die neue Grafik-Engine deutlich bemerkbar: Nicht nur die Fahrzeuge an sich, sondern auch die Strecken und das Drumherum sehen ausgezeichnet aus. Die zahlreichen Kameraansichten wird man daher zu Beginn bestimmt des Öfteren anwählen - dank der zahlreichen originalgetreuen Details macht hier das Zuschauen alleine schon Spaß. Natürlich muss für eine derartige optische Pracht aber auch die nötige Hardware vorhanden sein: Zumindest eine GeForce3 oder eine gleichwertige Karte sollte man besitzen, ansonsten macht das Rennen nur halb so viel Spaß.
Fazit: Der neue Champion heißt Grand Prix 4, wie schon der alte Grand Prix 3 hieß. Das Programm lässt kaum Wünsche offen, präsentiert sich in puncto Präsentation deutlich verschönert und bietet neben allen erdenklichen Einstellungsoptionen vor allem ein hervorragendes Fahrgefühl. Einziges großes Manko: Dank Lizenz-Problemen ist ein MultiPlayer-Modus über das Internet nicht verfügbar. Nur über ein LAN können bis zu acht Mitspieler gegeneinander antreten.