Spieletest: Simpsons Road Rage - Taxi fahren mit Bart und Co
Comic-Rennspiel jetzt auch für den GameCube erhältlich. Die Simpsons gehören zu den populärsten TV-Serien aller Zeiten, insofern ist es fast schon erstaunlich, wie wenig Videospiele es mit den gelben Charakteren gibt. Mit Simpsons Road Rage veröffentlicht Electronic Arts nach der schon vor einiger Zeit erschienenen PS2-Version auch für den GameCube das erste Spiel mit Bart Simpson und Freunden.
Wer jemals Crazy Taxi gespielt hat, wird sich dabei schon nach den ersten Spielsekunden darüber wundern, wie offensichtlich dessen Spielkonzept hier übernommen wurde. Auch in Simpsons Road Rage geht es hauptsächlich darum, Fahrgäste einzusammeln und diese innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits zu ihrem gewünschten Bestimmungsort zu fahren. Natürlich fährt man hier nicht irgendwen spazieren - Lisa will etwa in die Schule, Moe zu seiner Taverne oder Homer zum Arbeitsplatz im Kernkraftwerk.
Ebenso sind auch die Taxifahrer allesamt alte Bekannte und sind mit oft außergewöhnlichen Fahrzeugen unterwegs. Wählt man Homer als Charakter, darf man mit dessen rosafarbenem baufälligem Schlitten herumkurven; Otto hingegen fährt die Leute im Schulbus herum. Aber auch Traktoren oder Elektrofahrzeuge gehören zum Fuhrpark.
Neben der Möglichkeit, durch den Fahrgasttransport Punkte zu sammeln, wartet auf den Spieler auch noch ein Missionsmodus, in dem kleinere, meist nicht sonderlich spektakuläre Aufgaben zu erfüllen sind. So muss man etwa innerhalb einer Minute möglichst viele Briefkästen in Springfield umfahren oder aber Homer trotz dichten Verkehrs noch rechtzeitig zur Arbeit bringen.
Natürlich achtet man dabei weniger auf die gültigen Verkehrsregeln, sondern fährt zahlreiche Bäume und Straßenschilder um, sorgt für witzige Massenkarambolagen und betätigt sich beinahe regelmäßig als Geisterfahrer. Schade nur, dass das Ganze nicht so gut aussieht, wie man es von einem Gamecube-Spiel erwarten könnte. Die Unterschiede zur ebenfalls schon optisch nicht berauschenden PS2-Version sind kaum wahrnehmbar, die Charaktere sind viel zu kantig, die Stadt wirkt zudem nicht besonders liebevoll und lebendig gestaltet. Ebenfalls unangenehm fallen die extrem langen Ladezeiten auf, die auch während des Spielens nicht kürzer werden.
Amüsant ist dafür der Mehrspielermodus: Wenn man sich zu zweit um einen Fahrgast streitet und durch Rammen des gegnerischen Fahrzeuges versuchen muss, dem Mitspieler die Kunden abzuluchsen, sorgt das schon für durchaus amüsante Spielerlebnisse. Die Kommentare der Charaktere (die von den englischen Synchron-Stimmen eingesprochen wurden) sind dabei ebenfalls oft für einen Lacher gut.
Abgesehen von der hier getesteten GameCube-Variante und der bereits seit längerem erhältlichen PS2-Version ist Simpsons Road Rage auch für die Xbox verfügbar. Im nächsten Jahr soll das Spiel zudem auch für den Game Boy Advance erscheinen.
Fazit: Simpsons Road Rage enttäuscht vor allem auf technischer Ebene, da das Spiel insbesondere in puncto Grafik die Möglichkeiten des GameCubes nicht nutzt. Das Gameplay an sich ist nett, ähnelt aber zu offensichtlich Crazy Taxi und bietet so abgesehen von den Simpsons-Charakteren kaum einen zugkräftigen Kaufgrund. Wer nicht absoluter Simpsons-Fan ist, braucht dieses Spiel nicht wirklich.