Liberty Alliance legt Spezifikation 1.0 vor

Offene und heterogene Systemlandschaft soll Anwenderdaten verwalten

Die von Sun Microsystems initiierte Liberty Alliance hat jetzt die Version 1.0 ihrer Spezifikation für eine offene, verteilte Netzwerkidentifikation vorgelegt. Das vor einem knappen Jahr als Gegenstück zu Microsoft Passport ins Leben gerufene Projekt will mit Liberty Version 1.0 ein interoperables System schaffen, das es Nutzern erlaubt, mit einem Konto Zugang zu den Diensten mehrerer Anbieter zu erlangen.

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Im Gegensatz zu Microsofts gescheitertem Passport-Ansatz setzt die Liberty Alliance Version 1.0 auf ein offenes verteiltes System. Der Nutzer entscheidet, welche Anbieter seine Daten verwalten soll und ist nicht auf eine zentrale Instanz festgelegt. So werden die Identifikations- und Autorisierungsdaten in einer heterogenen Systemlandschaft erfasst, die dann für mehrere Dienste und Anbieter innerhalb so genannter "Circles of Trust", also innerhalb eines Verbundes von Unternehmen, die sich vertrauen, genutzt werden können.

"Bereits weniger als ein Jahr nach Gründung des Projektes 'Liberty Alliance' bieten wir eine sichere und technologisch ausgereifte Identifizierungslösung an, die viele Autorisierungsprodukte und Netzwerkgeräte unterstützt", so Eric Dean, Vorstandsvorsitzender der Liberty Alliance und Chief Information Officer von United Airlines.

Der Austausch persönlicher Daten ist in der Liberty Version 1.0 nicht vorgesehen. Stattdessen setzt man auf ein Format zum Austausch von Authentifizierungsinformationen zwischen den Unternehmen, so dass die Identität des Anwenders sicher bleiben und Details über die Identität eines Kunden nicht ausgetauscht werden sollen. Nutzer sollen zudem mit einem einfachen Klick ihre Konten wechseln oder sich global aus allen Konten ausloggen können. Wenn der Anwender sich auf der Seite ausloggt, über die er sich ursprünglich eingeloggt hat, ist er automatisch auf allen verbundenen Websites ausgeloggt.

Neben der Vorstellung der 1.0-Spezifikation kündigte die Liberty Alliance zudem die Entwicklung der nächsten Generation ihrer Spezifikation an. Dann sollen Unternehmen auch einzelne Nutzerinformationen untereinander austauschen können, sofern der Anwender dies im Einzelnen gestattet.

Die Spezifikationen der Liberty Alliance sind offen und demnach auch für die Öffentlichkeit zugänglich, ebenso weitere technische Informationen und Hilfestellung zu deren Implementierung. Jede kommerzielle oder auch nicht-kommerzielle Organisation kann sie herunterladen und ohne Lizenzkosten implementieren.

Die ersten Produkte sollen bereits ab Ende 2002 erhältlich sein. Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative zählen unter anderem American Express, AOL Time Warner, Citigroup, France Telecom, General Motors, Hewlett-Packard, MasterCard, Nokia, NTT DoCoMo, Openwave, RSA Security, Sony, Sun Microsystems, United Airlines und Vodafone. Mittlerweile haben sich über 60 Unternehmen angeschlossen.

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