SAP korrigiert Umsatzerwartung nach unten - Kurs bricht ein

Amerika und Asien vermiesen das Geschäft

Die SAP AG hat nach einer ersten Ergebnisschätzung im 2. Quartal 2002 einen Umsatz von etwa 1,778 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einer Abschwächung von etwa 4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der Software-Umsatz gab nach einer ersten Analyse gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 Prozent auf rund 496 Millionen Euro nach. Das operative Ergebnis für das 2. Quartal (ohne Berücksichtigung der anteiligen Kosten für aktienbezogene Vergütungsprogramme sowie akquisitionsbedingter Aufwendungen) verringerte sich um 23 Prozent auf voraussichtlich 326 Millionen Euro.

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In Einklang mit den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften US-GAAP wird das Finanzergebnis der SAP im 2. Quartal durch Wertminderungen bei Minderheitsbeteiligungen, insbesondere der rund 20-prozentigen Beteiligung an Commerce One, belastet. Diese Wertminderungen in Höhe von voraussichtlich ca. 414 Millionen Euro sind nicht wiederkehrend und nicht zahlungswirksam. Hierin sind Wertminderungen der rund 20-prozentigen Beteiligung an Commerce One in Höhe von voraussichtlich insgesamt 318 Millionen Euro enthalten. Einschließlich der Wertminderungen, die steuerlich nicht abzugsfähig sind, wird die SAP AG im 2. Quartal einen Konzernverlust von voraussichtlich 235 Millionen Euro ausweisen.

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In der Region Amerika verzeichnete die SAP im 2. Quartal einen Umsatzrückgang von 12 Prozent auf 593 Millionen Euro, die Umsätze in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) erhöhten sich um 1 Prozent auf rund 976 Millionen Euro. In der Region Asien/Pazifik gab der Umsatz um 5 Prozent auf 209 Millionen Euro nach.

"Das Marktumfeld blieb auch im 2. Quartal für die gesamte Branche wie auch für die SAP schwierig. Trotz eines hohen Engagements unserer Vertriebsorganisation wurden einige Verträge nicht unterzeichnet. Dies gilt insbesondere für Europa und Japan", sagte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. "Unsere Kunden und Interessenten investieren unverändert vorsichtig in Software. Investitionen erfolgen eher schrittweise. Dieses Kaufverhalten sehen wir nun als beständiges Merkmal unseres Marktes an. Daher richten wir unsere gesamte Organisation noch stärker auf dieses Kaufverhalten aus", so Henning Kagermann weiter.

Basierend auf den vorläufigen Ergebnissen für das 2. Quartal passt die SAP ihre Prognose für das Gesamtjahr auf einen Umsatzzuwachs von 5 bis 10 Prozent an. Unter Annahme eines leicht positiveren Marktumfeldes ermöglicht die Auftrags-Pipeline einen Umsatzanstieg von 10 Prozent für das Gesamtjahr. Bei unveränderten Marktbedingungen lasse das derzeitige Kundenverhalten einen Zuwachs von etwa 5 Prozent erwarten. Die Prognose zur operativen Marge für das Gesamtjahr (ohne Berücksichtigung der anteiligen Kosten für aktienbezogene Vergütungsprogramme sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen) bleibe unverändert. Demnach soll die entsprechende Marge um mindestens 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahresniveau von 20 Prozent liegen.

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Infolge der Beteiligung an Commerce One hat die SAP in den zurückliegenden Quartalen einen Teil des Ergebnisses von Commerce One im Finanzergebnis berücksichtigt. Auf Grund der angekündigten Wertminderung ist das Risiko künftiger Verluste aus der "Commerce One"-Beteiligung auf den verbleibenden Beteiligungsbuchwert von ca. 22 Millionen Euro beschränkt.

Der Kurs der SAP-Aktie setzte auf Grund der schlechten Nachrichten nach einer kurzen Aussetzung vom Handel zum Sturzflug an und verzeichnete zuletzt Verluste von knapp 14 Prozent, nachdem kurzfristig gar 20 Prozent Minus eingefahren wurden.

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