Spieletest: Hotel Gigant - Traumurlaub einmal anders
JoWooD veröffentlicht neue Wirtschaftssimulation. Der "Industrie Gigant" machte den Anfang, der "Verkehrs Gigant" folgte, und mittlerweile präsentiert JoWooD mit dem "Hotel Giganten" bereits die nächste Wirtschaftssimulation mit dem Großes versprechenden Titel im Namen. Leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen wie die Spielidee an sich.
Eigentlich verspricht der Hotel Gigant durchaus Spaß: Aus einem Angebot von 19 verschiedenen Haustypen wählt man sich ein Traumhotel aus, möbliert dieses und gestaltet es so hübsch wie möglich. Dabei beginnt man zunächst mit einer kleinen und übersichtlichen Pension, später sind dann auch immer größere Ressorts im Angebot.
Bevor die ersten Gäste kommen, müssen zunächst die Zimmer ausgestattet werden, wofür eine Reihe unterschiedlicher Objekte zur Verfügung stehen, die vom Spieler mehr oder weniger nach eigenem Gutdünken platziert werden können. So kann man nicht nur über das Design des Teppichs und der Lampen entscheiden, sondern auch das Hotel um eine Spielhalle oder ein Hallenbad erweitern.
Um zu erfahren, inwieweit das derzeitige Angebot den Wünschen der Gäste entspricht, reicht zumeist ein kleiner Klick auf einen der Anwesenden. In der Beschwerde-Liste lässt sich dann ablesen, was der Person zu ihrem Glück noch fehlt. Hat man allerdings erst einmal die Ausstattung des Hotels komplettiert, bleiben nur recht wenige Herausforderungen - der Wirtschaftsteil der Simulation ist recht mager ausgefallen und bietet nur wenige Handlungsoptionen, wie etwa das Ausarbeiten einer Werbekampagne.
Dafür ist es zumindest für eine begrenzte Zeit durchaus amüsant, dem Treiben der Hotelgäste und der Bediensteten zuzusehen, zumal eine Verfolger-Kamera existiert, mittels derer man bestimmte Personen per Mausklick ständig im Blick hat. Die Ansichten des Hotels sind dabei recht detailliert, wenn auch - gerade in farblicher Hinsicht - nicht immer wirklich schön.
Negativ fallen beim Hotel Giganten zudem viele kleine, etwas lieblos wirkende Details auf. So ist etwa die Ausbildungskampagne, die man zunächst zum Erlernen der grundsätzlichen Bedienelemente anwählen sollte, auf Grund ihrer ewig langen Textwüsten und der Nüchternheit der Aufgaben kaum in der Lage, besondere Motivation für das Spiel zu wecken.
Fazit: Wenn auch das Ausstatten der Zimmer und die hübschen Verfolger-Prespektiven im Hotel zunächst für Unterhaltung gut sind, lässt der Spielspaß auf Grund mangelnder Handlungsoptionen und viel zu seltener überraschend eintretender Ereignisse sehr schnell nach. Dauerhafte Motivation sucht man hier leider vergeblich. In Anbetracht der durchaus vielversprechenden Thematik stellt der Hotel Gigant insofern eine Enttäuschung dar.