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HAZ stellt Online-Zeitungsangebot auf Abodienst um

Internet-Service nur noch für Abonnenten

Die Verlagsgesellschaft Madsack, die in Niedersachsen acht Tageszeitungen und 25 Anzeigenblätter verlegt, hat angekündigt, ihr bislang kostenloses Online-Angebot deutlich zu reduzieren und auf bezahlte Abos umzuschwenken.

Artikel veröffentlicht am ,

Nach Angaben des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Dr. Friedhelm Haak, könne man das wirtschaftliche Ergebnis des bisherigen Angebots mit den nüchternen Worten "außer Spesen nichts gewesen" umschreiben. Zwar seien die Verluste für Madsack relativ gering gewesen, doch es sei Lehrgeld bezahlt worden, schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).

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Die Verlagsgesellschaft, die unter anderem die HAZ verlegt, wolle deshalb auf von Abonnenten zu bezahlende Online-Angebote umsteigen. Um den Jahreswechsel 2002/03 herum wolle man es zahlenden Kunden ermöglichen, die Zeitung vom nächsten Tag schon abends online zu lesen, verspricht Haak.

Zudem kündigte Madsack an, mit der Software e-Viva, die man zusammen mit Lufthansa Systems entwickelt habe, künftig Anzeigenkunden die Möglichkeit zu geben, ihre Annoncen automatisch dem Verlagscomputer unterzuschieben. Die Anzeige müsse vor dem Druck nicht mehr bearbeitet werden, hieß es. Die über das System eingegebenen Anzeigen könnten über eine Kennziffer mit dem Online-Angebot verbunden werden, so dass der Leser online und unter Angabe dieser Nummer, beispielsweise ein Bild passend zur Druckanzeige abrufen könne. Wer kein Abokunde des Verlags sei, würde bei den Online-Anzeigen künftig die Telefonnummer nicht mehr lesen können, sondern müsse sich elektronisch die komplette Zeitung kaufen, hieß es seitens des Verlags.

Zuletzt hatte das Nachrichtenmagazin Spiegel die Nutzung seines Archivs kostenpflichtig gemacht, zumindest für Artikel, die älter als drei Monate sind. Spiegel-Titel und einzelne Exklusiv-Beiträge sind nun generell kostenpflichtig, ein Titelkomplex kostet 85 Cent, ein einzelner Beitrag 40 Cent.

Nach einer eMind@emnid-Umfrage im Auftrag der Fachzeitschrift Absatzwirtschaft, liegt die künftige Zahlungsbereitschaft für Online-Tageszeitungen gegenüber Erotikangeboten oder Suchmaschinen im Web im direkten Paarvergleich jeweils klar vorn. 67 Prozent der befragten Online-Nutzer gaben an, eher für die Tageszeitung im Internet als für Erotikangebote zahlen zu wollen. Mit 51 Prozent ist nur jeder Zweite bereit, für die elektronische Suche im Internet zu zahlen. Nach der Studie wird beim Pay for Content von den deutschen Online-Nutzern die monatliche Pauschale bei unbegrenzter Nutzung des Angebots als Bezahlmodus klar favorisiert. Die Option, lediglich Teile des Angebots zu abonnieren, wird dagegen mehrheitlich ebenso abgelehnt wie der Micropayment-Ansatz, bei dem pro betrachteter Seite ein bestimmter Geldbetrag anfällt.



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