D21: Bürgerbeteiligung im Internet muss Standard werden
Über 87 Prozent der Bürger wollen E-Government
Nach Ansicht der Initiative D21 müssen die Beteiligungsmöglichkeiten für Wirtschaft und Bürger auf den Internet-Seiten der Verwaltungen verstärkt werden. Zahlreiche Behörden haben in den letzten drei Jahren Fortschritte in der Darstellung und Erledigung von Verwaltungsvorgängen erreicht. Nun müsse es das Ziel sein, mehr Bürger zu erreichen. Voraussetzungen hierfür sei, dass Verwaltungsvorgänge im Internet vollständig erledigt werden können, alle Bürger Internet-Zugang haben und sich das Internet zum Bürgerforum weiterentwickelt, so die Initative D21.
"Entscheidungen müssen im Netz vorbereitet werden. Nur so bringen wir die Bürger ins Internet", sagte Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative D21 und IBM-Chef Deutschland auf dem D21-Jahreskongress in Leipzig. Zur Umsetzung fordert die Initiative D21, die von der Bundesregierung begonnenen Strategien zur Einführung der elektronischen Signatur, "Internet für alle" und Online-Wahlen fortzusetzen und zu beschleunigen.
Zur Schaffung einer modernen Verwaltung seien unter anderem Standards für E-Government und flächendeckende Anwendung der elektronischen Signatur für medienbruchfreie Transaktionen notwendig, so die Initiative. Deutschland habe optimale Rahmenbedingungen für die elektronische Unterschrift geschaffen, laufe jetzt aber Gefahr, diesen Standortvorteil zu verspielen. Für Bund online 2005 und für jedes andere E-Government-Projekt in Deutschland müsse gelten, dass vorwiegend elektronische Signaturen Verwendung finden.
Einer Befragung von EMNID und der Initiative D21 zufolge sind 72 Prozent der Bevölkerung zufrieden oder sehr zufrieden mit den Informationsangeboten ihrer Stadt, aber nur 24 Prozent sehen ausreichend interaktive Angebote. 87 Prozent der Befragten halten virtuelle Rathäuser von Städten und Gemeinden für attraktiv bis sehr attraktiv. Als Bedenken wurden Datenschutz und Datensicherheit genannt. Bis Mai 2002 gab es 26,7 Millionen deutsche Internet-Nutzer über 14 Jahren. Das sind rund drei Millionen mehr als im vergangenen Jahr und 13,7 Millionen mehr als 1999. Jedoch planten immer weniger Menschen den Einstieg ins Internet.
Für E-Government-Angebote müssen nach Ansicht von D21 Marketing-Konzepte integraler Bestandteil werden, die auch traditionelle Medien wie Hotlines und Print-Medien einbeziehen. Um das Ziel "Internet für alle" zu erreichen, fordert die Initiative D21 neue und hochwertige Internetinhalte im Bereich Gesundheitswesen, Weiterbildung und Arbeitsvermittlung. "Online-Coaching wird das Instrument der Zukunft sein", meinte Erwin Staudt.
Die Initiative D21 ist ein gemeinnütziger, branchenübergreifender Verein von rund 300 Unternehmen mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen und die Chancen für Wachstum und Beschäftigung zu nutzen.
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