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GNU-Gründer Richard Stallman im Interview

Golem.de: Ich denke, einer der wichtigsten Bausteine, um die Freiheit freier Software zu schützen, ist die GNU General Public License. Nun war von Tim O'Reilly, der lange Zeit eher für BSD-artige Lizenzen eingetreten ist, zu lesen, er sehe heute die Notwendigkeit der GPL.

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Stallman: Interessant zu hören, dass jemand wie Tim O'Reilly langsam anfängt zu verstehen.

Ich muss dazu sagen, dass man ein Programm als freie Software unter einer weniger restriktiven Lizenz veröffentlichen kann. Und damit macht man nichts Falsches, es ist nur nicht so gut wie es sein könnte, aber was man damit tut, ist nichtsdestotrotz gut. Also wenn Leute freie Software entwickeln und diese unter einer der BSD-Lizenzen veröffentlichen - und sagen sie nicht die BSD-Lizenz, sondern BSD-Lizenzen, denn es gibt mehr als eine und die Unterschiede sind wichtig - aber wenn Leute das machen, dann haben sie etwas Gutes getan, es ist nur nicht so gut wie es hätte sein können. Es gibt verschiedene Grade von gut und schlecht und es ist gut, in der Lage zu sein, zwischen diesen zu unterscheiden.

Golem.de: Denken Sie, dass die Open-Source-Initiative irgendeine positive Auswirkung auf die Entwicklung freier Software hatte?

Stallman: Es hatte einige positive Effekte. Sie haben einige Unternehmen überzeugt, große Stücke freier Software zu entwickeln oder Teile als freie Software zu veröffentlichen, entweder so oder so, und diese sind wichtig. Mozilla ist wichtig. OpenOffice ist wichtig.

Auf der anderen Seite, da sie nicht über die Verteidigung der Freiheit reden - und mitunter absichtlich ablehnen, die Sache aus dieser Richtung zu sehen - zeigen Sie den Menschen keinen Grund dafür zu kämpfen, die Gemeinschaft am Leben zu erhalten.

Ihr Ansatz ist, zu einem Unternehmen zu gehen und zu sagen: "Würden Sie bitte erlauben diese Dinge mit dieser Software zu tun" und sie sagen, es wäre profitabel. Wenn das Unternehmen nun sagt, das ist in Ordnung, sagen sie: "Oh, gut das ist nett", und wenn nicht: "Na gut, wir nutzen es trotzdem, es ist nur nicht so gut." Aber sie sagen nicht, dass es eine ethische Frage ist, ob eine Software frei sein sollte, dass ein nicht-freies Programm in jeder Art und Weise ethisch schlecht ist. Sie nennen es eine suboptimale Lösung. Für uns hingegen ist nicht-freie Software das Problem, wohingegen freie Software die Lösung ist.

Ideen können Menschen motivieren, freie Software zu entwickeln, aber ich sehe nicht, wie diese Ideen Menschen motivieren können, um hart gegen mutwillige Störungen in der Entwicklung freier Software zu kämpfen.

Golem.de: Gehen wir einen Schritt weiter, von freier Software zu freien Inhalten.

Stallman: Ja, aber sagen sie nicht Inhalte, das klingt als wäre die Arbeit, die Menschen verrichten, nur dazu da, um irgendwelche Kästen zu füllen. Und das ist nicht, wie man dabei fühlt, also warum sollte man es so nennen.

Golem.de: Also kommen wir zu Arbeiten - Arbeiten in den Enzyklopädien GNUPedia, Nupedia oder jetzt auch Wikipedia: Ich hatte den Eindruck, GNUPedia hatte einen langsamen Start, mittlerweile gibt es aber bereits einige Tausend Artikel, vor allem in Wikipedia.

Stallman: Ja, ich dachte, es würde Jahre dauern, um soweit zu kommen.

Golem.de: Ist es schwieriger, Menschen davon zu überzeugen, freie Arbeiten für diese Enzyklopädieprojekte zur Verfügung zu stellen, statt davon freie Software zu entwickeln?

Stallman: Ich versuche nicht, Menschen zu überzeugen, an diesen Projekten mitzuarbeiten, die Projekte arbeiten für sich. Überzeugen tun andere und ich weiß nicht, wie hart sie arbeiten oder wie schwer es ist. Aber sie sind letztendlich erfolgreich genug. Es ist wirklich nicht wichtig, wie viele Menschen sich nicht beteiligen, solange genug mitmachen. Vielleicht eine Million Menschen haben es sich angesehen und nichts dazu beigetragen. Der Punkt ist, Tausende haben das getan.

 GNU-Gründer Richard Stallman im InterviewGNU-Gründer Richard Stallman im Interview 

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Felix Kaiser 07. Jul 2002

Also mir fällt immer wieder auf, dass die Qualität der Übersetzungen aus dem Englischen...

Christoph Moder 06. Jul 2002

Ganz im Gegenteil! Das ist es doch, was der IT-Szene fehlt: Leute, die nicht nur...

Geckotöter 05. Jul 2002

"Ein Teil des Ganzen war, dass ich dachte, es sei mächtiger, bestimmte Funktionen...

Geek 05. Jul 2002

Steht doch im Interview? "Ich ging ja davon aus, dass es nicht all zu lange dauern...

Richter, Hannes 05. Jul 2002

was ist damit gemeint "Hurd war möglicherweise eine Fehlentscheidung" ??



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