Bundesregierung will Internetökonomie vorantreiben
Wissenschaft und Forschung sollen sich mehr dem Internet widmen
Kurz nachdem sich die Bundestagsfraktion CDU/CSU darüber mokiert hat, dass die SPD es immer noch nicht geschafft hat, mehr Bürgern den Weg zum eigenen Internetzugang zu ebnen, hat nun die SPD/Grünen-geführte Bundesregierung ein neues 25 Millionen Euro schweres Förderprogramm verkündet. Das Bundesforschungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will damit den Strukturwandel hin zur Internetökonomie stärker fördern.
Damit setze man nun einen Themenbereich um, der bereits im Förderprogramm "IT-Forschung 2006" angekündigt wurde. Als Voraussetzung für die Realisierung der im Internet liegenden Chancen müssen laut BMBF Wissenschaft und Forschung den Strukturwandel hin zur Internetökonomie "nachvollziehen", entsprechend relevantes Lehrmaterial entwickeln sowie die benötigten Fachkräfte ausbilden: "Rund um die Nutzung des Internets müssen entsprechende neue wissenschaftliche Fragestellungen formuliert werden, sind verstärkt neue Forschungsansätze, Lehrgebiete und Studiengänge zu entwickeln", heißt es in der offiziellen Bekanntmachung.
Besondere Chancen für Deutschland sieht das BMBF im bevorstehenden Ausbau der netztechnischen Infrastruktur, etwa mobile Breitbandnetze, IPv6-Netze und Internet2-Netze. Diese würden in den kommenden Jahren noch zusätzliches Innovations- und Optimierungspotenzial eröffnen.
Nun sind laut BMBF interessierte Unternehmen und Bildungseinrichtungen gefordert, sich mit konkreten Vorstellungen zu bewerben. Die Teilnahmebedingungen können der "Bekanntmachung von Richtlinien über die Förderung von Forschungsschwerpunkten auf dem Gebiet 'Internetökonomie'" entnommen werden. Diese sind auf der BMBF-Homepage zu finden, können aber auch zusammen mit Formularen und Hinweisen für die Teilnahme beim Berliner Projektträger DLR-PT IT-AS unter www.pt-it.de/as/oekonomie abgerufen werden. Bewerbungen müssen bis zum 22. November dieses Jahres eingegangen sein.
Kommentar:
Für einige vermutlich zu fortschrittliche universitäre Einrichtungen mit starker Konzentration auf das Internet kommt dies leider zu spät: Bereits Ende 2000 wurde beispielsweise in Berlin der geisteswissenschaftlich orientierte Arbeitsbereich Informationswissenschaft plus zugehörigem Studiengang an der Freien Universität auf Grund von Sparzwängen endgültig eingestampft - trotz enger Bindung an Wirtschaft und mehr wissenschaftlichen Publikationen als so manch personell stärker bestücktem Fachbereich. Prof. Dr. Gernot Wersig, der die Informationswissenschaft gründete und 30 Jahre leitete, betonte damals, dass die Informationswissenschaft zu genau dem Zeitpunkt eingestellt wurde, an dem "Green Cards" für fehlendes IT- und Internet-Personal eingeführt werden sollten und alle Welt über die Herausforderungen der Informations- und Wissensgesellschaft spekulierte. Zu den bekanntesten Informationswissenschafts-Studenten zählte beispielsweise der Sprecher des Chaos Computer Club, Andy Müller-Maguhn, der Deutschland zudem in der ICANN vertritt.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed






Wenn unter dem Ausbau der netztechnischen Infrastruktur wieder nur zu verstehen ist, dass...