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Test: PalmOS-Smartphone Handspring Treo 270 mit Farb-Display

Treo 270 mit STN-Farbbildschirm, beleuchteter Mini-Tastatur und 16 MByte RAM. Etwa drei Monate nachdem das monochrome PalmOS-Smartphone Treo 180 hier zu Lande in die Läden kam, bietet Handspring nun den Treo 270 mit Farb-Display an. Dabei nahm sich Handspring einige der Kritikpunkte beim Treo 180 zu Herzen und merzte diese im aktuellen Modell aus. Im Test konnte der Treo 270 beweisen, dass er seinen Vorgänger klar in den Schatten stellt. Außerdem wurden im Test nützliche Software-Tools speziell für die Treo-Linie unter die Lupe genommen.
/ Ingo Pakalski
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Auch wenn es im Treo 270 einige wichtige Detail-Veränderungen gibt, entspricht das Smartphone nach wie vor in vielem dem Treo 180. Er benutzt etwa die gleiche vorbildliche Einbindung der Tastatur in das PalmOS, bietet einen identischen Software-Umfang und arbeitet in den Mobilfunknetzen 900 und 1.800 MHz. Das für diesen Sommer geplante, kostenlose Update für den Betrieb im GPRS-Netz ist noch nicht Bestandteil des Geräts. Dieser Test geht also vornehmlich auf die Besonderheiten des neuen Treo ein, ohne nochmals die typischen Treo-Funktionen in aller Ausführlichkeit zu beschreiben, da dies bereits umfassend in dem siebenseitigen Testbericht zum Treo 180 geschehen ist. Aus Anlass dieses Tests mussten auch einige speziell für die Treo-Reihe erhältlichen Programme ihr Können unter Beweis stellen.

Zwei Äußerlichkeiten fallen beim neuen Treo 270 sofort auf: Da ist zunächst das hellere Gehäuse und natürlich das Farb-Display. Während der Treo 180 in einer blaugrauen Ummantelung steckt, befindet sich der Treo 270 in einem silbergrauen Gehäuse, was ein klein wenig eleganter wirkt. An der kompakten Bauweise hat sich hingegen nichts geändert, so dass auch der Neuling nur 11 x 6,9 x 1,8 cm misst und 153 Gramm wiegt. Damit passt auch er noch bequem in eine Hemdtasche, ohne diese einer übermäßigen Belastungsprobe zu unterziehen.

Um trotz Farbbildschirm im Treo 270 eine möglicht lange Akku-Lebensdauer zu gewährleisten, verwendet Handspring ein stromsparendes STN-Display mit einer Auflösung von 160 x 160 Bildpunkten bei 4.096 Farben. Auch Palm nutzt einen STN-Bildschirm im Modell m130 , nachdem lange Zeit ausschließlich TFT-Displays in PDAs verbaut wurden. Die STN-Technik bietet ein hintergrundbeleuchtetes Display, das bei Sonneneinstrahlung nicht "erblindet" und damit auch draußen verwendet werden kann, ohne allerdings die gleiche Klarheit und Helligkeit wie ein transflektives TFT-Farb-Display zu erreichen. Handspring spendierte eine stufenlose Regelung der Helligkeit und des Kontrasts, so dass bei der Bildschirm-Einstellung keine Wünsche offen bleiben. Das gleichmäßig ausgeleuchtete Display weist nur in der rechten oberen Ecke eine kleine Macke auf, weil dieser Bereich deutlich heller ist als der übrige Bildschirmbereich. Zum Glück stört das in den meisten Helligkeitsstufen nicht weiter.

Außer dem Farb-Display gibt es zwei weitere Gründe, die den Treo 270 zum besseren Smartphone machen, denn Handspring hat einige Mängel des monochromen Konkurrenten behoben. So fehlt dem Treo 180 ein funktionierender Vibrationsalarm und eine Tastaturbeleuchtung, was beides im Treo 270 nachgerüstet wurde. Die grün beleuchtete Mini-Tastatur arbeitet dabei nach einem ziemlich pfiffigen Prinzip: In jeder Applikation wechselt man durch schnellen zweifachen Druck auf den Einschalter in einen so genannten "Dunkel-Modus", der die Tastatur samt Hardware-Tasten beleuchtet und gleichzeitig das Display um 50 Prozent dimmt. Durch die Verdunkelung spart Handspring Akkustrom, weil der Bildschirm natürlich weniger Licht benötigt, wenn die Umgebung so düster ist, dass man die Tastaturbeleuchtung braucht. Eine kleine Sonderstellung nimmt die Telefon-Software ein, der Handspring immer eine beleuchtete Tastatur gönnt, ohne dabei die Bildschirm-Helligkeit zu verringern. Ebenfalls nur dort geht die Tastenbeleuchtung aus, wenn 10 Sekunden lang keine Taste betätigt wurde, und springt wieder an, sobald die Tastatur bedient oder auf den Bildschirm getippt wird.

Wer Anrufe gerne geräuschlos und unbemerkt von anderen signalisiert bekommen möchte, hat mit dem Treo 180 ganz schlechte Karten: Die viel zu schwache Vibration ist kaum zu spüren und damit nutzlos. Zu allem Überfluss tönt der Vibrationsalarm so laut, dass er in einer stillen Umgebung klar vernehmlich in die Ohren kriecht. Im Treo 270 setzt Handspring nun eine stärkere und gleichzeitig leisere Vibration ein, die damit diesen Namen auch verdient. Wer also seine Umgebung nicht vollklingeln möchte, nutzt den Vibrationsalarm, um eingehende Anrufe zu signalisieren. Wer hingegen Klingeltöne bevorzugt, wird sich wohl weiterhin an den mageren zwei Lautstärke-Stufen stören, was für diese Preisklasse schlicht ein Armutszeugnis darstellt. Extrem praktisch ist hingegen der Umschalter, um bequem zwischen Klingelmodus und Vibrationsalarm zu wechseln.

Die Vibrationsfunktion lässt sich auch von Terminen nutzen, jedoch nur, wenn der Vibrationsmodus am Gerät aktiviert wurde. Beim Einsatz alternativer Terminkalender muss man darauf achten, dass der Alarm von Handsprings "Kalender+" gesteuert wird. Denn nicht einmal die beiden Kalender-Boliden DateBk5 und ActionNames 5.22 unterstützen derzeit die Vibrationsfunktion im Treo. Leider lässt sich die Dauer der Vibration im Kalender+ nicht ändern. Denn sie "ruckelt" nur recht kurz, so dass man Termine auch mal "überfühlen" kann. Bedauerlicherweise plant Handspring nicht, den Treo 180 mit der besseren Vibration auszustatten, so dass der funktionierende Vibrationsalarm dem Farb-Treo vorbehalten bleibt.

Für den Treo 270 nennt Handspring deutlich längere Akkulaufzeiten, weil darin ein stärkerer Lithium-Ionen-Akku steckt als noch im Treo 180. So gibt der Hersteller Gesprächszeiten von 3 Stunden an, wobei das Smartphone im Empfangsmodus sogar auf 150 Stunden kommen soll. Wie schon beim Treo 180 scheint Handspring diese Werte unter sehr optimalen Bedingungen gemessen zu haben, denn in der Realität wird man diese Stand-by-Leistung kaum erreichen. Im kontinuierlichen Empfangsmodus bei gelegentlicher PDA-Nutzung musste das Smartphone nach rund 90 Stunden wieder an die Steckdose, womit tatsächlich das Farb-Modell länger durchhält als die Monochrom-Version. Wird der PDA-Teil hingegen sehr intensiv verwendet, hielt der Akku immerhin rund 24 Stunden, was für ein Smartphone mit Farb-Display ein gutes Ergebnis darstellt. In der Praxis wird man den Treo-Akku also etwa alle zwei Tage aufladen müssen. Leider bleibt auch der Akku im Treo 270 fest eingebaut, so dass sich dieser nicht ohne weiteres austauschen lässt. Immerhin ist ein leerer Akku nach etwa einer Stunde wieder aufgeladen.

Mit einem kleinen Trick bekommt man weitere Details zu der aktuellen Akku-Kapazität: Dazu wechselt man in den Programmstarter, drückt die Hoch-Taste nieder und tippt dabei mit dem Stift auf die Leiste zwischen Uhrzeit und Kategorienliste. Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit weiteren Akku-Angaben, das aber leider verschwindet, sobald man den Stift vom Display nimmt. Für Freunde solcher Spielereien gibt es ein weiteres "Hidden Feature", das jedoch reine Spielerei und ebenfalls über den Programmstarter zu erreichen ist. Wieder muss man die Hoch-Taste niederdrücken und nun gleichzeitig mit dem Stift auf die Uhrzeit-Anzeige tippen: Dann wandert eine kleine Animation mit dem Handspring-Logo über den Bildschirm. Betätigt man dabei den Runter-Knopf, erscheint ein Datum, das vermutlich die Erstellung des Betriebssytem-ROMs zeigt.

Mittlerweile stehen zahlreiche nützliche Tools speziell für den Treo bereit, die so manchen Komfortsprung bescheren; viele davon sind sogar als kostenlose Freeware erhältlich. Wie etwa die beiden Programme Buttons-T(öffnet im neuen Fenster) und TreoButton(öffnet im neuen Fenster) , die fast identische Funktionen liefern. Damit lassen sich auch die vier Hardware-Tasten umbelegen, die man über die blaue Options-Taste erreicht und bestimmt ferner, welches Programm beim Öffnen des Geräts und dem Druck auf den Jog-Dial erscheint. In der Standard-Konfiguration startet immer die Telefon-Applikation. Nur TreoButton(öffnet im neuen Fenster) bietet zusätzlich die Möglichkeit, weitere vier Applikationen mit den Hardware-Tasten zusammen mit der Umschalttaste zu verknüpfen. Als weitere nützliche Freeware meldet TreoTools(öffnet im neuen Fenster) das Smartphone nach einem Reset wieder im Telefonnetz an oder schaltet die Telefonfunktion zu bestimmten Uhrzeiten an respektive aus. Die Freeware B'Alerted(öffnet im neuen Fenster) wertet die Anrufliste aus und informiert über die Dauer sowie anfallende Gebühren aller geführten Gespräche. Die errechneten Ergebnisse lassen sich zudem gut konfiguriert in den Merkzettel exportieren.

Zwar nicht als Freeware, dafür aber sehr mächtig ist das Tool PowerJOG(öffnet im neuen Fenster) , das 15,- US-Dollar kostet: Damit erhält das Jog-Dial wesentlich mehr Funktionen, was eine bessere Einhand-Bedienung des Geräts erlaubt. Aufgerufen wird das Tool durch einen etwas längeren Druck auf das Jog-Dial, während eine kurze Betätigung auf Wunsch das Adressbuch, den Kalender, die Aufgabenliste oder die Merkzettel startet. Das dann erscheinende PowerJOG-Menü ermöglicht, das Gerät auszuschalten, ins Menü zu wechseln, den Programmstarter, eine beliebige Applikation oder sogar DA-Erweiterungen zu öffnen. Durch einen raffinierten Trick lassen sich damit auch Dialogboxen, Einstellungsdialoge und sogar Kategorienlisten komplett über das Jog-Dial und damit ohne Stift bedienen.

Mit TCRinger(öffnet im neuen Fenster) für 14,95 US-Dollar kann auch der Treo Anrufern oder Gruppen bestimmte Klingeltöne zuweisen, um diese schon am Rufton zu erkennen. Die Anrufergruppen entsprechen dabei den Kategorien im PalmOS-Adressbuch. Außerdem fungiert TCRinger als Ringtone-Manager, um Klingeltöne zwischen verschiedenen Datenbanken zu kopieren. Damit lassen sich etwa die normalen PalmOS-Alarmtöne als Ruftöne verwenden. Für 5,95 US-Dollar gibt es mit iRing(öffnet im neuen Fenster) einen Nur-Ringtone-Manager, der also ebenfalls Klingeltöne zwischen verschiedenen Datenbanken austauschen kann.

Zum Preis von 14,95 US-Dollar zeigt die Software TreoPictureCallerID das Bild zu einem Anrufer an. Damit lassen sich Anrufer also nicht nur über ihren Namen, sondern auch ganz leicht über ihr Portraitfoto identifizieren. Schließlich ermöglicht das Tool Finger Dial(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 12,95 US-Dollar das Heraussuchen von Kontakten aus dem Adressbuch, indem man das Gerät einfach mit dem Finger bedient. Dazu bietet die Oberfläche acht große Tasten, auf denen das Alphabet in 3er- und 4er-Gruppen angeordnet ist, so dass man ähnlich wie bei T9 die Anfangsbuchstaben des gewünschten Kontakts eintippt und die Software alle passenden Einträge anzeigt. Bei der Suche durchforstet das Tool die Vor-, Nach- und Firmennamen zusammen oder getrennt. Mit der Shareware Wireless Modem(öffnet im neuen Fenster) kann man den Treo für 15,- US-Dollar als Modem im Zusammenspiel mit einem Laptop oder Notebook verwenden. Allerdings wird die Software seit Mitte September nicht mehr angeboten, so dass der Treo weiterhin ohne Modem-Funktionen auskommen muss. Alle hier besprochenen Programme können in den USA über die Homepage von PalmGear(öffnet im neuen Fenster) oder Handango(öffnet im neuen Fenster) bestellt werden. In Deutschland kann man sein Glück auch bei pdassi(öffnet im neuen Fenster) versuchen.

Wie auch der Vorgänger besitzt der Treo 270 einen Dragonball-Prozessor mit 33 MHz, 16 MByte RAM, ein 4 MByte Flash-ROM und eine Infrarot-Schnittstelle. Bluetooth-Funktionen sind weiterhin Fehlanzeige. Das Betriebssystem wurde in Nuancen überarbeitet, so dass es im Treo 270 die Versionsnummer PalmOS 3.5.H5.0 trägt. Im geschlossenen Zustand schützt ein Deckel mit Sichtfenster das Display, so dass man eingehende Anrufe auch bei geschlossenem Gerät erkennt oder etwas nachschlagen kann.

Der Kunden-Zuspruch zum Treo 180 bewog Handspring, den Treo 270 ausschließlich mit Mini-Tastatur anzubieten, während die Monochrom-Version auch mit einem Graffiti-Feld erhältlich ist. An der vorbildlichen Einbindung der Tastatur in das PalmOS änderte Handspring nichts, so dass sich die gute Bedienung nicht von der des Treo 180 unterscheidet. Selbst eingefleischte Graffiti-Fans überrascht es, wie schnell man sich an die Mini-Tastatur gewöhnt. Die kleinen Tasten lassen sich bequem mit beiden Daumen bedienen - allerdings sollten die eigenen Finger nicht zu riesig sein. Bei Interesse sollte man die Verträglichkeit der eigenen Finger mit der Treo-Tastatur vor einem Kauf prüfen. Bleibt auch beim Treo 270 der kleine Kritikpunkt, dass sich die PalmOS-Rubriken ohne das oben besprochene PowerJOG nicht ohne Stift bedienen lassen.

Für das Telefonieren stehen drei Möglichkeiten parat: Natürlich kann man sich den geöffneten Treo wie ein Handy ans Ohr halten, wobei Anrufe durch das Aufklappen automatisch angenommen werden. Zum Aufklappen benötigt man zwei Hände, schafft es aber nach einiger Übung und etwas Geschick auch mit nur einer Hand. Ein Knopf zum Öffnen würde das deutlich vereinfachen. Außerdem kann man über das mitgelieferte Headset telefonieren, das auch Gespräche annehmen kann. Schade, dass auch der Treo 270 keine Sprachanwahl beherrscht, weil man so für den Wählvorgang immer zum Smartphone greifen muss. Schließlich besitzt der Treo noch eine Freisprechfunktion, um das geöffnete Smartphone auf den Tisch oder etwa das Armaturenbrett eines PKWs zu legen, um ohne lästige Kabelverbindung zu sprechen.

An der Telefonapplikation hat Handspring nur eine winzige Kleinigkeit geändert: Die Programmoberfläche erscheint nun in einem farbigen Outfit. Die sonstigen Funktionen und die Bedienung bleiben gleich. So führt man damit Telefonate und verwaltet Adressen sowie Anruflisten. Letztere merkt sich auch im Treo 270 bedauerlicherweise noch immer nicht die zuletzt gewählte Kategorie. Auch lassen sich aus dem Adressbuch keine Kurzmitteilungen versenden, so dass man dazu in die entsprechende SMS-Applikation wechseln und dort die gewünschte Nummer heraussuchen muss. Wer sich darüber ärgert, dass die Telefon-Applikation weder die Uhrzeit noch das aktuelle Datum anzeigt, kann sich mit einem kleinen Trick behelfen: Denn in den Schnellwahltasten lassen sich über zwei Befehle Uhrzeit und Datum getrennt anzeigen. Gibt man in eine Schnellwahltaste in den Namensbereich die Zeile "&time" ein, erscheint an dieser Stelle die aktuelle Uhrzeit. Analog dazu befördert die Zeile "&date" das aktuelle Datum in die Schnellwahltasten.

Leider hat Handspring auch den Umgang mit der SIM-Karte nicht verbessert: Auf Adresseinträge auf der SIM-Karte kann die Telefon-Software nicht zugreifen und mit einem Hilfs-Tool lassen sich SIM-Einträge nur als Schnellwahltaste in die Telefon-Applikation kopieren. Eine Übernahmemöglichkeit in das Adressbuch existiert nicht. Auch die Nutzung einzelner auf der SIM-Karte abgelegter Kurzmitteilungen ist nicht möglich. Findet der Treo eine oder mehrere Kurzmitteilungen auf der Karte, wird nach dem Einbuchen nun immer gefragt, ob alle Nachrichten in den PDA-Speicher verschoben werden sollen, womit Handspring einen kleinen Bug behoben hat.

Weiterhin müssen Kunden von O2 (ehemals Viag Interkom) mit einigen Kompromissen leben: Beim Netzwechsel zu D1 verbleibt der Treo dort und springt nicht wieder in das Netz von O2 zurück, wenn dieses wieder verfügbar ist. Der Treo unterstützt den dafür nötigen optionalen GSM-Standard also weiterhin nicht, so dass man immer manuell in das O2-Netz zurückwechseln muss. Darüber hinaus informiert auch der Treo 270 weder über die City- noch die Genion-Zone von O2.

Zum Lieferumfang des Treo 270 gehören ein USB-Kabel zum Anschluss an den PC oder Mac, ein gedrucktes Handbuch und eine Schnellstart-Doku sowie die Software-CD mit dem Palm Desktop 4. Das beiliegende Lade-Netzteil kann direkt an das Smartphone angeschlossen werden, um es leicht auf Reisen aufzuladen. Bei der Software-Installation lässt sich das mitgelieferte E-Mail-Programm OneTouch Mail auf den Treo kopieren, das nur in englischer Sprache vorliegt, jedoch leistungsstärker als das normale Mail-Programm ist. Zudem wählt man bei der Installation alle Verbindungseinstellungen abhängig vom gewählten Netzbetreiber bequem am PC aus, so dass eine umständliche Konfiguration auf dem Treo entfällt. Die gedruckte Kurzanleitung erklärt die nötigsten Arbeitsschritte, verschweigt aber unter anderem viele Hinweise zur effektiven Bedienung per Tastatur, so dass man um einen Blick in die PDF-Doku nicht herumkommt. Ein umfangreicheres gedrucktes Handbuch hätte dem Treo sicherlich gut zu Gesicht gestanden.

Handspring bietet den Treo 270 bereits über die deutsche Handspring-Website(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 868,84 Euro ohne Mobilfunkvertrag an. Ende Juni soll das Smartphone auch im stationären Handel erhältlich sein. Zusammen mit einem Mobilfunkvertrag soll der Treo 270 um die 500,- Euro kosten. Nach wie vor hat der bislang einzig bekannte Kooperationspartner O2 (ehemals Viag Interkom) den Treo noch nicht ins Angebot genommen. Wann das für den Sommer angekündigte GPRS-Update erscheint, ist derzeit unklar. Nach Aussage von Handspring wird das Update ausgeliefert, sobald die Mobilfunkbetreiber ihre Tests damit abgeschlossen haben.

Fazit:

Mit dem Treo 270 zeigt Handspring, dass sie ihre Hausaufgaben zum Großteil gemacht haben und wichtige Kritikpunkte des Treo 180 behoben wurden. An vorderster Stelle steht hier der nun nutzbare Vibrationsalarm und die beleuchtete Tastatur für den Einsatz in dunkler oder schummeriger Umgebung. Darüber hinaus zeigt der neue Treo dem alten Treo, was diesem gefehlt hat: ein Farb-Display. Auch wenn PalmOS gut mit einem monochromen Bildschirm wie im Treo 180 zu bedienen ist, macht das Farb-Display im Treo 270 einfach mehr Spaß und ist aus einem Smartphone auch nicht mehr wegzudenken. Schließlich will man etwa unterwegs mal eine Webseite besuchen, wobei auf einem monochromen Display keine wahre Freude aufkommt.

Auch wenn das verwendete STN-Display im direkten Vergleich nicht an die Darstellungsqualität eines TFT-Bildschirms heranreichen kann, gibt es keinen Grund zur Klage, weil es gut ablesbar und bis auf die obere Ecke sehr gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Außerdem beschert dieser Display-Typ eine entsprechend lange Akku-Laufzeit, so dass der Treo 270 keinesfalls Akkustrom in Rekordzeit vernichtet, sondern vielmehr den monochromen Konkurrenten überflügelt. Unerklärlich bleibt für viele Kunden, warum auch der Treo 270 keine Sprachanwahl beherrscht, um das Gerät im Headset-Betrieb wirklich sinnvoll nutzen zu können. Ebenfalls schade, dass auch der Treo 270 keine Modem-Funktion bietet, um etwa unterwegs über einen Laptop ins Internet gehen zu können. Auch eine Erweiterungsmöglichkeit über Speicherkarten sucht man im aktuellen Modell vergebens.

Trotz der verbleibenden Kritikpunkte erhält man mit dem Treo 270 ein sehr kompaktes und funktionales Smartphone, das mit dem Farb-Display eine respektable Akku-Laufzeit bietet. Besonders die Einbindung der Tastatur in das PalmOS sowie die Verzahnung zwischen PDA- und Telefon-Funktionen ist vorbildlich gelungen.


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