Abo
  • Services:
Anzeige

Kabel-TV: Kunden nehmen neue Dienstleistungen nicht an

Zukunft des Kabels: Digitalisierung - und dann?

Mit konkreten Vorschlägen eröffnete Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg auf dem medienforum.nrw, die Debatte um die Zukunft des Breitbandkabels in Deutschland. Nachdem der Verkauf von insgesamt sechs Regionalgesellschaften der Deutschen Telekom an Liberty Media gescheitert ist, stagniert der Ausbau zum digitalen Multimedianetz, während sich DSL und Satellitenübertragung weiterentwickeln.

Anzeige

Hege forderte den Bund auf, seine Verantwortung als größter Aktionär der Deutschen Telekom wahrzunehmen und schlug eine Abspaltung des Kabelgeschäfts in einer eigenen Kabel AG vor. Gleichzeitig hält er die Fusion der Netzebenen 3 und 4 für unabdingbar. Neue Investoren müssen, so seine Schlussfolgerung aus dem gescheiterten Deal mit Liberty Media, nicht nur Geld mitbringen, sondern auch Kompetenz im Kabelgeschäft.

Gerd Tenzer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, reagierte harsch auf die Ausführungen Heges. Er hält die Zukunft des Kabels in Deutschland für "glänzend" und verteidigte die Verkaufsstrategien der Telekom. Seit Freitag gebe es Gespräche über den Verkauf der sechs Regionalgesellschaften, die bis Ende Juli geführt werden sollen. Die Telekom sei jedoch offen, anders als in der ersten Runde auch an mehrere Interessenten zu verkaufen, wobei über den Preis noch nicht gesprochen worden sei.

Fehlende Investoren und Stagnation sind für Karl-Ulrich Kuhlo von n-tv Anlass, initiativ zu werden. Gemeinsam mit dem VPRT sollen Kabelnetzbetreiber, mögliche Investoren und Inhalteanbieter ein Zukunftsmodell für das Kabel in Deutschland erarbeiten. Kuhlo lud auch die Deutsche Telekom ein, an diesem Konsensmodell mitzuwirken, das die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten berücksichtigen soll.

Für die Regionalgesellschaften in Nordhrein-Westfalen und Baden-Württemberg wurde mit Callahan ein Investor gefunden, der offensichtlich große Probleme hat. Ernst Uhlig, Geschäftsführer von ish, erklärte, dass sich die Erwartungen in Nordhrein-Westfalen nicht erfüllt hätten. Die Dienstleistungen wurden von den Kunden nicht angenommen, ish habe nicht ausreichend auf die speziellen Marktbedingungen reagiert. Anders als vorrangig auf Telefonie und Internet zu setzen, so Uhlig, müssten derzeit das Free-TV-Angebot aufrechterhalten bleiben und neue Konzepte für digitales Fernsehen entwickelt werden.

Kritik gab es an der Entscheidung des Bundeskartellamtes, das den Einstieg von Liberty Media in den deutschen Kabelmarkt verhindert hatte. Michael Schmittmann von PriceWaterhouseCoopers Veltins in Düsseldorf wies darauf hin, das die Kabel-Regionalgesellschaft nicht zwangsläufig marktbeherrschend sei, da zunehmend Satelliten die Versorgung der Haushalte mit Programmen sicherstellen könnten.

Einig waren sich die Teilnehmer der Diskussion, dass es zur Digitalisierung des Kabelnetzes keine Alternative gibt. Die Geschäftsinteressen der Netzbetreiber müssten jedoch bei einem Ausbau ebenso berücksichtigt werden wie die Interessen der Programmanbieter und der Nutzer.

Eine kritische Bilanz des digitalen Fernsehens in Großbritannien zog Rose Major von der Financial Times, London, im Rahmen der Diskussion. Zwar sind insgesamt neun Millionen Haushalte dort mit digitalen Anschlüssen versorgt, jedoch hat es in den letzten Jahren eine starke Konzentration auf der Anbieterseite gegeben. Marktführer ist BskyB aus dem Hause des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Major bescheinigt zwar Großbritannien eine fortschrittliche Entwicklung des digitalen Fernsehens, stellt aber seinen wirtschaftlichen Erfolg in Frage. Auch in Großbritannien haben es die digitalen Kabeldienste schwer, ausreichend viele Teilnehmer zu finden, um wirtschaftlich interessant zu sein. Die Folge ist die Reduzierung auf einige wenige Anbieter und Pay TV.

Für den deutschen Markt sieht Major noch größere Schwierigkeiten, da das große Angebot der Free-TV-Programme es noch viel schwerer macht, die Kunden von der Notwendigkeit weiterer Programme und Mediendienste zu überzeugen, für die sie dann zusätzlich bezahlen müssten.


eye home zur Startseite
messy 03. Jul 2002

@ Miner 2049er der letzte sauladen ISH /me vor 4 monaten bestellt, bis heute nichts...

Matthias 21. Jun 2002

Und das ist auch gut so !! Bei den privaten gibts nur den Megaschrott und wenn Du einen...

Matthias 21. Jun 2002

Und das ist auch gut so !! Bei den privaten gibts nur den Megaschrott und wenn Du einen...

Bianka 21. Jun 2002

Solange Öffentlich-Rechtliches-Pay-TV hier üblich ist wird sich in der Richtung garnix...

The Mage 21. Jun 2002

Die TV-Gebührenlast vermindern. GEZ-Gebühren auf ein Minimum reduzieren oder gleich ganz...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, München
  2. SBK - Siemens-Betriebskrankenkasse, München
  3. ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München
  4. Robert Bosch GmbH, Abstatt


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  2. 8,99€

Folgen Sie uns
       

  1. Microsoft

    Windows on ARM ist inkompatibel zu 64-Bit-Programmen

  2. Fehler bei Zwei-Faktor-Authentifizierung

    Facebook will keine Benachrichtigungen per SMS schicken

  3. Europa-SPD

    Milliardenfonds zum Ausbau von Elektrotankstellen gefordert

  4. Carbon Copy Cloner

    APFS-Unterstützung wird wegen Datenverlustgefahr beschränkt

  5. Die Woche im Video

    Spezialeffekte und Spoiler

  6. Virtual RAN

    Telekom und Partner bauen Edge-Computing-Testnetz

  7. Basemental

    Mod erweitert Die Sims 4 um Drogen

  8. Verschlüsselung

    TLS 1.3 ist so gut wie fertig

  9. Colt Technology

    Mobilfunk ist Glasfaser mit Antennen

  10. Robotik

    Defekter Robonaut kommt zurück zur Erde



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Raven Ridge rockt
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test
Raven Ridge rockt
  1. Krypto-Mining AMDs Threadripper schürft effizient Monero
  2. AMD Zen+ und Zen 2 sind gegen Spectre gehärtet
  3. Pinnacle Ridge Asus aktualisiert Mainboard für Ryzen 2000

Dorothee Bär: Netzbetreiber werden über 100 MBit/s angeblich kaum los
Dorothee Bär
Netzbetreiber werden über 100 MBit/s angeblich kaum los
  1. FTTH/B Glasfaser wird in Deutschland besser nachgefragt
  2. Koalitionsvertrag fertig "Glasfaser möglichst direkt bis zum Haus"
  3. Glasfaser Telekom weitet FTTH-Pilotprojekt auf vier Orte aus

Hightech im Haushalt: Der Bügel-Battle fällt leider aus
Hightech im Haushalt
Der Bügel-Battle fällt leider aus
  1. Smart Home Hardwareteams von Nest und Google werden zusammengeführt
  2. Lingufino Sprachgesteuerter Kobold kuschelt auch mit Datenschützern
  3. Apple Homepod soll ab Frühjahr 2018 in Deutschland erhältlich sein

  1. Re: schlechter Artikel - völlig falsch interpretiert!

    AllDayPiano | 08:10

  2. Re: Geht doch auch mit alter Hardware...

    sidmos6581 | 06:46

  3. Re: Kupfer ist besser als eine Antenne

    wire-less | 06:41

  4. Re: Wasserstoff wäre billiger

    Bradolan | 06:21

  5. Re: Noch in den Kinderschuhen, aber sehr interessant.

    DAGEGEN | 04:38


  1. 19:40

  2. 14:41

  3. 13:45

  4. 13:27

  5. 09:03

  6. 17:10

  7. 16:45

  8. 15:39


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel