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Für welche Gratisinhalte sind Kunden künftig zahlungsbereit?

Array. Auf der mecon[interactive] als Teil des medienforum.nrw, das vom 19. – 21. Juni 2002 auf der KölnMesse stattfindet, stellten sich Anbieter aus der Branche der Frage, wie man im Online-Bereich noch Geld verdienen kann. Die von Michael Geffken (Wirtschaftswoche) moderierte Diskussionsrunde befand übereinstimmend, dass Bezahlangebote zukünftig eine große Rolle spielen werden: Die Voraussetzungen dafür werden Qualität und Exklusivität sein.
/ Andreas Donath
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Die bisher geringe Akzeptanz kostenpflichtiger Angebote im Internet hat vorschnelle Hoffnungen gedämpft. Bisher sind nur wenige Online-Anbieter in der Lage, ihre Inhalte dem Kunden zu verkaufen. Dieser ist nur dann bereit zu bezahlen, wenn er einen Nutzen erkennt, den er durch kostenlose Angebote nicht erhalten kann. Solchen Nutzen bieten Leistungen wie Archivsuche oder zielgruppenspezifisch aufbereitete Newsletter.

Maike Schlegel von der Economy One AG (Holtzbrinck Verlag) führte beispielsweise den Erfolg ihrer Online-Produkte (Handelsblatt, Wirtschaftswoche) auf den beruflichen Nutzen für die Zielgruppe zurück. "Nutzwertige" Inhalte können aber auch, betonte Peter Würtenberger von bild.de, Warentests oder Beratungsangebote für die nächste Urlaubsreise sein. Unter dem häufig benutzten Schlagwort "Exklusivität", das als Verkaufsargument dient, verstehen die Anbieter jedoch weniger die alleinige Verbreitung, sondern vor allem bestimmte Arten der Aufbereitung (Stichwort journalistische Qualität), hohe Aktualität oder Mobilität.

Die Nutzung von Marken spielt in den Überlegungen der Anbieter eine große Rolle. Nahezu einhellig räumten sie dem Wiedererkennungswert und der Glaubwürdigkeit von bereits "analog" vorhandenen Marken einen hohen Stellenwert für die Chancen auf Refinanzierung und Rendite von Online-Produkten ein. Dieter Gorny (VIVA Medien AG) sieht deshalb die größten Erfolgsaussichten für bereits existierende Firmen, die ihr Angebot ins Netz transferieren. Auch die beiden anwesenden Vertreter der "Carrier"-Branche setzen auf Partnerschaften mit Content-Anbietern. Sowohl Marc Schröder (T-Online) als auch Carsten Becker (E-plus) sehen ihre Rolle als Vermittler zwischen Kunde und Inhaltsanbieter.

Als weiteren Schritt zu höherer Akzeptanz setzen die Anbieter auf "Convenience". Neben der technischen Seite, wo Verbesserungen erwartet werden können, sollen vor allem die Zahlungsvorgänge angenehmer gestaltet werden, um die Hemmungen vor dem E-Commerce abzubauen. Dem Kunden sollen bei fast allen Angeboten verschiedene Zahlungsmodalitäten zur Verfügung stehen, sei es über die Kreditkarte, die Telefonrechnung oder über Rechnung.

Als wichtigste Schritte, um kostenpflichtige Angebote im Internet zu etablieren, werden also eine medienadäquate Anpassung der Inhalte und neue Partnerschaften zwischen Content- und Carrieranbietern gesehen, resümierte Michael Geffken. Und auch die derzeitige Werbeflaute trage zu der Fortentwicklung zu Bezahlangeboten bei: Sie zwingt zur Marktkonsolidierung und bringt werbefinanzierte Gratis-Anbieter in Bedrängnis.


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