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Internet-Adressen oft durch Schlamperei blockiert

Domain-Datenbanken der DENIC voller Karteileichen

Gute Domainnamen sind ein knappes Gut, um das schon viele kostspielige juristische Auseinandersetzungen geführt wurden. Doch schlampig gepflegte Datenbanken der Provider blockieren zahlreiche Domains und verhindern deren Wiederverwendung, so das IT-Magazin iX in seiner aktuellen Ausgabe.

Artikel veröffentlicht am ,

Wer sich für die Übernahme einer bereits reservierten Domain interessiert, sucht meist auf der dazugehörigen Webseite den entsprechenden Kontakt oder schickt eine Mail an typische Accounts wie "webmaster" oder "info". Wenn aber weder Web noch Mail funktionieren, ist der übliche Weg die Anfrage in der "Whois"-Datenbank des zuständigen Network Information Center (NIC), im Fall von .de-Domains der DENIC. Doch die kann zum Beginn einer wahren Odyssee werden.

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Wie Stichproben von iX unter der Top Level Domain ".de" ergaben, sind oft Inhaber oder zuständige Provider eingetragen, die es gar nicht mehr gibt, da es sich zum Beispiel um längst aufgelöste Firmen handelt. Fatal ist das vor allem für Interessenten, die einen Rechtsanspruch auf den Domainnamen durchsetzen wollen, weil sie etwa über einen gleichlautenden Markennamen verfügen. Denn für eine entsprechende Vormerkung beim DENIC müssen sie sich in einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem eingetragenen Inhaber befinden - wenn es den aber nicht mehr gibt, ist das unmöglich.

Dass dies keine Einzelfälle sind, bestätigten auf Nachfrage große Internetprovider. Man schätzt dort, dass bei einem Abgleich der Domain-Daten mit dem tatsächlichen Kundenbestand sogar einige Hunderttausend .de-Domains frei werden könnten, so iX. "Eine der Ursachen des Problems ist die unzureichende Datenbank des DENIC, die nicht so viele Updates wie nötig verkraftet", so iX-Internetspezialist Bert Ungerer. Zudem sind offensichtlich die Gebühren zu niedrig, um die Provider für die ausreichende Datenpflege zu motivieren: Nur sechs Euro kostet es sie pro Jahr, eine Domain zu blockieren, für die es vielleicht gar keinen Kunden mehr gibt. "Und so muss sich der Anwender auf die mühsame Suche nach Inhabern oder zuständigen Providern begeben, wenn er eine der vielen scheinbar aufgegebenen Domains übernehmen will."

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