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AOpen: Mainboard mit Vakuum-Röhre für Edel-Klang

Pentium-4-Mainboard "AX4B-533Tube" mit Intel-845E-Chipsatz. Der Mainboard-Hersteller AOpen hat das erste moderne Mainboard mit Vakuum-Röhre angekündigt: Die in heutiger Zeit altmodisch anmutende Analogtechnik auf dem AX4B-533Tube Mainboard für Pentium-4-Prozessoren soll in Verbindung mit dem Onboard-Audiochip für einen besonders warmen, natürlichen Klang sorgen.
/ Christian Klaß
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Dass man dabei hauptsächlich Freaks anspricht, ist den AOpen-Entwicklern bewusst. Das Mainboard richtet sich deshalb hauptsächlich an den kleinen Kreis der audiophilen Computernutzer, die sich ihren ultimativen Unterhaltungs-PC zusammenstellen wollen, so AOpen. Die Idee dazu soll aus einem Scherz unter AOpen-Ingenieuren entsprungen sein: "Wir haben eines späten Abends alle zusammengesessen und mit vielen verrückten Ideen gespielt, als ich vorschlug, dass es cool sein würde, wenn wir den warmen und tiefen – den Klangrealismus, wenn man es so sagen will – von Audio-Röhren erzeugten Sound mit einem unserer modernsten Mainboards verbinden könnte" , erinnert sich AOpen-Produktmanager Al Peng. Das Gelächter habe sich jedoch ein paar Monate später in Schwärmerei gewandelt, als man die erste Labor-Demonstration des Technik-Hybriden durchführte und man bemerkt habe, wie limitiert der normale Audio-Output von bekannten PCs im Vergleich ist.

Kritikern, die darauf hinweisen, dass selbst mittelmäßige Festkörper-Verstärker besser als die besten Röhren-Geräte sein können, hält man dabei entgegen, dass deren Tonalität von Festkörper-Verstärkern alleine nicht erreicht würde. Eventuelles Rauschen durch digitale Bausteine und deren unterschiedlichen Taktraten soll laut AOpen dank massivem Einsatz von Frequency Isolation Walls (FIW) über das gesamte Mainboard reduziert werden – gleichzeitig soll damit die Stabilität des Mainboards verbessert sein. Da die Röhren-Endstufe des AX4B-533Tube die vorderen Stereo-Kanäle versorgt, sollen beispielsweise aus der Konserve wiedergegebene Sänger, Bands oder Orchester fast lebendig wirken, während Spielefans von überzeugenderen Klangeffekten profitieren würden. Wer anstelle des Realtek Onboard-Soundchip (Realtek ALC650 AC'97) eine Soundkarte nutzen und auf deren Funktionen nicht verzichten möchte, kann diese dank separatem Eingang mit dem AX4B-533Tube verbinden und damit ebenfalls vom Röhren-Klang profitieren, verspricht AOpen.

Die größte technische Herausforderung, welche das AOpen-Team mit der verwendeten Röhre hatte, war die für den Betrieb benötigte hohe Spannung von 300 Volt. Dafür versahen die Entwickler das Board mit einem eigenen getakteten Netzteil und einem "Maxim 668 DC-DC"-Spannungskonverter. Bei der Röhre handelt es sich um eine Doppeltriode für Stereoklang, die – abhängig von der Betriebsumgebung – mindestens 4.000 bis 5.000 Stunden ohne Ausfall (MTBF) arbeiten soll. AOpen verspricht, dass insbesondere bei den Audiokomponenten nur hochwertige Bauteile verwendet wurden.

Auf dem AX4B-533Tube Mainboard verrichtet ein Intel-845E-Chipsatz seine Arbeit, der einen Systembus von 400 sowie 533 MHz (100/133 MHz quad pumped) unterstützt. Mittels dreier DIMM-Sockel kann das Mainboard bis zu 2 GByte DDR266/PC2100-SDRAM fassen. An Steckplätzen stehen drei PCI-Slots und ein AGP-Steckplatz zur Verfügung. Über Ultra-ATA/100-Controller können bis zu vier IDE-Laufwerke angeschlossen werden. Externe Peripherie kann über zwei USB-2.0-Schnittstellen mit dem Board verbunden werden, ein optionales Kabel erlaubt eine Erweiterung um zusätzliche vier USB-2.0-Ports. Für die Netzwerk-Anbindung verfügt das AX4B-533Tube über eine 10/100-MBps-Ethernet-Schnittstelle (Realtek-Chip). Der bereits erwähnte Onboard-Audio-Codec vom Typ Realtek ALC650 AC'97 kann seinen Klang über analoge und digitale (S/PDIF) Anschlüsse ausgeben.

Das AOpen AX4B-533Tube soll bereits für 215,- US-Dollar über AOpen-Vertriebspartner erhältlich sein. Ob und wann das Mainboard in Deutschland angeboten wird, steht noch nicht fest, teilte AOpen auf Anfrage mit.


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