Analyse: i-mode - zwischen den Stühlen (Teil 2)

Es ist wenig verwunderlich, dass E-Plus in der Preisbeispielrubrik auf der nur in Flash angebotenen i-mode-Website keine zusammengerechneten Monatspreise nennt: Bei dem Dienst läppern sich die Euros schnell zusammen. Wer pro Tag zehn Meldungen liest, hat im Monat schnell 30,- Euro mehr auf der Rechnung. Ein Tool zur Kostenkontrolle fehlt bislang völlig - man weiß nie, wie viel Geld man schon versurft hat. Man sollte sich außerdem nicht von dem bis Ende Juni geltenden Einstiegsangebot (siehe oben) blenden lassen: Bislang ist nicht geplant, die Preisreduktion auf ein Zehntel Cent pro KByte beizubehalten. Das mobile Internet ist somit nach wie vor sehr teuer. Während des Tests von i-mode wurden viele Meldungen gelesen, Grafiken und Klingeltöne aufs Handy geladen, so dass ein Datenvolumen von knapp 5 MByte im Monat anfiel. Ohne den zu der Zeit gültigen Einstiegstarif wären dann allein GPRS-Gebühren von knapp 50,- Euro im Monat angefallen - ein teures Vergnügen. Die Alternative PDA mit GPRS-Zugang ist bei O2 um etwa ein Viertel billiger. Dafür ist ein i-mode-Handy eben leichter tragbar, bietet aber auch ein deutlich kleineres Display.

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Kostenlose Inhalte ohne Abogebühr aber mit dem 1-Cent-pro-KByte-Manko gibt es natürlich auch in Japan, aber auch zunehmend in Europa, seitdem der i-mode-Netzstart in Vorbereitung ist. Portale, Suchmaschinen und freie Angebote kommen bereits aus Holland und Deutschland - da der Inhalt sehr einfach zu bauen ist, hat man zum Glück flott eigene Pages generiert - viel einfacher als das bei WAP möglich war. Solche Eigenkreationen tauchen zwar dann nicht im offiziellen "i-Menu" auf, mit dem E-Plus seine Nutzer führt, doch mit dem Handy werden URLs einigermaßen bequem eingegeben und als Lesezeichen gespeichert.

So gelangt man auch an kostenlose Hintergrundbilder (jedes im Display angezeigte GIF ist verwendbar) sowie Animationen - oder baut sich einfach mit Photoshop & Co. selber welche. Die legt man dann auf seiner regulären Web-Homepage ab und tippt die entsprechende Adresse ins Handy. Noch bequemer geht es, indem man sich die Grafik per i-mode-Mail zuschickt und diese öffnet. Farbtabellen und Anleitungen, wie das alles geht, sind online erhältlich.

Auch Klingeltöne gibt es "für umsonst": Die zu verwendenden "MLD"-Dateien sind eine Art Subset des MIDI-Standards, der die Handys erheblich besser und polyphoner tönen lässt als die alten Klingeltöne, die man jahrelang ertragen musste. Im Web soll es bereits Umsetzprogramme geben, die aus "MID"-Files "MLD"-Dateien erstellen können - dabei handelt es sich aber zumeist um Raubkopien japanischer Software, die eigentlich viel Geld kostet. Ansonsten findet man bereits Material, wenn man bei Google und anderen Engines schlicht "MLD", "i-mode" und einen Bandnamen eingibt.

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Natürlich könnte man all das, was man mit i-mode auf einem kleinen Handy sehen kann, auch mit einem Smartphone oder einem PDA plus Handy haben (besonders komfortabel mit Bluetooth) - mit größerer Auflösung und besserer Web-Darstellung. Doch an eine solch fortschrittliche Zielgruppe richtet sich E-Plus mit dem Produkt nicht. Dort meint man eher, die Versprechen von WAP einlösen zu wollen. I-mode bleibt sicherlich eine interessante Technik und gewiss "cool", doch bei diesen Preisen nur für Profis und geschäftliche Nutzer interessant. Allerdings: In Japan, wo die Datentransfergebühren insgesamt höher liegen, wurden mit Jugendlichen auch eine wenig kaufkräftige Zielgruppe erobert. Das Beispiel SMS mit seinen tatsächlich überhöhten Gebühren zeigt, dass sich Nutzer solcherlei Mondpreise überstülpen lassen, wenn nur der Service stimmt.

Japanische Kunden grinsen derweil über das NEC-Handy, dass es hier in Deutschland gibt: Das Gerät besitzt weder die im Land der aufgehenden Sonne inzwischen stark verbreitete Java-Fähigkeit noch sonstige Zusätze wie eine eingebaute Kamera, die es inzwischen dort von vielen Anbietern gibt. Auch reagieren dortige Telefone dank schnellerer Prozessoren deutlich schneller als "unser" NEC. Große Unterhaltungselektronikfirmen wie Sony oder Sharp haben dort den Handy-Markt mit ihrem Wissen übernommen, wie sich einfach zu bedienende Geräte herstellen lassen. Hier zu Lande denkt man bei Handy noch immer zuerst an Nokia - und ausgerechnet dieser Hersteller sträubt sich dagegen, ein i-mode-Handy nach Deutschland zu holen. Farbdisplays und Kameras werden stattdessen in reguläre WAP-Geräte eingebaut.

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[Autor: Ben Schwan]

 Analyse: i-mode - zwischen den Stühlen (Teil 2)
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iTec 22. Dez 2002

oder auf : http://www.gdda.de/imode _______________________________ www.gdda.de

Yvette 10. Jun 2002

Hallo, zum Glück gibt es ja Alternativen http://www.imode-content.de/icons/mail.html und...

Michael Schmid 31. Mai 2002

Ich lasse mir meine E-Mail auf das i-mode-Handy uebertragen, bin mir bewusst, was es...

Dirk Olbertz 29. Mai 2002

Kostengünstig eMails verschicken geht auch mit beolino.com. Dort kann man auch POP3...



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