Spieletest: Virtua Tennis - Auch am PC herausragend
Dreamcast-Portierung von Empire Interactive. Auf der Dreamcast gehörte Virtua Tennis zu den besten Sport-Spielen überhaupt, ab sofort können aber auch PC-Spieler in den Genuss dieses Titels kommen. Empire Interactive hat dabei bei der Umsetzung der Konsolen-Version ganze Arbeit geleistet und eine neue Genre-Referenz geschaffen.
Als Tennis-Anhänger hatte man allerdings auf dem PC schon seit längerem nicht viel zu lachen – die meisten virtuellen Umsetzungen der Filzkugel waren doch eher von mittelprächtiger Qualität. Virtua Tennis hat nun zwar das Manko, dass man dem Titel die Konsolen-Vergangenheit beständig ansieht – etwa, wenn man im Menü aufgefordert wird, die "Start"-Taste zu drücken – in punkto Spielbarkeit wurden aber sämtliche Qualitäten beibehalten.
Die Steuerung ist dabei denkbar simpel: Eine Taste ist für den Schlag zuständig, eine weitere für den Lob. Will man den Ball intelligent platzieren, muss man zuerst auf ihn zulaufen, dann im richtigen Moment die Schlag-Taste drücken und nach dem Halten der Schlagtaste mit den Pfeil-Tasten die Richtung des Schlages festlegen. Je besser man zum Ball steht, um so härter und schneller wird der Schlag dabei ausgeführt. Um einen Schmetterball auszuführen, muss man sich direkt unter dem Ball platzieren und im richtigen Moment ausholen.
Zur Auswahl stehen sieben reale Spieler wie Tommy Haas oder Jim Courier, zudem gibt es zehn versteckte Bonus-Charaktere zu entdecken. Die verschiedenen Spielmodi erlauben ein kurzes Spiel für zwischendurch ebenso wie einen längeren Ausscheidungswettkampf. Natürlich finden die Spiele auf unterschiedlichem Boden statt, auf Sandplätzen ist denn auch das Verhalten des Balles weitaus träger als auf Zement.
Grafisch ähnelt das Spiel dem Dreamcast-Vorgänger stark, einige Effekte wie etwa diverse Blenden wurden für die PC-Version leider ausgespart. Nichtsdestotrotz sieht der Titel gut aus, sowohl die Courts als auch die Spieler und ihre Animationen sind gelungen. Die Geräuschkulisse beschränkt sich auf das Ploppen des Balles und ein bisschen Applaus, erfüllt aber ihren Zweck.
Auch zu mehreren kann gegen- oder miteinander (im Doppel) angetreten werden. Bis zu vier Spieler können (via LAN oder an einem PC) eine Partie austragen. Zur Steuerung empfiehlt sich ein Pad, auch wenn sogar mit der Tastatur eine recht gute Bedienung möglich ist.
Fazit: Virtua Tennis schafft einen guten Spagat zwischen Arcade und Simulation. Die Steuerung ist derart simpel, dass auch Einsteiger sofort ins Spiel finden, mit der Zeit lernt man zudem aber auch die vielfältigen Schlagmöglichkeiten und Spieloptionen kennen. Als PC-Spieler kann man derzeit keine bessere Wahl treffen – Tennis am Computer hat schon lange keinen so großen Spaß gemacht wie in diesem Fall.