Spieletest: Schiffe versenken mit Destroyer Command
Neue Schiffs-Simulation kann online gegen Silent Hunter II gespielt werden. Im Spiel Destroyer Command übernimmt man, wie der Name schon andeutet, das Kommando über einen US-Zerstörer, der mitten im Zweiten Weltkrieg wahlweise gegen deutsche, italienische und japanische Schiffsverbände kämpfen kann. Das Spiel ist eng verwandt mit Silent Hunter II, einer U-Bootsimulation, die von den gleichen Entwicklern auf den Markt gebracht wurde. Im Multiplayermodus kann man sogar gegeneinander spielen, d.h. Zerstörer gegen U-Boot spielen.
Die Verwandschaft zu Silent Hunter II kann man leider auch an der Grafik sofort erkennen, die hoffnungslos überaltert wirkt. Auch die Menü-Gestaltung und die Navigation wurde praktisch identisch erstellt, dennoch wurde natürlich auf die Besonderheiten eines Überwasserschiffs Rücksicht genommen.
Die Gestaltung der Schiffe und Flugzeuge ist zwar ausreichend detailliert und animiert, aber insbesondere die Meeresoberfläche, auf die man den größten Teil der Zeit starren dürfte, bietet kaum Abwechslung bzw. Wettereffekte an. Bei Torpedo-, Flak- und Kanonentreffern hingegen sind die Effekte zwar wenig realistisch, aber eindrucksvoll geworden. Die Küstenregionen sind hingegen sehr lieblos gestaltet. Die wählbaren Auflösungsstufen rangieren zwischen 640 x 480 und 1024 x 768 Pixeln – verglichen mit den maximal 800 x 600 Pixeln bei Silent Hunter II ein großer Fortschritt.
Neben der Außenansicht der Schiffe stehen ein Kartentisch, das Beobachtungsdeck, das Steuer sowie Radarstation, diverse Geschützstände und die Torpedosteuerung zur Auswahl. Am Kartentisch dürfte man allerdings die längste Zeit verbringen, da hier neben dem eigenen Schiff auch der begleitende Schiffverband gesteuert werden kann. In der Schadenskontrolle kann festgelegt werden, welche Beschädigungen mit Priorität ausgebessert werden sollen, und welche eher nachrangig sind.
Wer nicht in Echtzeit die mitunter extrem langweiligen Fahrten in Atlantik, Mittelmeer und Pazifik bis zum Einsatzort unternehmen will, kann dank Zeitrafferfunktion durch die Meere gondeln. Gute Dienste leistet hier wieder die Zeitkompression bis zu 2048facher Beschleunigung. Wer möchte, kann dann im Kampf selbst die Stationen bemannen oder dem Computer die Arbeit ganz oder teilweise überlassen. Bei den Bordgeschützen kann man sich eines Feuerleitrechners bedienen, der die ballistischen Berechnungen vornehmen kann. Dies gilt auch für die Torpedos, deren Zielsteuerung jedoch alles andere als trivial ist. Zum Glück kann der Computer wahlweise die Programmierung übernehmen.
Neben zahlreichen Einzelmissionen, die teilweise historische Hintergründe haben, kann man auch mit einem Missionsgenerator neue Szenarien erstellen lassen, wobei man lediglich den Schauplatz sowie die eigenen und feindlichen Einheiten vorbestimmt. Darüber hinaus gibt es wie bei jeder guten Simulation einen Kampagnenmodus, bei dem der Spieler eine Reihe miteinander verketteter Missionen erfolgreich durchkämpfen muss. Die Missionen selbst umfassen neben zeittypischen Konvoibegleitungen mit U-Bootbekämpfung auch Aufträge gegen feindliche Überwasserverbände sowie Küstenzielbekämpfung.
Leider sind sämtliche Missionen wie schon bei Silent Hunter II vollständig skriptgesteuert. Das bedeutet, dass sie bis ins kleinste Detail vorherbestimmt wurden – nichts wird dem Zufall überlassen. Auch die Missionen im Kampagnenmodus sind nicht dynamisch aufgebaut.
Fazit: Wer die U-Bootsimulation Silent Hunter II mag, wird auch von Destroyer Command überzeugt werden. Fans von actionlastigen Simulationen oder temporeichen Flugsimulatoren werden jedoch von der zeitweiligen Eintönigkeit und optischen Aufmachung des Spiels enttäuscht sein. Der Multiplayermodus, der es erlaubt, mit Gleichgesinnten Über- oder Unterwassergefechte durchzuführen, mag hingegen kaufentscheidend sein: Mit menschlichen Gegnern ist das Spiel deutlich interessanter.