Spieletest: Star Wars Obi Wan - Jedi-Ritter auf der Xbox
Neues Action-Spiel von LucasArts. Das Spiel Obi Wan von LucasArts kann bereits auf eine lange, nicht unbedingt nur positive Entstehungsgeschichte zurückblicken: Nachdem der Titel zunächst für den PC geplant war, stellte man – unter anderem auch auf Grund negativer Vorberichterstattung – die Entwicklung vorübergehend ein, um es dann doch für Microsofts Xbox fertig zu stellen. Betrachtet man nun das Endergebnis, wäre eine völliger Verzicht auf das Spiel sicherlich kein wirklicher Verlust gewesen.
Als Jedi-Anwärter muss man zunächst eine Reihe von Aufgaben und Prüfungen bestehen, um schließlich in die Riege der berühmten Ritter aufgenommen zu werden. Allzu viel Einfallsreichtum bewiesen die Entwickler bei Obi Wan allerdings nicht – die meiste Zeit im Spiel verbringt man damit, immer dieselben Banditen oder Roboter zu bekämpfen.
Immerhin darf man den bösen Mächten mit dem Lichtschwert zu Leibe rücken, und die Steuerung von eben diesem wurde durchaus intelligent gelöst – verschiedene Schlagkombination und die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise die "Macht" einzusetzen, trösten darüber hinweg, dass man nur über eine einzige Waffe verfügt. Allerdings ist das Xbox-Pad beinahe schon überbelegt – im Eifer des Gefechtes kann es durchaus passieren, dass man mit dem Handling der eigenen Kräfte und des Lichtschwertes überfordert ist. Ärgerlich wird dies vor allem dann, wenn einmal mehr unzählige Gegner gleichzeitig auf den Spieler einstürmen und die oft unglückliche Kameraführung einem nicht die Möglichkeit gibt, den Standpunkt des Angreifers ausfindig zu machen.
Aber auch beim Level-Design wurde arg geschlampt: Die einzelnen Welten sind zwar oft recht groß, die sehr simplen Texturen, labyrinthartige und immer gleich aussehende Gänge sowie die geringe Anzahl von bevölkernden Charakteren lassen die Welt steril, tot und einfallslos wirken.
Bedenkt man, wie durchaus leistungsfähig die Xbox-Hardware ist und wie einfach die Grafik gehalten wurde, ist es kaum verständlich, dass die Konsole bei großem Feindaufkommen ständig in die Knie geht, die Grafik ruckelt teils, als hätte man einen schwachen PC vor sich und würde versuchen, auf diesem einen modernen Ego-Shooter zu spielen. Zusätzliche Clipping-Fehler lassen den Eindruck entstehen, als wäre nicht allzu viel Sorgfalt auf die Qualitätskontrolle gelegt worden.
Einzig der Sound kann einmal mehr überzeugen – die von den Fans geliebten Melodien werden einem allerdings auch in vielen anderen deutlich besseren Star-Wars-Titeln geboten.
Fazit: Die Tatsache, dass viele Star-Wars-Spiele nicht unbedingt die an sie gestellten Erwartungen erfüllen ist nicht neu, Obi Wan stellt allerdings qualitativ einen wirklich unterdurchschnittlichen Titel dar. Selbst die größten Star-Wars-Fans sollten hier gut überlegen, ob ihnen dieser Titel wirklich das Geld wert ist.