Konvertierung des Dreamcast-Klassikers für die PlayStation 2. Mehr und mehr auf der Dreamcast erfolgreiche Spiele finden nun auf anderen Konsolen eine neue Heimat - neben Jet Set Radio oder Crazy Taxi ist auch Space Channel 5 ab sofort nicht mehr nur für Segas mittlerweile nicht mehr produzierte Konsole erhältlich. Und auch die PlayStation-2-Version des Titels weiß rundum zu überzeugen.
Auf der Dreamcast machte Space Channel 5 vor allem auf Grund der aberwitzigen Storyline und des ungewöhnlichen Gameplays Furore. Man schlüpft in die Rolle der Reporterin Ulala, die gerade eine neue Anstellung beim intergalaktischen Sender Space Channel 5 erhalten hat. Und Ulalas erste Aufgabe besteht darin, dem Sender höhere Einschaltquoten zu bescheren, indem sie in einer speziellen Live-Reportage über die urplötzlich eingefallenen Aliens berichten soll.
Eben diese Aliens machen sich vor allem dadurch störend bemerkbar, indem sie unschuldige Einwohner der intergalaktischen Welt mit einer Tanz-Hypnose belegen. Damit Ulala die Opfer wieder befreien kann, muss sie selber gegen die Aliens antreten - und sie im Tanzen schlagen.
So besteht die Aufgabe des Spielers meistens darin, vorgegebene Tanzschritte der Aliens fehlerfrei und mit dem nötigen Taktgefühl zu kopieren. Benötigt wird dafür nur das digitale Steuerkreuz, mit dem die vier Bewegungsrichtungen angegeben werden, sowie zwei der Aktionstasten, mit denen man entweder auf die Außerirdischen schießt oder aber Gefangene befreit. Wer die Bewegungen falsch wiederholt oder nicht im Takt bleibt, muss mit sinkenden Einschaltquoten rechnen, was wiederum früher oder später in die Absetzung der Sendung und damit verbunden zum Game Over führt.
Abgesehen von der sehr guten und bei diesem Spiel ja auf Grund der Aufgabenstellung immens wichtigen Musik sind auch die Grafiken mehr als sehenswert, die knallbunte Alien-Welt kombiniert geschickt Kunst und Kitsch. Auch die Animationen sind grandios - Ulalas Tanzschritte sehen wirklich überzeugend ausgearbeitet aus.
Auf längere Zeit gesehen allerdings macht sich ein wenig Ermüdung breit: Zwar muss Ulala im Spielverlauf auch gegen eine Reihe abwechslungsreicher Endgegner antanzen und viele Zwischensequenzen in der Spielgrafik berichten von den in der Zwischenzeit passierenden Ereignissen, eigentlich macht man aber die ganze Zeit nichts anderes als im Takt Knöpfe zu drücken - ein paar Mini-Spiele mehr hätten der Abwechslung durchaus gut getan.
Fazit: Das Tanzspielprinzip ist bereits von anderen Titeln wie etwa PaRappa The Rappa bekannt, Space Channel 5 ist aber derzeit wohl das beste Spiel dieser Art auf der PlayStation 2 - die witzig-durchgeknallte Präsentation sowie die einfache Bedienbarkeit lassen wohl jeden im Takt vor der Konsole mitwippen.