TU-Chemnitz erforscht molekulare Nanostrukturen

Mit Hilfe des Raster-Tunnel-Mikroskops sind die Nachwuchswissenschaftler Markus Lackinger aus Chemnitz und Stefan Griessl aus München der Natur auf die Schliche gekommen. In einem gemeinsamen Promotionsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, analysieren die zwei Doktoranden seit letztem Jahr, zu welchen Strukturen sich organische Moleküle auf atomar glatten Kristalloberflächen im Ultrahochvakuum organisieren.
Lackinger und Griessl haben festgestellt, dass sich die Moleküle in der organischen Schicht nicht einfach nebeneinander anordnen, sondern beispielsweise ein wabenförmiges Muster bilden. Diese Waben- oder Blumenstruktur wird durch Wasserstoffbrücken hervorgerufen, mit denen sich jeweils sechs benachbarte Moleküle zu einem Ring zusammenschließen. In ihrer Mitte bildet sich auf diese Weise eine nur ein Nanometer kleine Wabe, die in milliardenfacher Wiederholung zu einer Schichtstruktur führt, mit der ein Durchbruch in die Welt der Nanoelektronik gelingen könnte.
Wenn die großflächig geordneten Molekülstrukturen quasi von selbst entstehen, wird dies als "Selbstassemblierung" bezeichnet. Da ein solches Vorgehen, in dem nicht mehr jedes einzelne Molekül gezielt positioniert werden muss, noch in den Kinderschuhen steckt, geht es in dem gemeinsamen Promotionsprojekt der TU Chemnitz und der Ludwig-Maximilians-Universität München auch weiterhin um Grundlagenforschung.