PC-Turbolader für die Biotechnologie

Mannheimer Start-up Acconovis GmbH programmiert Hardware-Beschleuniger

Drei Wissenschaftler der Universität Mannheim erhalten am heutigen 6. Mai in Stuttgart den mit 10.000 Euro dotierten CyberOne-Preis der Wirtschaftsinitiative "Baden-Württemberg: Connected" (bwcon) für das landesweit innovativste Geschäftskonzept im Bereich der Informationstechnologie. In ihrem gemeinsamen Unternehmen, der Acconovis GmbH, entwickelten die Gründer einen Hard- und Software-basierten "Turbolader" für aufwendige Rechenprozesse in der Biotechnologiebranche.

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Die Acconovis GmbH ist eine Ausgründung des Mannheimer UNESCO-Lehrstuhles von Prof. Reinhard Männer. Der Informatik-Professor wurde bereits mit seiner Entwicklung der Tesa-ROM bekannt. Seine beiden Mitarbeiter Dr. Holger Singpiel und Dr. Harald Simmler schufen das neue Unternehmen im vergangenen Jahr gemeinsam mit Professor Männer.

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Grundlage des Computer-Turboladers ist eine PC-Steckkarte, wie sie mittlerweile von mehreren Herstellern bezogen werden kann. Für den Kunden maßgeschneiderte Programme sollen damit auf einem normalen PC die Rechenprozesse um bis zum Einhundertfachen beschleunigen können. Die dahinter stehende Plattformtechnologie AccTech basiert auf der jeweils mehr als sechsjährigen, interdisziplinären und industrienahen Forschungsarbeit der Firmengründer Simmler und Singpiel auf dem Feld der Hardwarebeschleuniger.

"Unsere Kernkompetenz besteht in der aufwendigen und komplexen Programmierung dieser Karten", erklärt Dr. Holger Singpiel, Geschäftsführer der Acconovis GmbH. Das junge Unternehmen schneidet die Programme für die speziellen Bedürfnisse einzelner Branchen zu. Den Anfang machen die Gründer mit der Biotechnologiebranche. "Hier ist das Marktpotenzial einfach am größten", erklärt Singpiel. Unternehmen, die beispielsweise an neuen Medikamenten forschen, müssen täglich Millionen von Datensätzen durchforsten.

Drei bis fünf Minuten soll typischerweise eine einzige Anfrage in einer Genom-Datenbank dauern. Bis eine Fragestellung mit oft einhundert und mehr Datenbankdurchläufen gelöst sei, würden Stunden bis Tage vergehen. Acconovis beschleunigt diesen Prozess eigenen Angaben zufolge um den Faktor einhundert. Was bislang auf einem PC acht Stunden dauert, erledigen die aufgerüsteten Acconovis PCs dann in knapp fünf Minuten, versprechen die Wissenschaftler. Die Jungunternehmer verhelfen damit einem PC zur Leistungsfähigkeit eines High-End-Servers.

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Als Pilotkunden konnten die Jungunternehmer bereits das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) sowie das European Media Laboratory (EML) für sich gewinnen. Alle drei Einrichtungen haben ihren Sitz im benachbarten Heidelberg. In den kommenden Monaten sollen die bisherigen Prototypen zur Marktreife weiterentwickelt werden. Über den ersten Zielmarkt Biotechnologie hinaus sind bereits Produktkonzepte für die Geschäftsfelder Knowledge Management, Medizintechnik und verschlüsselte Echtzeitdatenübertragung im Internet vorhanden.

Für Oktober - zeitgleich zur Messe Bio Digital in Freiburg - plant Acconovis den Markteintritt in Deutschland. Im kommenden Jahr soll der Vertrieb auch im benachbarten europäischen Ausland gestartet werden; ab 2004 wollen die Mannheimer die wichtigen außereuropäischen Märkte USA und Japan angehen. Bis Ende kommenden Jahres soll das Team der Acconovis GmbH insgesamt zwanzig Mitarbeiter am Standort Mannheim umfassen.

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