Test: GameCube auch in Deutschland erhältlich

Während die Markteinführung der Xbox von einem erdrutschartigen Preissturz am ersten Verkaufstag begleitet wurde, scheint sich diese Situation beim GameCube nicht zu wiederholen – die meisten Geschäfte bieten die Konsole zum von Nintendo empfohlenen Verkaufspreis von 199,- Euro an. In den letzten Tagen hatten Prospekte der Elektronik-Großmärkte Saturn und Media Markt für Verwirrung gesorgt, da hier die Konsole zwar beworben, aber kein Verkaufspreis genannt wurde, so dass sich die Gerüchte breit machten, dass auch hier noch eine Preissenkung zu erwarten sei.
Allerdings gab es zumindest kleinere Sonderaktionen, etwa in zwei Berliner Saturn-Märkten: Dort erhielten die ersten 50 bzw. 100 Käufer des GameCube kostenlos das Nintendo-Spiel Luigis Mansion zur Konsole dazu.
Die Konsole ist derzeit in den Farben Lila und Schwarz erhältlich. Wer neben dem mit der Konsole mitgelieferten Controller weitere Steuergeräte erwerben will, muss für ein weiteres Pad knapp 40,- Euro auf den Tisch legen. Die zum Anlegen von Spielständen benötigte Memory-Card kostet knapp 20,- Euro.
Für die Spiele werden jeweils zwischen 50,- Euro und 60,- Euro fällig, das Angebot ist dabei bereits zum Start recht gut, knapp 20 Software-Titel stehen zur Auswahl. Neben bereits von anderen Konsolen bekannten Titeln wie etwa dem Skate-Dauerbrenner Tony Hawk 3 sind vor allem eigens für den GameCube entwickelte Spiele wie der Action-Titel Star Wars Rogue Leader – Rogue Squadron 2 , das irrwitzige Geschicklichkeitsspiel Super Monkey Ball oder das von Sega entwickelte Sonic Adventure 2 erwähnenswert.
Diversen Analystenberichten zufolge hat Nintendo zum Start bereits 500.000 Konsolen ausgeliefert, in den nächsten zwei Monaten sollen noch mal so viele Konsolen dazukommen.
Schon äußerlich macht der GameCube seine Sonderstellung im Konsolenmarkt deutlich, im Gegensatz zur PlayStation 2 und der Xbox wartet Nintendo nicht mit einem an High-Tech-Geräte erinnernden, sondern einem eher verspielten und durch die lila Farbe auch sehr auffälligem Design auf. Neben den sehr kompakten Abmessungen von ca. 15 x 11 x 16 cm lässt sich der GameCube mit Hilfe eines angebrachten Tragegriffes problemlos und einfach transportieren. Das Gerät macht einen sehr stabilen und gut verarbeiteten Eindruck, wie schon bei vorherigen Geräten – z.B. dem N64 – scheint Nintendo Wert darauf zu legen, dass auch jüngere Spieler selbst bei ruppigem Umgang mit der Konsole wenig Schaden am Gerät verursachen können.
Das Gerät verfügt über vier Controller-Ports, in der Grundausstattung wird die Konsole allerdings wie bereits erwähnt nur mit einem Controller ausgeliefert. Für Memory-Cards stehen zwei Steckplätze zur Verfügung, die ebenso wie die Controller-Ports an der Vorderseite des Gerätes angebracht sind.
Ferner verfügt die Konsole noch über einen analogen und einen digitalen AV-Ausgang sowie zwei serielle und einen parallelen Port.
Bei den Spielen verzichtet Nintendo erstmals auf die bisher verwendeten Module und setzt stattdessen auf ein von Matsushita entwickeltes Mini-CD- bzw. Mini-DVD-Format. Die kleinen Datenträger fassen dabei bis zu 1,5 GByte Daten. Die durchschnittliche Zugriffszeit auf das Laufwerk beträgt 128 ms, die Datentransferrate reicht von 16 Mbps bis 25 Mbps.
Kommentar:
Mit einem Verkaufspreis von 199,- Euro liegt Nintendo derzeit gut 100,- Euro unter der Konkurrenz von Microsoft und Sony. Zwar ist es auf Grund des kleineren Datenträger-Formates nicht möglich, DVDs auf dem Cube abzuspielen, davon abgesehen lassen sich auf technischer Seite aber kaum Argumente gegen die neue Konsole finden, auch die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Das Spielangebot verfügt ebenfalls bereits über einige Highlights, so dass es spannend wird mitanzusehen, wie sich die Verkaufszahlen der nächsten Wochen entwickeln werden.