Neuer Wissenschaftspreis soll Mathematik fördern

Gauß-Preis soll den praktischen Nutzen der Mathematik bekannter machen

Mathematik ist nicht nur eine bedeutende Wissenschaft sondern auch eine treibende Kraft hinter vielen modernen Technologien. Um der Öffentlichkeit beispielhaft deutlich zu machen, dass die Mathematik selbst eine Schlüsseltechnologie ist, wurde ein neuer Preis gestiftet: der Gauß-Preis.

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Mit diesem Preis sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geehrt werden, deren mathematische Forschung besondere Auswirkungen außerhalb der Mathematik hat - sei es in aktuellen Technologiefeldern, in der Wirtschaft oder ganz einfach in unserem Alltag.

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Der Gauß-Preis wird gemeinsam von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) und der gemeinnützigen International Mathematical Union (IMU) vergeben und von der DMV verwaltet. Der Preis besteht aus einer Medaille und ist derzeit mit 10.000,- Euro dotiert. Die finanzielle Basis bildet ein Überschuss, den die Organisatoren des International Congress of Mathematicians 1998 (ICM'98) in Berlin erwirtschaftet haben.

Die offizielle Bekanntgabe der Stiftung des Gauß-Preises erfolgt am 30. April 2002, dem 225. Geburtstag des Namensgebers Carl Friedrich Gauß. Der Preis soll jeweils auf den mathematischen Weltkongressen verliehen werden - erstmals im Jahre 2006. Die Auswahl trifft eine von der IMU eingesetzte internationale Fachjury.

Die IMU verleiht seit 1936 bis zu vier Fields-Medaillen (allgemein als Nobel-Preise der Mathematik angesehen) für fundamentale Beiträge zur Mathematik und seit 1982 den Nevanlinna-Preis für mathematische Beiträge zur Informatik. Die Preise werden alle vier Jahre bei der Eröffnungsfeier des mathematischen Weltkongresses vergeben. Auch beim Gauß-Preis wird so verfahren.

Die IMU will mit dem Gauß-Preis das Spektrum ihrer Ehrungen um einen für die Wirkung der Mathematik wichtigen Aspekt erweitern. Sie wird die Preisverleihung mit einer Präsentation der gewürdigten Ergebnisse verbinden. Diese Darstellung mathematischer Forschung soll sich insbesondere an Journalisten und an die allgemeine Öffentlichkeit richten, um dadurch die Bedeutung der Mathematik für den Alltag breiter bekannt zu machen.

Mit Carl Friedrich Gauß (1777 - 1855) wurde einer der bedeutendsten Mathematiker als Namensgeber für den Preis gewählt, da Gauß' Werk weit über seine Zeit hinaus wirkt. Er habe wie kaum ein anderer Wissenschaftler Theorie und Praxis verbunden, so die Initiatoren des Gauß-Preises. Schon in sehr jungen Jahren habe Gauß außerordentlich wichtige Beiträge zur Mathematik geleistet: Seine 1801 veröffentlichten Disquisitiones Arithmeticae gelten heute noch als Meisterwerk. Im selben Jahr wurde Gauß außerhalb der Mathematik berühmt, als er auf Grund weniger Beobachtungen das Wiedererscheinen des Planetoiden Ceres vorausberechnete.

Die von ihm entwickelte Fehlerausgleichsrechnung, die heute noch ein unverzichtbares Instrument überall da ist, wo man aus fehlerbehafteten Daten vernünftige Schlussfolgerungen ziehen muss, verwendete Gauß unter anderem bei der Vermessung des Königreichs Hannover. Das Messgitter ist auf der letzten Serie der 10-DM-Scheine dargestellt. Dort findet man auch die Gauß'sche Glockenkurve, die grafische Darstellung seines Fehlerverteilungsgesetzes. Gemeinsam mit Wilhelm Weber erfand Gauß 1833 den ersten elektrischen Telegraphen. In Anerkennung seiner Forschungsbeiträge zum Magnetismus ist die internationale Maßeinheit der magnetischen Induktion nach Gauß benannt.

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