PC- und Videospiele: Raubkopier-Problem nimmt zu
Ähnliche Entwicklungen wurden in der Vergangenheit immer wieder bei Systemwechseln registriert, so der VUD. Differenziert nach unterschiedlichen Systemen ergibt sich so auch ein recht uneinheitliches Bild: Der Absatz an PC-Spielen verzeichnete 2001 eine Zunahme von etwa 4,6 Prozent auf 34,64 Millionen Stück (Vorjahr 33,13 Millionen). Der Umsatz im Wert von 1,355 Milliarden blieb dabei etwa auf dem Vorjahresniveau von 1,368 Milliarden DM. Der Durchschnittspreis pro verkauftem Titel sank von 41,31 DM im Jahr 2000 auf 39,13 DM in 2001.
Kritisch ist laut dem VUD die Absatzentwicklung für Leermedien zu bewerten: 2001 wurden laut einer GfK-Studie rund 332 Millionen CD-Rs und CD-RWs verkauft, von denen angeblich 13 Prozent (43 Millionen Stück) zum illegalen Kopieren von Computer- und Videospielen Verwendung fanden.
Bei der Betrachtung der Videospielverkäufen differieren die Zahlen stark nach Systemen: So verzeichnen die Softwareverkäufe für die PSone einen geringen Rückgang um 2,5 Prozent von 8,94 Millionen auf 8,72 Millionen Stück. Die Wertbetrachtung hingegen weist einen Umsatzrückgang von 564,45 Millionen DM auf 418,54 Millionen DM aus, was auf die Zunahme von Zweit- und Drittvermarktungen zurückzuführen ist, die immer mit einer Reduzierung des Durchschnittspreises verbunden sind. Die Absatzentwicklung bei der PlayStation-2-Software stieg hingegen auf 1,78 Millionen Stück, was einem Plus von 394,4 Prozent entspricht.
"Besonders im 3. Quartal 2001 erfuhren die Software-Absätze den für das Gesamtergebnis relevanten Einbruch. Dieses konnte durch das traditionell umsatzstarke Weihnachtsgeschäft nicht mehr aufgefangen werden. Große Sorgen bereitet uns die Entwicklung und besonders die mittlerweile erreichte Dimension des Absatzes von digitalen Leermedien. Die GfK-Studie belegt eindeutig, für welchen Zweck diese Verwendung finden – Softwareklau! Hier ist die Industrie gemeinsam mit dem Gesetzgeber dringend gefordert, gezielte Präventionsmaßnahmen in rechtlicher und praktischer Form umzusetzen" , meint die VUD-Geschäftsführung.
Die in Teilen zu verzeichnenden Absatzeinbrüche im Konsolenbereich resultieren unter anderem aus den verzögerten Starts der neuen Systeme. Die Zahlen von Sony PlayStation belegen, dass ein fließender Übergang insgesamt weniger Probleme mit sich bringt.
"Entgegen allen Prognosen behauptet der PC in Deutschland weiter seine Vormachtstellung. Eine sehr große Verfügbarkeit von Highend-PCs in den privaten Haushalten ist weiterhin eine hervorragende Basis für lohnende Software-Absätze. Die Konsolenanbieter haben jetzt eine neue Runde im Wettstreit um die Gunst der Gamer eingeleitet. Spannung ist also angesagt" , so der VUD weiter.



