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Musik-Piraterie im Internet trifft vor allem Superstars

Tausch digitaler Musik fördert unbekannte Künstler. Laut einer Studie der Buffalo School of Management und der Connecticut School of Business wird der illegale Tausch von MP3-Dateien über das Internet die Musik-Industrie zwar nicht an den Rand des Ruins bringen, aber zumindest einigen der Superstars beträchtliche Einnahmeeinbußen bescheren. Unbekannte Künstler hingegen würden vom Netz eher profitieren, so das Ergebnis der Studie.
/ Thorsten Wiesner
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Bei der Ausarbeitung der Studie betrachteten die Forscher die Entwicklung der amerikanischen Billboard-Charts über einen Zeitraum von 1991 bis 2000. In diesen zehn Jahren war ein Anstieg der Anzahl unterschiedlicher Künstler in den Top 200 von 31,5 Prozent festzustellen, was nahe legt, dass heute mehr neue Künstler die Charts erobern als früher und damit etabliertere Acts von den Chart-Spitzenpositionen abhalten.

Nach Meinung der Forscher ist dieses Phänomen vor allem auf die rapide gewachsene Zahl der Internet-User und auf die schnelle Verbreitung von File-Sharing-Services zurückzuführen. "Die Vorherrschaft von Online-Musik-Technologien scheint dafür zu sorgen, dass das so genannte "Superstar-Phänomen" zusammenbricht" , so Ram D. Gopal, Professor an der University of Connecticut. Sein Kollege Sudip Bhattacharjee ergänzt: "Unsere Daten belegen, dass die Dominanz einiger weniger Superstars im Musikgeschäft immer stärker abnimmt. Vor allem für neue Künstler und Gruppen ist das eine gute Nachricht, da sie auf Grund der neuen Technologien eine weitaus bessere Chance haben, in die Charts einzusteigen."

Die Forscher empfehlen der Musikindustrie, diese Ergebnisse für ihre Zwecke zu benutzen und so neue Profitmöglichkeiten zu erschließen. Etwa, indem von der Musikindustrie angebotene Musikservices wie Pressplay ausgebaut und mit flexiblen Preissystemen ausgestattet werden.


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