Web Services fordern E-Business-Integratoren heraus

Web Services sind keine Grundlage für neue Start-up-Welle

Web Services haben das Potenzial, den Markt für Integrationssoftware kräftig umzukrempeln. Das zumindest meint Berlecon Research unter Berufung auf die jetzt veröffentlichte Studie "E-Business-Integration und Web Services". Web Services bieten demnach neue Chancen für Anbieter mit Kenntnissen in der Geschäftsprozessmodellierung, werden sich aber nur langsam durchsetzen.

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Web Services sorgen derzeit im Integrationsmarkt für großen Wirbel. Hinter diesem Begriff verbergen sich neue, Internet-basierte Standards, auf deren Basis Software einen Teil ihrer Funktionalität anderen Anwendungen zur Verfügung stellen kann. Ein wichtiges Einsatzgebiet für Web Services wird, so Berlecon Research, die E-Business-Integration sein. Diese Verbindung von zwei oder mehr bisher allein stehenden E-Business-Anwendungen oder -Datenbeständen zur Abbildung von Geschäftsprozessen kann sowohl unternehmensintern (Enterprise Application Integration) oder zwischen Unternehmen (Business-to-Business-Integration) erfolgen.

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"Mit Web Services wird die Integration nicht neu erfunden, aber die technische Seite wird entschieden einfacher und rückt damit in den Hintergrund. Gefragt sind jetzt Kenntnisse in der Modellierung und dem Management von Geschäftsprozessen. Damit eröffnen sich für Technologieanbieter mit Geschäftsprozesshintergrund, wie z.B. Softwareanbieter für den B2B-E-Commerce, interessante Chancen, den klassischen EAI-Anbietern Marktanteile streitig zu machen", erklärt Dr. Thorsten Wichmann, Geschäftsführer von Berlecon Research.

Für rein auf Web Services fokussierte Start-ups sehen die Berliner Wirtschaftsforscher derzeit eher geringe Marktchancen: "Web Services sind offene Standards und bieten langfristig keine Alleinstellungsmerkmale. Start-ups, die auf der Basis dieser neuen Standards ein Unternehmen aufbauen wollen, dürfen ihr Geschäft deshalb nicht auf Web Services an sich stützen, sondern müssen Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die ohne Web Services nicht, nur in sehr viel schlechterer Qualität oder nur zu einem sehr viel höheren Preis angeboten werden können. Diese sollten sich außerdem in mehr als nur in der Unterstützung von Web Services von den Angeboten ihrer Mitbewerber unterscheiden", warnt Wichmann.

Auch wenn der Hype um Web Services gegenwärtig sehr groß ist, werde die Entwicklung eher langsam vonstatten gehen. Berlecon geht davon aus, dass 2002 weiterhin von Hype und Neugier bestimmt bleiben wird. Erwachsen werden Web Services erst ab 2004, um dann in 2005 im Markt akzeptiert zu sein. Bis dahin müssen sich die Anbieter aber noch einigen Herausforderungen stellen: Neben der Lösung von Sicherheitsproblemen stehen auch Transaktionssicherheit, Skalierbarkeit und verlässliche Messaging-Standards auf der Agenda.

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