Gartner: PC-Markt immer noch schleppend
Dennoch wurden im ersten Quartal 2002 mit 32,742 Millionen PCs (Desktop-PC, Notebooks, Server) nicht viel mehr als im schwachen ersten Quartal 2001 (32,733 Millionen Stück) verkauft. Davon fallen etwa 11,132 Millionen PCs (Vorjahr: 10,876 Millionen) auf die USA und 10,231 Millionen PCs (9,992 Millionen) auf EMEA. Das laut Zahlen schwache Wachstum in diesen Märkten ergibt sich laut Dataquest-Vizepräsident Charles Smulders lediglich im Vergleich mit dem sehr schwachen Vorjahresquartal, so dass der US- und der Weltmarkt sich in Wirklichkeit weiterhin nur schleppend entwickeln: "Im besten Fall lassen diese Zahlen vermuten, dass der Markt zu normaleren saisonbedingten Wachstumsmustern zurückkehrt, aber mit nur geringen Anzeichen für ein erneutes Wachstum im Großkundengeschäft. Die Marktaussichten für 2002 bleiben hochgradig unsicher."
Großer Gewinner des ersten Quartals 2002 soll der Hersteller Dell sein, der nicht wie die anderen Top-Hersteller weltweit Marktanteile verlor, sondern hinzugewann: Spitzenreiter Dell soll 13,7 Prozent mehr Rechner ausgeliefert und seinen weltweiten Marktanteil von 12,6 auf 14,3 Prozent verbessert haben. Compaq soll hingegen 12,1 Prozent weniger Systeme verkauft und seinen Marktanteil von 11,5 auf 10,1 Prozent verschlechtert haben. Auf dem dritten Platz folgt der Hersteller Hewlett-Packard, dessen Verkäufe um -2,9 Prozent und Marktanteil von 7,4 auf 7,1 Prozent gesunken sein sollen. Auf dem vierten und fünften Platz folgen IBM, die wie Compaq laut Dataquest mit deutlich rückläufigen Verkäufen (IBM: -9,3 Prozent; NEC: -16,7 Prozent) zu kämpfen haben. IBMs Marktanteil soll von 6,2 auf 5,2, NECs Marktanteil von 4,6 auf 3,8 Prozent gesunken sein. Die restlichen Hersteller haben insgesamt 2,2 Prozent mehr PCs ausgeliefert und ihren gesammelten Marktanteil von 57,8 auf 59 Prozent steigern können.
In der EMEA ist mit einem gestiegenen Marktanteil von 14,1 Prozent weiterhin Compaq Spitzenreiter, gefolgt von Dell (9,2 Prozent, zuvor 9,7 Prozent), Hewlett-Packard (weiterhin 8,3 Prozent), IBM (5,7 Prozent, zuvor 4,8 Prozent) und dem Rest (54,9 Prozent, zuvor 56,7 Prozent). In den USA ist Dell mit einem Marktanteil von 26,3 (erstes Quartal 2001: 23,2 Prozent) nun stärker als Compaq (11,8 Prozent, zuvor 13,4 Prozent) und HP (9,8 Prozent, zuvor 9,9 Prozent) zusammen. Der Marktanteil von Gateway sank um 30 Prozent von 8,5 auf 5,8 Prozent. IBM hat nur wenig verloren, der Marktanteil liegt nun bei 5,2 anstatt 5,3 Prozent. Die restlichen Hersteller teilen sich 41,4 Prozent des Marktes, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal (39,7 Prozent).
Das Wachstum in der EMEA soll sich derzeit auf Osteuropa beschränken, die Steigerungen liegen bei 15 Prozent, während in Westeuropa – vor allem in Großbritannien und Deutschland – eher Rückschritte (-4 Prozent) zu verzeichnen seien. Allerdings sei die Nachfrage in diesen Regionen im ersten Quartal 2001 stark gewesen, so dass der direkte Vergleich eine verzerrte Sicht auf den Markt ergebe. Der Markt sollte sich jedoch bis Ende 2002 zu mittelmäßigem Wachstum bewegen, was für den Handel eine Chance darstelle.
Die Dataquest-Analysten schätzen derzeit, dass im abgeschlossenen Jahr 2002 weltweit etwa 4 Prozent mehr Systeme als 2001 verkauft werden. Obwohl sich die weltweiten Konjunkturaussichten im Laufe des Quartals deutlich verbessert hätten und stärkere Käufe für das vierte Quartal erwartet werden, würden die großen Unternehmen weiterhin eine abwartende Haltung für ihre IT-Ausgaben an den Tag legen, was die Prognosen schwer mache.
Die endgültigen Zahlen sollen Gartner-Klienten in Kürze erhalten.



