HDMI - DVI fürs Wohnzimmer integriert Audio und Kopierschutz
Zwar ist der Einsatz auch für den Computer denkbar, HDMI ist jedoch hauptsächlich für künftige Digitalfernseher, DVD-Player, Set-Top-Boxen und andere digitale Audio/Video-Elektronik wie digitale Videokameras gedacht. Dabei soll nicht nur die Bildqualität steigen, sondern im Gegensatz zu analogen A/V-Schnittstellen der Anschluss auch für Laien drastisch vereinfacht werden, da das Kabelgewirr vermindert wird.
Damit die bessere Bildqualität nicht für astreine digitale Kopien genutzt werden kann, können die unkomprimiert übertragenen Daten per High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP) verschlüsselt werden. Diese Verschlüsselung wurde von Intel und Silicon Image entwickelt und soll auch in künftigen DVI-Geräten zu finden sein. Sie ist der Grund, warum nicht nur System- und Unterhaltungselektronik-Hersteller, sondern auch die Filmindustrie ein großes Interesse an HDMI zeigen. Bereits auf der CeBIT berichtete ein Hersteller von Set-Top-Boxen gegenüber Golem.de, dass die Filmindustrie fordere, dass an keiner Stelle einer Hardware Informationen unverschlüsselt abgegriffen werden dürfen, dies reicht vom Pin eines Chips bis hin zum Display selbst. Damit soll es auch findigen Bastlern schwer gemacht werden, unerlaubt Informationen auszulesen und weiterzuverbreiten.
Jerry Pierce, Senior Vice President der Technikabteilung bei Universal Pictures dazu: "Wir sind erfreut, dass diese Technik-Hersteller eine geschützte digitale Basisband-Schnittstellen-Spezifikation unterstützen, die für Kunden ansprechend ist und uns die Möglichkeit gibt, unsere Inhalte mit HDCP zu schützen. HDMI/HDCP ist eine der Schlüsseltechnologien, die D-VHS möglich machen."
HDMI nutzt einen Teil der DVI-Spezifikationen und soll voll kompatibel zu DVI sein. Dank der Kompatibilitätsstandards EIA und CEA-861x soll bei HDMI jeweils das am besten passende Videoformat von der Quelle zum Display gelangen. Zudem soll HDMI viele Funktionen des in Europa populären AV.link-Protokolls unterstützen. HDMI soll in Kürze allen Herstellern zur Verfügung stehen, es müssten lediglich "zumutbare" Bedingungen beachtet werden, heißt es in einer Ankündigung.