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Aus PCI-Nachfolger 3GIO wird PCI Express

Erste Produkte für den Hochgeschwindigkeitsbus sollen Ende 2003 erscheinen. Die Arapahoe Work Group, bestehend aus Compaq, Dell, Hewlett-Packard Company, IBM, Intel und Microsoft, hat die "Draft 1.0 Specification" des PCI-Nachfolgers Third Generation I/O (3GIO) bei der Industrie-Organisation PCI-SIG eingereicht. Die PCI-SIG verwaltet bereits seit 1992 die Entwicklung des PCI Local Bus, wird nun den ersten 3GIO-Entwurf evaluieren und fortan unter der Bezeichnung PCI Express unter ihre Fittiche nehmen.
/ Christian Klaß
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Bei 3GIO bzw. nun PCI Express handelt es sich im Gegensatz zum parallelen PCI-Bus um einen seriellen Hochgeschwindigkeitsbus, der bis zu 32 gleichzeitige, schnelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ermöglichen soll. Anfangs sollen effektiv 200 MByte/s übertragen werden können, deutlich mehr als maximal 133 MByte/s des PCI-Bus (32 Bit, 33 MHz). Später sollen Datenraten von 1,25 GByte/s (10 GBit/s) erreicht werden, die Möglichkeiten von Kupferleitungen also voll ausgereizt werden.

Dabei benötigt der Hot-Plug- bzw. Plug-and-Play-fähige PCI Express trotz höherer Leistung, niedrigerer Latenz-Zeit und besserer Bus-Verwaltung (z.B. unabhängige Taktung) nur 40 anstatt wie PCI 84 Pins, was nicht nur die Integration in Desktop-, Workstation-Rechner und Server vereinfachen, sondern den Bus auch für mobile Geräte interessant machen soll. Möglich soll jedoch auch eine Erhöhung der Pin- bzw. Leitungszahl sein, so dass der Bus sich weiter skalieren lässt. Trotz der Verbesserungen soll PCI Express dank Kompatibilität mit der aktuellen PCI-Nomenklatur und des PCI-Treibermodells für bestehende Software weiter benutzt werden können.

Dabei soll PCI Express nicht als Konkurrenz zu anderen I/O-Technologien wie HyperTransport, InfiniBand, IEEE 1394b, USB 2.0, Serial ATA und 1/10Gb Ethernet stehen und leicht an diese angebunden werden können.

Wenn das PCI-SIG Direktorium der "Draft 1.0 Specification" zustimmt, erhalten die derzeit 740 PCI-SIG-Mitglieder die Spezifikationen für 60 Tage zur kritischen Begutachtung. Die endgültige PCI-Express-1.0-Spezifikation wird noch für das zweite Quartal 2002 erwartet. Die ersten auf PCI Express basierenden Produkte werden jedoch voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte bzw. Ende 2003 auf den Markt kommen. Die PC-SIG erwartet, dass zuerst Workstations mit PCI Express ausgestattet werden, den breiten Einzug in Server erwartet man hingegen erst für 2005. Unterstützung aus der Industrie gibt es schon jetzt, so wollen beispielsweise ATI und NVidia PCI Express unterstützen und in Zukunft an der Entwicklung teilhaben.


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