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Spieletest: Cultures II - Das Wuseln geht weiter

Gelungene Fortsetzung des Aufbaustrategiespieles von Funatics. Vor anderthalb Jahren konnte das Aufbaustrategiespiel Cultures trotz eines recht hohen Schwierigkeitsgrades unzählige Spieler von seinen Qualitäten überzeugen. Nun steht der Nachfolger in den Regalen, und während andere ähnlich geartete Titel mit jeder Fortsetzung nur wenig Neuerungen zu bieten haben, wartet Cultures II mit einer Reihe neuer Ideen auf.
/ Thorsten Wiesner
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Im Mittelpunkt der in schönen Zwischensequenzen erzählten Hintergrundgeschichte steht einmal mehr der Wikinger Bjarni, der diesmal von schrecklichen Albträumen geplagt wird. In diesen erscheint ihm die böse Midgard-Schlange, was für ihn und sein Volk, wie sich bald zeigt, nichts Gutes bedeutet. In der Kampagne warten nun eine Reihe von Missionen, die zur Rettung des eigenen Stammes erfolgreich absolviert werden müssen.

Eben diese Missionen sind auch eine der größten Stärken von Cultures II, da hier Abwechslung Trumpf ist: Mal muss eine wichtige Dame eskortiert, ein anderes Mal ein Dorf beschützt oder ein paar Tiere eingetrieben werden. Wer sich allerdings lieber mit dem Aufbaupart beschäftigt, kann sich natürlich im Endlosspiel auch einfach auf diesen konzentrieren.

Wie schon im Vorgänger gibt es in Cultures keine anonymen Siedler, stattdessen erteilt man jedem einzelnen Charakter Befehle, was als Nächstes zu tun sei. Meistens ist das sehr angenehm, da man so beständig Herr über alle Aktivitäten ist und einem die Bewohner des eigenen Volkes so auch schneller ans Herz wachsen, ab und zu artet das allerdings auch in Stress aus – etwa dann, wenn man bei einer bestimmten Bevölkerungsgröße ständig Acht geben muss, dass niemand den lieben langen Tag nur auf der faulen Haut liegt.

Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Kampf-Part deutlich ausgebaut, Schilder und Waffen sind nun in verschiedenen Varianten zu haben, wodurch sich die Recken strategisch unterschiedlich positionieren lassen. Aber auch im Aufbau-Part gibt es Neuerungen zu vermelden, etwa dass sich Gebäude jetzt bis zu fünfmal ausbauen und aufrüsten lassen.

Während man also auf spielerische Neuerungen einigen Wert legte, wurde auf technischer Seite kaum nachgebessert: Die Grafik wirkt recht unspektakulär, nah Heranzoomen führt zu sehr pixeligen und nicht mehr sonderlich niedlichen Ansichten. Auch die Musik ist eher durchschnittlich, die stimmungsvollen Zwischensequenzen hingegen wissen voll und ganz zu überzeugen.

Fazit:
Cultures II bietet zwar keine revolutionären Neuerungen, insbesondere die abwechslungsreiche Kampagne vermag aber auch auf längere Sicht zu fesseln, und auch der intelligent erweiterte Aufbaupart hat nichts von seiner Faszination verloren. Freunde von Aufbaustrategiespielen sollten also zugreifen, auch wenn grafisch ein wenig mehr Feinschliff schon wünschenswert gewesen wäre.


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